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02.10.2012

13:36 Uhr

Einheitliche Fahrzeuge

Ford strebt nach dem „Weltauto“

Von der Heckleuchte bis zum hinteren Fenster: Der Autobauer Ford will sich weltweit ein einheitliches Gesicht geben. Mit dem Facelift will das Unternehmen nicht zuletzt der Autokrise in Europa trotzen.

Die Präsentation des Ford Mondeo auf dem Pariser Autosalon. Reuters

Die Präsentation des Ford Mondeo auf dem Pariser Autosalon.

StuttgartDer Autobauer Ford will dem schwächelnden Europa-Geschäft mit einer Stärkung seiner Marke begegnen und weltweit einheitliche Autos anbieten. „Wir geben unseren Produkten global, also weltweit, eine Designsprache und auch eine Designumsetzung“, kündigte der Chef von Ford Deutschland, Bernhard Matthes an. „Das heißt, die Fahrzeuge, die wir in Asien verkaufen, haben die gleichen Designelemente wie die in Europa und Amerika.“ Unterschiedliche Optik in verschiedenen Regionen habe in der Vergangenheit zu Verwirrung beim Kunden geführt.

Der Konzern rechnet für sein Europa-Geschäft in diesem Jahr mit mehr als einer Milliarde US-Dollar (775 Millionen Euro) Verlust. Zuletzt hatte Ford ein Abfindungsprogramm für Mitarbeiter an allen europäischen Standorten aufgelegt und die Kurzarbeit in seinem Kölner Werk ausgeweitet.

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Die Stärkung der Marke ist Matthes zufolge Teil eines Drei-Säulen-Programms, das sowohl Einsparungen als auch die Entwicklung neuer Produkte umfasst. Neben einem einheitlichen Design setzt Ford unter anderem auch auf neue Technologien.

„Bekannt ist die Marke“, sagte Matthes. Wenn es aber darum gehe, „sich dieser Marke hinsichtlich einer Kaufentscheidung zu nähern“, habe Ford schlechtere Werte als manch anderer Volumenhersteller.

Die größten Autohersteller in den USA

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in den USA abgeschnitten haben. (Daten: 2. Quartal 2012)

Platz 10

BMW - 83.000 verkaufte Fahrzeuge

Die USA gehören für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Doch im Vergleich zum Vorjahr konnte der Absatz im zweiten Quartal nur um fünf Prozent zulegen.

Platz 9

Kia- 151.000 verkaufte Fahrzeuge

Währen die Koreaner in anderen Weltregionen stark wachsen, ist das Wachstum in den USA eher moderat. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge stieg im Jahresvergleich um sieben Prozent.

Platz 8

Volkswagen - 151.000 verkaufte Fahrzeuge

Während die Wolfsburger weltweit zu den größten Autoherstellern zählen, haben sie auf dem amerikanischen Markt noch einen großen Abstand zur Spitze. Immerhin konnte der Absatz im Jahresvergleich um 28 Prozent zulegen.

Platz 7

Hyundai - 193.000 verkaufte Fahrzeuge

Sieben Prozent mehr Fahrzeuge konnten die Koreaner im zweiten Quartal verkaufen. In den USA bewegen sie sich auf einem Mittelfeldplatz.

Platz 6

Nissan - 255.000 verkaufte Fahrzeuge

In den USA erholen sich die Japaner von ihrer Absatzschwäche. Mit einem Wachstum von 16 Prozent festigen sie ihre Position unter den größten Herstellern in den USA.

Platz 5

Chrysler - 436.000 verkaufte Fahrzeuge

Kein US-Hersteller legte im abgelaufenen Quartal so stark zu wie Chrysler. Die Fiat-Tochter schmälert mit einem Wachstum von 24 Prozent die Sorgen ihres angeschlagenen Mutterkonzerns Fiat.

Platz 4

Honda - 450.000 verkaufte Fahrzeuge

Zurück in der Spitzengruppe. Mit einem Wachstum von 100 Prozent melden sich die Japaner eindrucksvoll zurück. 45 Prozent der Produktion werden mittlerweile in den USA verkauft.

Platz 3

Toyota - 559.000 verkaufte Fahrzeuge

Das Ziel ist klar: Der weltgrößte Autohersteller der Welt will auch im amerikanischen Markt zurück auf die Spitzenplätze. Mit einem Wachstum von 47 Prozent im zweiten Quartal wurde der Abstand auf die US-Hersteller verkürzt.

Platz 2

Ford - 576.000 verkaufte Fahrzeuge

Im Heimatmarkt machen die US-Amerikaner fast 42 Prozent ihres Umsatzes. Umso besser, dass dort die Verkäufe wieder anziehen. Ford kommt auf ein Wachstum von fünf Prozent.

