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31.07.2013

11:20 Uhr

EADS-Umbau

Enders rüstet ab

Nach dem missglückten Fusionsversuch mit dem britischen Rüstungskonzern BAE verschlankt EADS-Chef Tom Enders die Rüstungssparte und konzentriert sich auf die zivile Luftfahrt. Das erfreut die Aktionäre.

Die Zukunft könnte besser aussehen: EADS-Chef Tom Enders verschlankt den Konzern angesichts der sinkenden Rüstungsausgaben. dpa

Die Zukunft könnte besser aussehen: EADS-Chef Tom Enders verschlankt den Konzern angesichts der sinkenden Rüstungsausgaben.

Paris/DüsseldorfVergangenes Jahr hatte EADS-Chef „Major Tom“ Enders noch große Pläne: Mit dem britischen Rüstungskonzern BAE wollte er einen neuen europäischen Rüstungsriesen schmieden. Groß genug um Boeing und Lockheed Martin bei internationalen Rüstungsaufträgen die Stirn bieten zu können. Nach langem Hin und Her machte am Ende der Großaktionär Deutschland seiner Vision einen Strich durch die Rechnung. Nun backt Enders kleinere Brötchen – und streicht Sparten zusammen. Wie EADS am Mittwoch mitteilte, wird die Zahl der Konzernsparten von vier auf drei reduziert, um das Unternehmen auf mehr Rentabilität zu trimmen.

EADS leidet unter den schrumpfenden öffentlichen Rüstungsetats. Allein die US-Regierung will innerhalb der nächsten zehn Jahre 500 Milliarden Euro im Budget einsparen. Und im russischen und chinesischen Rüstungsmarkt, die bis 2015 ein Drittel der gesamten Rüstungsausgaben auf sich vereinen sollen, dürfen die westlichen Hersteller meist gar nicht mitmischen. Die dortigen Regierungen kaufen meist bei nationalen Rüstungsunternehmen ein. In anderen Wachstumsregionen wie dem Mittleren Osten, Brasilien und Indien wird der Wettbewerb um Marktanteile mit harten politischen Bandagen geführt.

„Was wir heute vorstellen, ist eine Evolution und keinen Revolution“, sagte Enders. „Es ist der nächste logische Schritt in der Entwicklung des Konzerns.“ Die Verteidigungssparte Cassidian, die Raumfahrt-Division Astrium und den Militärtransportflugzeug-Hersteller Airbus Military sollen zusammengelegt werden. Dieser neue Unternehmensteil soll Airbus Defence and Space heißen, von Bernhard Gerwert geführt werden und in München angesiedelt werden. Doch mit der Umstellung dürfte auch am Personal gespart werden,.

Auch die Hubschraubersparte Eurocopter bekommt einen neuen Namen und soll künftig Airbus Helicopters heißen. Der Umbau soll ab dem 1. Januar 2014 schrittweise erfolgen und in der zweiten Jahreshälfte 2014 abgeschlossen werden.

Kommentare (3)

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Michkenntman

31.07.2013, 11:41 Uhr

Das wäre auch bei einer Verschmelzung genau so gekommen ;-)

Aber jetzt fehlt halt das Deckmäntelchen der Umstrukturierung wegen dem Zusammenschluß und dann entstandenen doppelten Kapazitäten...

Enders ist halt eine Marionette der Franzosen und wird noch die Defenseteile den Franzosen komplett überantworten, weil EADS ist leider Konkurrent zu Dassault Aviation, die mit dem Rafale den preiswerteren Flieger baut.

orakel

31.07.2013, 12:43 Uhr

Wer zahlt, schafft an! Geld u. Know How kommen von den Deutschen, und deshalb ist es eine absolute Frechheit, daß die EADS-Zentrale vom bayr. Ottobrunn nach Toulouse kommt.
Wenn das so weitergeht, werden die Franzosen in ein paar Jahren den Konzern komplett kontrollieren, und die Deutschen nichts mehr zu sagen haben.
Konzernchef Thomas Enders ist alles andere als ein Patriot. Vielleicht hat er sich von den Franzosen kaufen lssen, wer weiß.

dl4zaz@gmail.com

31.07.2013, 17:24 Uhr

Marionette der Franzosen - Dassault Konkurrent zu EADS - ist es so schwer sich zu informieren? EADS hält knapp 50% an Dassault. Viel wichtigeres Merkmal bei der Rafale-Auswahl ist die (Flugzeug)Träger-Fähigkeit. Ferner ist die Airbus Group ein Unternehmen, dass sich die Inkompetenz von Angie, Hintze und Co. nicht länger leisten kann. Außerdem nicht weinen - die Airbus Defense Zenrale kommt nach Ottobrunn.

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