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05.04.2006

09:38 Uhr

EADS geht leer aus

Thales und Alcatel sind sich handelseinig

Die französischen Unternehmen Alcatel und Thales rücken enger zusammen. Der Telekommunikationskonzern wird sein Satellitengeschäft in den Rüstungskonzern einbringen und im Gegenzug weitere Thales-Anteile und Geld bekommen. Verlierer bei dem Geschäft ist die Airbus-Mutter EADS.

HB/ali PARIS. Der Anteil von Alcatel an Thales steige von 9,5 auf 21,6 Prozent, teilte Thales am Mittwochmorgen mit. Zudem bezahle Thales an Alcatel 673 Mill. Euro in bar. Basierend auf dem Schlusskurs vom Dienstag hat die Transaktion einen Wert von mindestens rund 1,7 Mrd. Euro. Durch den Verkauf wird der Anteil des französischen Staates an Thales von 31,3 auf 27,1 Prozent.

Die Synergien des Geschäfts bezifferte Thales auf rund 50 Mill. Euro bis 2008. Auf die Zahl der Beschäftigten werde das Geschäft keinen Einfluss haben. Alcatels Satellitensparte Alenia Space beschäftigt 7 200 Mitarbeiter und hatte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,8 Mrd. Euro erwirtschaftet.

Alcatel hatte in der vergangenen Woche mit dem US-Konkurrenten Lucent eine Fusionsvereinbarung geschlossen. Durch den Verkauf des verteidigungsrevanten Satellitengeschäfts an Thales bleiben damit politisch-sensible Bereiche in französischer Hand. Zudem will sich der Alcatel-Chef Serge Tchuruk, auf das Kerngeschäft Telekommunikation konzentrieren.

Der Deal stellt einen herben Rückschlag für den deutsch-französischen Aeronautikkonzern EADS dar. Denn EADS-Co-Chef Noël Forgeard hatte sich beim französischen Präsidenten Jacques Chirac persönlich dafür stark gemacht, dass EADS bei der Bündelung des Satelliten-Geschäfts in Thales zur gleichen Zeit wie Alcatel berücksichtigt wird. Die EADS-Chefs Forgeard und Tom Enders hatten das Mandat, über die Einbringung der Satelliten-Tochter Astrium in Thales zu verhandeln. Im Gegenzug sollte EADS bis zu 20 Prozent vom Thales-Kapital bekommen. EADS beharrte vor allem darauf, nicht erst in einer zweiten Runde berücksichtigt zu werden; offenbar gibt es die Sorge, eine schlechtere Verhandlungposition zu haben, wenn Thales und Alcatel ihr Bündnis erst einmal gestärkt haben.

Die französische Regierung hat nun offenbar auf diese Bedenken keine Rücksicht genommen und der bereits ausverhandelten Annäherung zwischen Alcatel und Thales zugestimmt. Durch die geplante Fusion von Alcatel mit Lucent hatte sich die Verhandlungsposition von Alcatel und Thales gegenüber dem Staat verbessert.

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