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21.01.2010

12:09 Uhr

EADS

Poker um Pleitevogel A400M mit harten Bandagen

Vor dem vielleicht entscheidenden Krisentreffen zum Militärflugzeug A400M macht Verteidigungsminister zu Guttenberg dem Luftfahrt-Konzern EADS wenig Hoffnung. Aber ein möglicher Kompromissvorschlag soll bereits auf dem Tisch liegen.

Hier gibt sich Airbus-Chef Tom Endes noch optimistisch für den A400M. Reuters

Hier gibt sich Airbus-Chef Tom Endes noch optimistisch für den A400M.

HB BERLIN. Vor einem Krisentreffen im Kostenstreit über den Militärtransporter A400M hat Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg den Hersteller EADS vor überzogenen Forderungen gewarnt. "Die Verantwortung und auch das damit verbundene unternehmerische Risiko für Entwicklung und Produktion des A400M liegt gemäß des 2003 geschlossenen Vertrags ausschließlich bei der Industrie", sagte er dem "Bayernkurier".

Die Abnehmerstaaten seien EADS beim Zeitplan des lange verzögerten Flugzeuges bereits weit entgegengekommen. "Unsere Kompromissbereitschaft in Bezug auf die Kostenentwicklung und die geforderten Leistungsparameter ist allerdings begrenzt".

Währenddessen wurde bekannt, dass bei der umstrittenen Finanzierung des Militärtransportflugzeugs Airbus A400M Insidern zufolge eine Aufteilung des Milliardenauftrags im Gespräch ist. Diese Variante, um den Streit "gesichtswahrend für beide Seiten" zu beenden, liege weiter auf dem Tisch, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa in Verhandlungskreisen vor einem Spitzengespräch in Berlin. In der Hauptstadt werden auch die Chefs von EADS und Airbus, Thomas Enders und Louis Gallois, erwartet.

Den Kreisen zufolge könnten die sieben Käuferstaaten für die ursprünglich angesetzte Kaufsumme von 20 Mrd. Euro zunächst eine geringere Stückzahl erhalten und müssten kein zusätzliches Geld locker machen. Weitere Maschinen würden später dann gesondert abgerechnet. Die Mehrkosten beim A400M werden auf bis zu elf Mrd. Euro geschätzt.

Deutschland müsste - gemessen am Produktionsanteil - etwa 30 Prozent der zusätzlichen Ausgaben tragen. Umstritten zwischen den Abnehmerländern sei die Art der Finanzierung der Kosten. "Manche sind bereit, Cash (Bares) zu geben, andere nicht", hieß es. Die Bundesregierung will wegen der ohnehin hohen Verschuldung neue, direkte Belastungen für den Haushalt vermeiden. Offen ist, ob schon beim heutigen Treffen ein Durchbruch gelingt.

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