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06.02.2013

19:03 Uhr

EADS-Tochter

Eurocopter erwartet Einigung mit Regierung

Die EADS-Tochter Eurocopter rechnet beim Rüstungsdeal mit der Bundesregierung mit einer schnellen Einigung. Es sollen aber weniger Militärhubschrauber als geplant an die Bundeswehr ausgeliefert werden.

Im laufenden Jahr will Eurocopter 15 Prozent mehr Hubschrauber ausliefern als 2012. Reuters

Im laufenden Jahr will Eurocopter 15 Prozent mehr Hubschrauber ausliefern als 2012.

MünchenEurocopter rechnet in den Verhandlungen mit der Bundesregierung über den Kauf von Militärhelikoptern bald mit einer Einigung. Der Bund will weniger Hubschrauber von der EADS-Tochter abnehmen als ursprünglich geplant. „Ich bin da sehr zuversichtlich, dass wir das in den nächsten wenigen Monaten hinkriegen", prognostizierte Eurocopter-Chef Lutz Bertling in einem am Mittwoch veröffentlichten Reuters-Interview. Das Unternehmen werde sicher weniger NH-90-Transporthubschrauber und Tiger-Kampfhubschrauber an die Bundeswehr ausliefern als ursprünglich vorgesehen, wolle die Regierung aber als Kunden behalten.

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Wegen der Bundeswehrreform und klammer Kassen will die Bundesregierung nur noch 40 statt 80 Tiger und 80 statt 122 NH-90 abnehmen. Verteidigungsminister Thomas de Maiziere hatte sich nach Angaben seines Hauses Mitte Januar mit EADS-Chef Tom Enders und Bertling getroffen.

„Auch uns ist ja klar, dass sich die Strukturen verändern, und dem müssen wir uns anpassen", sagte Bertling. Es mache keinen Sinn, der Bundeswehr Hubschrauber zu liefern, die dann eingemottet würden, weil das Flugpersonal gar nicht mehr da sei. „Der Bund ist ein sehr strategischer Kunde, mit dem wollen wir auch noch ein paar Jahrzehnte weiter zusammenarbeiten".

Auf die Frage, warum der Dialog mit dem Ministerium inzwischen weit weniger aggressiv als noch vor einigen Jahren ablaufe, äußerte sich Bertling lobend über de Maiziere: „Unter der jetzigen Leitung des Verteidigungsministeriums sind ganz, ganz massive Prozessverbesserungen eingeführt worden", sagte er. Zudem sei eine deutlich stärkere Orientierung am Einsatz festzustellen.

Der Firmenchef äußerte sich zuversichtlich mit Blick auf den Wettbewerb um einen Hubschrauber für die Elitetruppe KSK, wo in Kürze die Angebotsabgabe anstehe. „Wenn die US Army zu dem Ergebnis gekommen ist, dass in dieser Größenklasse die EC145 der beste Hubschrauber ist, dann ist das, glaube ich, eine relativ gute Referenz", erklärte er mit Blick auf die US-Armee, die 346 Maschinen des Typs EC145 bestellt hat.

Ein Kopplungsgeschäft KSK-Hubschrauber gegen Stückzahl-Reduzierung bei NH-90 und Tiger sei jedoch nicht möglich. „Der wird ganz normal im Wettbewerb vergeben", betonte Bertling. „Selbst wenn irgendeine Seite das jetzt noch wollte, könnte man das gar nicht mehr koppeln". Das KSK benötigt 15 leichte Mehrzweck-Hubschrauber.

Im laufenden Jahr will Eurocopter 15 Prozent mehr Hubschrauber ausliefern als 2012. „Die reine Stückzahl der Hubschrauber wird um 15 Prozent hochgehen, der Umsatz nicht", sagte Bertling. Dies liege an der Mischung aus großen und kleinen Hubschraubern mit unterschiedlichen Preisen. Eurocopter hatte 2012 mit 475 ausgelieferten Maschinen 6,3 Milliarden Euro umgesetzt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Veteran

06.02.2013, 19:50 Uhr

Auch die 40 Tiger-Kampfhubschrauber sind noch zu viele. Ein Panzerjäger für das Szenario von vorgestern zu den Preisen von übermorgen. Kein anderes Land beschafft diesen Tiger-Typ. Und das hat sicher gute Gründe!

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