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11.01.2007

14:13 Uhr

Eilverfahren vor Rotterdamer Gericht

Thyssen-Krupp lässt im Kampf um kanadische Dofasco nicht locker

VonMarkus Hennes

Mit einer Klage vor einem niederländischen Gericht unternimmt der Düsseldorfer Mischkonzern Thyssen-Krupp einen letzten Anlauf, den weltgrößten Stahlproduzenten Mittal Steel doch noch zur Herausgabe von Dofasco zu zwingen. Das kanadische Unternehmen ist ein wichtiger Bestandteil der geplanten Expansionsstrategie des Ruhrkonzerns in Nordamerika.

DÜSSELDORF. Nachdem Thyssen-Krupp im Dezember Klage gegen Mittal Steel eingereicht hatte, findet heute vor einem Gericht in Rotterdam eine Anhörung der Parteien statt. Eine Entscheidung in dem Eilverfahren wird in zehn Tagen erwartet, sagte eine Sprecher von Thyssen-Krupp. Sollte das Gericht im Sinne des Ruhrkonzerns entscheiden, so dürfte dies auch die noch ausstehende Freigabe der US-Wettbewerbsbehörde beeinflussen, erwarten Rechtsexperten. Denn das Department of Justice hat die im Juni vereinbarte Fusion von Arcelor und Mittal Ende bisher noch nicht befürwortet. Die Behörde verlangt, dass der neue Konzern Dofasco wegen seiner dominanten Marktposition abgibt. Nur falls dies nicht möglich sein sollte, wollen die Kartellwächter alternative Verkäufe akzeptieren.

Schon seit mehr als einem Jahr kämpft Thyssen-Krupp um Dofasco. Erst hatte der Konzern Ende 2005 das Nachsehen, als sie der luxemburgische Konkurrent Arcelor mit einem höheren Kaufpreis für die Kanadier ausstach. Doch im Januar 2006 wendete sich das Blatt: Für den Fall, dass Mittal Steel die Übernahme Arcelors gelänge, verpflichtete sich Mittal, Dofasco für 3,8 Mrd. Euro an Thyssen-Krupp zu verkaufen. Wenig später durchkreuzte Arcelor den Plan und übertrug die Dofasco-Aktien an eine niederländische Stiftung. Der Stiftungsvorstand ist weder an die Weisungen von Arcelor noch von Mittal gebunden. Bereits im November lehnte die Stiftung offizielle Aufforderungen von Arcelor und Mittal zur Selbstauflösung ab.

Nach Auffassung niederländischer Juristen, die Thyssen-Krupp in dem Rechtsstreit mit Mittal vertreten, steht einer Selbstauflösung der Stiftung jedoch nichts im Wege. Sollte das Gericht sich dieser Meinung anschließen, müsse Mittal seinen Vertrag mit Thyssen-Krupp erfüllen, hofft man in Düsseldorf.

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