Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.08.2011

13:45 Uhr

EADS

Bund gibt Startschuss für Investorensuche

Der Bund gibt den Startschuss für die Suche nach EADS-Investoren. Dabei geht es um die Hälfte des Daimler Anteils an dem Luft- und Raumfahrtkonzerns. Letztlich könnte dabei auch die Staatsbank KfW ins Spiel kommen.

Logo des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS. Quelle: dpa

Logo des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS.

BerlinDie Bundesregierung will in den nächsten Monaten Klarheit über den deutschen Aktionärskreis beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS schaffen. Der Startschuss für eine systematische Suche nach einem oder mehreren privaten deutschen Investoren, die bereit sind, einen Teil des Daimler-Aktienpakets Daimler zu übernehmen, wurde nun gegeben, erfuhr Reuters aus Koalitionskreisen. Zur Disposition steht demnach die Hälfte des aktuellen Daimler-Kapitalanteils an EADS von 15 Prozent.

Bis zum Jahresende hofft die Regierung, Klarheit zu haben, wer künftig für die deutschen Interessen bei dem Raum- und Luftfahrtkonzern steht. Hintergrund ist die Ankündigung von Daimler, sich zumindest von einem Teil seines EADS-Anteils trennen zu wollen. Eine strikte Frist für den Abschluss des Suchprozesses hat sich die Bundesregierung aber offenbar nicht gegeben. Wenn es ein paar Wochen länger dauern sollte als bis Ende des Jahres, sei dies auch kein Problem sein, hieß es.

Derzeit hält Daimler 15 Prozent am Kapital der EADS. Der Autobauer übt darüber hinaus die Stimmrechte für ein weiteres 7,5-Prozent-Paket an EADS aus, das bei einer Gruppe von vornehmlich deutschen Finanzinvestoren liegt, darunter die Staatsbank KfW. Damit kommt Daimler aktuell auf 22,5 Prozent der Stimmrechte. Der Autokonzern hatte allerdings Mitte Juni deutlich gemacht, dass er seine EADS-Beteiligung absenken und womöglich ganz aufgeben möchte. Bis Jahresende müsse Klarheit herrschen, hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche gefordert. Daimler betrachtet die Luft- und Raumfahrt nicht mehr als Kerngeschäft.

Die Aktionärsstruktur der EADS, die seit Jahren mit dem US-Konzern Boeing um die Führungsposition auf dem internationalen Flugzeugmarkt ringt, ist eine hochpolitische Angelegenheit. Im Eigentümerkreis herrscht eine Balance zwischen den deutschen und den französischen Aktionären, die jeweils zusammen auf genau 22,45 Prozent kommen. Der Rest wird im wesentlichen von der spanischen Staatsholding SEPI sowie von freien Aktionären gehalten. Die deutsch-französische Balance soll, das hat die Bundesregierung immer wieder betont, auch für die Zukunft erhalten bleiben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×