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12.06.2011

13:16 Uhr

Ehec-Krise

Bauern fordern volle Entschädigung

Mit Almosen wollen sich die deutschen Bauern nicht zufrieden geben. Sie fordern den vollen Ersatz aus der durch die Warnung vor Tomaten, Gurken und Salat entstandenen Verdienstausfälle.

Ein Landwirt im südpfälzischen Weingarten ist gezwungen, seine Ernte mit Blattsalat zu vernichten. Für die Verdienstausfälle wegen der Warnung vor Tomaten, Gurken und Salat fordern die Bauern Entschädigung. Quelle: dapd

Ein Landwirt im südpfälzischen Weingarten ist gezwungen, seine Ernte mit Blattsalat zu vernichten. Für die Verdienstausfälle wegen der Warnung vor Tomaten, Gurken und Salat fordern die Bauern Entschädigung.

BonnLandwirte fordern den vollen Ersatz der im Gemüseanbau durch die Ehec-Krise entstandenen Schäden. „Die Gemüsebauern sind in die Absatzkrise gekommen, weil das Robert-Koch-Institut und die anderen amtlichen Stellen ständig vor dem Verzehr von rohen Tomaten, Gurken und Salat gewarnt haben“, sagte Christoph Nagelschmitz, der Präsident des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauern, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Gemüsebauern seien völlig unverschuldet in eine existenzgefährdende Situation geraten, denn es habe keine Belege für eine Kontamination mit dem Ehec-Erreger gegeben. „Deshalb erwarten wir mit vollem Recht den vollen Ersatz der in der Gemüsewirtschaft entstandenen Schäden“, sagte Nagelschmitz.

Die bislang von der EU vorgeschlagenen 210 Millionen Euro reichten „bei weitem“ nicht aus. Allein in Deutschland werde mit wöchentlichen Schäden von mehr als 30 Millionen Euro gerechnet. An diesem Dienstag ist die Entschädigung Thema bei der EU in Brüssel.

Der Chef der Gemüsebauern im Rheinland sagte, die Branche sei erleichtert, nachdem die Verzehrwarnung für Tomaten, Gurken und Gemüse aufgehoben wurde. Ein Außenstehender könne sich kaum vorstellen, unter welchem Druck die Landwirte wirtschaftlich und psychisch gestanden hätten. „Es war eine furchtbare Situation für uns wie für unsere Mitarbeiter, gesundes, frisches Gemüse vernichten und das Ergebnis unserer Arbeit unterpflügen oder in der Biogasanlage entsorgen zu müssen.“

Von

dpa

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