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12.02.2014

13:00 Uhr

Einbußen trotz Rekordumsatz

Leoni muss herbe Gewinneinbrüche verkraften

Geld für Altlastensanierung zurücklegen, freigestellte Mitarbeiter auszahlen, neue Werke aufbauen – Kosten, die für sich genommen kein großes Problem wären, verhageln dem Kabelspezialisten Leoni in der Summe die Bilanz.

So groß wie diese versandfertigen Kabeltrommeln bauen sich vor dem Spezialhersteller Leoni aktuell verschiedene Einzelposten zu einem Investitionsungetüm von vier Millionen Euro auf. dpa

So groß wie diese versandfertigen Kabeltrommeln bauen sich vor dem Spezialhersteller Leoni aktuell verschiedene Einzelposten zu einem Investitionsungetüm von vier Millionen Euro auf.

MünchenDer Kabel- und Bordnetzspezialist Leoni hat trotz eines Rekordumsatzes 2013 herbe Gewinneinbußen verbucht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sackte auf rund 163 Millionen Euro ab – das sind 31 Prozent weniger als im Jahr zuvor und auch weniger als die angekündigten 170 Millionen, wie das MDax Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Als Grund, warum das Ziel verfehlt wurde, führten die Nürnberger unerwartete Sondereffekte an: Im Werk Stolberg bei Aachen, wo mehr als 100 Stellen wegfallen, wurde laut einem Sprecher die noch verbliebene Hälfte der betroffenen Mitarbeiter vorzeitig freigestellt. In der Folge hätten Restrukturierungskosten, die für Anfang 2014 eingeplant gewesen seien, schon Ende 2013 zu Buche geschlagen.

Zudem musste Leoni Geld für ein Bauprojekt im fränkischen Roth zurücklegen. Auf einem seit Jahrhunderten bestehenden Werksgelände wird eine neue Fabrik errichtet; vorher müssen die Böden von Altlasten gereinigt werden, die etwa bei der Galvanik anfallen, mit der Drähte mit Silber oder mit Nickel beschichtet werden. Insgesamt summierten sich die Einmaleffekte den Angaben zufolge auf etwa vier Millionen Euro. Der Jahresüberschuss des Konzerns schrumpfte um fast ein Drittel auf rund 106 Millionen Euro zusammen. An der Börse fielen die Leoni-Titel zu Handelsbeginn um 3,2 Prozent.

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ANALYSE-FLASH: Goldman senkt Leoni auf 'Neutral' - Ziel 57 Euro

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat Leoni von "Buy" auf "Neutral" abgestuft und das Kursziel auf 57 Euro belassen. Das Potenzial bis zu seinem Kursziel betrage nun nur noch fünf Prozent, begründete Analyst Stephan Pütter seine Abstufung in einer Studie vom Montag. Es gebe im europäischen Automobilsektor nun bessere Chancen. Mit einem hiesigen Umsatzanteil von 62 Prozent sieht er Leoni unter den größten Profiteuren einer Absatzerholung in Europa. Dies sei aber mittlerweile im Kurs eingepreist.

Beim Umsatz übertraf Leoni mit 3,92 Milliarden Euro den angepeilten Vorjahreswert von 3,8 Milliarden Euro. Der Zulieferer, der den Löwenanteil seines Geschäfts mit der Fahrzeugindustrie erzielt, verwies darauf, dass auch im vierten Quartal die Nachfrage aus der Autobranche hoch gewesen sei. Der Kabelspezialist will sich künftig noch stärker auf die Fahrzeugbranche konzentrieren und verstärkt Bau- oder Landmaschinenhersteller als Kunden gewinnen.

Für 2014 bekräftigte Leoni das Ziel, den Umsatz auf rund 4,1 Milliarden Euro zu steigern. Die hohen Investitionen in neue Projekte sollen sich nach und nach auszahlen. Im laufenden Jahr soll der Gewinn überproportional zulegen. Konkretes will das Management auf der Bilanzpressekonferenz am 25. März bekanntgeben. Leoni bekräftigte zudem den Plan, bis 2016 den Gewinn auf rund 350 Millionen Euro mehr als zu verdoppeln. Der Umsatz soll dann die Schwelle von fünf Milliarden Euro überspringen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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12.02.2014, 17:10 Uhr

Ein Beispiel für die derzeitige Schrottrallye ist die Aktieentwicklung von Leoni. Ein 4 Mrd. Konzern der keine 100 Mio. € Reingewinn im langjährigen Mittel ausweist, ist wie ein Fähnchen im Wind. Der nächste Wirtschaftssturm weht den Laden einfach so fort - keine Reserven. Kein Wunder bei den lendenlahmen Produkten aus Tunesien.

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