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08.10.2012

10:35 Uhr

EADS und BAE

Megafusion wackelt, aber fällt (noch) nicht

Die Gespräche zur Megafusion von EADS mit BAE Systems werden zwar offenbar trotz eines andauernden politischen Streits fortgesetzt. Nun sträubt sich jedoch auch noch der größte BAE-Aktionär gegen den Deal.

Das Logo von EADS: Im Falle einer Fusion mit BAE Systems entstünde ein Branchenprimus mit einem Umsatz von rund 72 Milliarden Euro. dpa

Das Logo von EADS: Im Falle einer Fusion mit BAE Systems entstünde ein Branchenprimus mit einem Umsatz von rund 72 Milliarden Euro.

Berlin/BirminghamDer größte Aktionär des britischen Rüstungsunternehmens BAE Systems hat "deutliche Vorbehalte" gegenüber der geplanten Fusion mit dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS geäußert. Das Investmentunternehmen Invesco Perpetual, das 13,3 Prozent an BAE hält, kritisierte am Montag in einer Stellungnahme die staatlichen Beteiligungen an dem neuen Konzern. Es sei "sehr besorgt" darüber, denn dadurch würden die Zukunft des fusionierten Unternehmens und dessen Chancen vor allem auf dem US-Markt "schwer" beschädigt.

Noch zum Wochenschluss hatte sich ein EADS-Sprecher darum bemüht, die Verhandlungen im positiven Licht darzustellen. "Wir setzen unsere konstruktiven Gespräche mit den Regierungen fort", hieß es von EADS. "Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass wir ein hervorragendes Angebot für Europa gemacht haben." Offen ist allerdings weiterhin die zentrale Frage, wie hoch die Beteiligung einzelner Staaten an einem fusionierten Konzern ausfällt. Der britische Finanzminister George Osborne forderte am Sonntag zudem, die beiden Konzerne müssten garantieren, dass Arbeitsplätze und Investitionen in Großbritannien erhalten blieben. Außerdem müsse die nationale Sicherheit gewährleistet sein. Von diesen Prioritäten werde die britische Regierung ihre Entscheidung abhängig machen.

Am Freitag waren neue Spekulationen aufgekommen, dass das Vorhaben vor dem Scheitern steht. Auslöser war ein entsprechender Bericht von "Spiegel Online", den der britische Rüstungskonzern BAE umgehend zurückwies: Das Geschäft mit EADS sei nicht vom Tisch. Auch im Umkreis der Airbus-Mutter hieß es auf die Frage, ob das Projekt gescheitert sei: "Definitiv nicht." Aus unternehmensnahen Kreisen verlautete, dass es Kräfte in der Regierung gebe, die die Transaktion verhindern wollten.

BAE Systems arbeitet nach eigener Auskunft weiter daran, die von den britischen Behörden gesetzte Frist bis zum kommenden Mittwoch einzuhalten. Bis dann müssen die Unternehmen nach britischem Recht darlegen, ob sie ihre Pläne weiter verfolgen. Dazu brauchen sie aber die Zustimmung der Regierungen in Paris, London und Berlin.

Branchenkreisen zufolge haben diese am Freitag ihre Gespräche ergebnislos abgebrochen. Dies bedeute aber nicht, dass das Ende der Fahnenstange schon erreicht sei. Möglicherweise gehe es aber auf der Ebene, auf der diese Gespräche liefen, nicht mehr weiter. Von deutscher Seite wurden die Verhandlungen mit den anderen Regierungen von Bundeskanzlerin Angela Merkels Wirtschaftsberater Lars-Hendrik Röller geführt.

Kommentare (20)

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MikeM

07.10.2012, 14:56 Uhr

Es wird ablaufen wie immer. Erst wird gestritten und am Ende wird Deutschland voll einknicken. Es darf eben nicht sein, dass D die gleichen Rechte hat wie F.

emilioemilio

07.10.2012, 15:07 Uhr

Doch es darf sein! Muß sein! ...man hat halt keine Regierung in RestDeutschland (BRD) nur Marionetten vom Ausland und vom Kapital gesteuert!

Gast

07.10.2012, 15:09 Uhr

Der nächste Versuch den Deutschen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

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