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04.02.2014

12:13 Uhr

Einbruch zum Jahresende

Deutsche Maschinenbauer machen schlapp

Nach Auftragsrückgängen im Dezember liegen die Maschinenbauer auch im Gesamtjahr unter den Vorjahreswerten. Firmen halten sich mit Bestellungen zurück. Der Jahresbeginn lässt nun aber auf anziehende Geschäfte hoffen.

Raus aus dem Loch: 2014 soll nach einem Auftragsrückgang für die deutschen Maschinenbauer besser werden. dpa

Raus aus dem Loch: 2014 soll nach einem Auftragsrückgang für die deutschen Maschinenbauer besser werden.

DüsseldorfEin Nachfrageeinbruch in den Euro-Nachbarländern hat den deutschen Maschinenbauern zum Jahresende einen Dämpfer versetzt. Hatte der November mit einem Orderplus noch für Hoffnung auf bessere Geschäfte gesorgt, sanken im Dezember die Bestellungen wieder um sechs Prozent, wie der Branchenverband VDMA am Dienstag mitteilte.

Vor allem im europäischen Ausland hielten sich die Kunden zurück, so dass die Aufträge um 21 Prozent einbrachen. VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers hofft, dass das lediglich ein Ausreißer war. „Der Dezember sorgt immer mal wieder für Überraschungen“, sagte Wiechers. Jahresabschluss und Betriebsferien könnten ein Rolle gespielt haben und die Aufträge in den Januar verschoben worden sein.

Der VDMA erhalte von den Unternehmen Signale, dass sich die Nachfrage erholt. „Grundsätzlich sollte man ein Monatsergebnis nicht überbewerten. Doch wir hätten uns einen besseren Abschluss für ein ohnehin schwieriges Jahr gewünscht“, so Wiechers. Insgesamt lag im Dezember das Orderminus im Ausland bei vier Prozent, im Inland bei zehn Prozent.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Im Gesamtjahr holten die deutschen Maschinenbauer zwei Prozent weniger Aufträge in ihre Bücher als noch 2012. Inland wie Ausland lagen mit jeweils minus zwei Prozent unter Vorjahresniveau. Wegen der Unsicherheit über die Entwicklung der Weltkonjunktur halten sich die Firmen seit längerem allerorten mit Investitionen zurück. „Die Kunden bestellen kurzfristiger und lieber öfter weniger“, erklärte Wiechers.

„Alle Hoffnungen ruhen nun auf 2014“, betonte der VDMA-Experte. Trotz der insgesamt durchwachsenen Entwicklung erwarten die deutschen Maschinenbauer, zu denen neben mittelständischen Unternehmen auch börsennotierte Konzerne wie Thyssen-Krupp, DMG Mori Seiki (ehemals Gildemeister) oder Gea gehören, in diesem Jahr wieder anziehende Geschäfte. Die Produktion solle um drei Prozent zulegen.

2013 dürfte die Produktion um ein Prozent geschrumpft sein. Damit wäre die als Rückgrat der deutschen Wirtschaft geltende Branche mit knapp einer Million Beschäftigten auf einen Produktionswert von etwa 195 Milliarden Euro gekommen.

Von

rtr

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