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28.03.2011

10:51 Uhr

EADS-Tochter

Eurocopter kauft Vector Aerospace

Der Hubschrauberhersteller Eurocopter hat 450 Millionen Euro für die kanadische Vector Aerospace geboten. Der Wartungsspezialist soll die Rolle eines Service-Anbieters übernehmen.

Ein Eurocopter EC 155 B bei einer Eisrettungsübung in Bayern. Quelle: dapd

Ein Eurocopter EC 155 B bei einer Eisrettungsübung in Bayern.

Leiden/Toronto Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS macht mit seinen Übernahmeplänen in Nordamerika Ernst. Die EADS-Hubschraubersparte Eurocopter wird den kanadischen Wartungsspezialisten Vector Aerospace übernehmen, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Die Vector-Aktionäre sollen je Anteilsschein 13 kanadische Dollar erhalten, das entspricht einem Unternehmenswert von 625 Millionen kanadischen Dollar (452 Mio Euro).

Die EADS-Offerte für Vector liegt den Angaben zufolge etwa 15 Prozent über dem Schlusskurs der Vector-Aktie vom Freitag und 80 Prozent über dem Kurs vom 2. Dezember 2010. Der Verwaltungsrat der Kanadier befürwortet die Offerte. Zudem haben Anteilseigner, die 60 Prozent der Vector-Aktien halten, zugesagt, ihre Papiere an die Europäer zu verkaufen.

Vector Aerospace hat sich auf die Wartung von Hubschraubern und Flugzeugtriebwerken spezialisiert. Das Unternehmen beschäftigt 2500 Mitarbeiter und kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von umgerechnet 400 Millionen Euro. Dies entspricht etwa einem Viertel der 1,7 Milliarden Euro, die Eurocopter selbst zuletzt im Wartungsgeschäft erlöst hatte. Neben Kanada und Großbritannien ist Vector auch stark in den USA und in Südafrika vertreten.

Bei dem Hubschrauberhersteller soll Vector künftig die Rolle eines herstellerunabhängigen Service-Anbieters übernehmen. In Wachstumsmärkten wie Asien und Lateinamerika soll das Unternehmen weiter wachsen und dabei von der weltweiten Präsenz von Eurocopter profitieren. Auch Synergieeffekte seien zu erwarten, hieß es.

Mit dem Engagement in Nordamerika will sich EADS auch gegen die Schwankungen des US-Dollars wappnen. Flugzeuge und Hubschrauber werden in Dollar gehandelt. Weil der europäische Konzern in Euro bilanziert, muss er sonst teure Geschäfte zur Währungsabsicherung betreiben. EADS-Finanzchef Hans Peter Ring hatte Anfang März bekräftigt, in Amerika zuzukaufen. Bis zu zwei Milliarden Euro stünden dafür zur Verfügung.

 

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