Platz 1

General Motors - 707.000 verkaufte Fahrzeuge

Detroit bleibt die Wiege der amerikanischen Autoindustrie - und General Motors führend im Heimatland. Mit einem Wachstum von sechs Prozent konnte der Vorsprung im zweiten Quartal sogar leicht ausgebaut werden.

Der Schritt hin zu einheitlichen Modellen soll das ändern: „All die Dinge, die markenprägend vom Design her sind, die werden wir weltweit umsetzen“, kündigte Matthes an. Die Spanne reiche von der Gestaltung der Heckleuchte bis zum hinteren Fenster.

„Gegen das Weltauto ist überhaupt nichts zu sagen, wenn alles stimmt“, sagte er. „Wenn die Qualität stimmt, die Technologie stimmt, Marke und Design sich wirklich entsprechen. Da sind wir auf einem sehr guten Weg.“

Die besten Autokonzerne im US-Qualitätsranking

Platz 20

Lincoln (USA)

Die Nobeltochter von Ford schneidet ebenfalls besser ab als der Mutterkonzern. Mit 107 Beschwerden auf 100 Neuwagen ist die Qualität aber immer noch weit von der Spitze entfernt.

Platz 19

Kia (Korea)

Die Koreaner gehören zu den am stärksten wachsenden Autokonzernen der Welt. In der Qualität schlägt sich das bisher noch nicht nieder. 107 Beschwerden auf 100 Neuwagen lassen noch viel Luft nach oben.

Platz 18

Hyundai (Korea)

Auch der koreanische Mutterkonzern von Kia kommt im US-Qualitätsranking auf einen Mittelfeldplatz. 107 Beschwerden auf 100 Neuwagen sind unterdurchschnittlich.

Platz 17

Buick (USA)

Die goldenen Zeiten der General-Motors-Tochter liegen in der Vergangenheit. Auch im US-Qualitätsranking ist die Marke Mittelmaß. 106 Beschwerden auf 100 Neuwagen sind nahe dem Durchschnitt.

Platz 16

Audi (Deutschland)

Von den drei deutschen Premiumherstellern schneidet die Marke aus Ingolstadt am schlechtesten ab. Das Ergebnis ist mit 105 Beschwerden auf 100 Neuwagen sogar leicht unterdurchschnittlich.

Platz 15

Chevrolet (USA)

International will GM die Marke massiv ausbauen. In den Augen der US-Verbraucher hat die Marke eine mittelmäßige Qualität. Sie kommt auf 100 Beschwerden auf 100 Neuwagen.

Platz 14

Ram (USA)

Die Chrysler-Tochter ist ein Ableger des berühmten Dodge-Modells Ram. Erstaunlicherweise schneidet die Marke im Qualitätsranking aber deutlich besser ab. 99 Beschwerden auf 100 Neuwagen reichen für das obere Drittel.

Platz 13

Nissan (Japan)
Mit dem Nissan Leaf gehörten die Japaner zu den ersten Autoherstellern, die in den USA ein reines Elektroauto an den Start brachten. Im Qualitätsranking verpassen sie die Top Ten mit 99 Beschwerden auf 100 Neufahrzeuge nur knapp.

Platz 12

GMC (USA)

Die US-Geländewagen drängen auf den europäischen Markt. Die US-Verbraucher schätzen die GM-Tochter für ihre Qualität. Sie kommt ebenfalls auf 99 Ausfälle auf 100 Neuwagen.

Platz 11

Mazda (Japan)

Einst führte der US-Hersteller die Japaner aus der Krise. In der Qualität führen sie mittlerweile den Retter vor. Mit 97 Beschwerden auf 100 Neuwagen verpassen sie einen einstelligen Platz nur knapp.

Platz 10

BMW (Deutschland)

Die Münchener gehören zu den großen Gewinnern im diesjährigen Qualitätsranking und machen vier Plätze gut. Mit 97 Problemen auf 100 Neufahrzeuge schaffen sie erstmals den Sprung in die Top Ten.

Platz 9

Mercedes-Benz (Deutschland)

Der große Konkurrent Mercedes gehört dagegen zu den den großen Verlierern, auch wenn der Platz in der Top Ten verteidigt werden konnte. Im Ranking rutschen die Stuttgartern mit 96 Beschwerden von vierten auf den neunten Platz ab.

Platz 8

Toyota (Japan)

Auch den Japanern eilt der Qualitätsruf voraus. Zurecht, wie das Ranking zeigt. 88 Probleme auf 100 Neuwagen sind ein Wert, der deutlich besser ist als der Durchschnitt.

Platz 7

Infiniti (Japan)

Auf dem europäischen Markt hat Nissans Nobelmarke keine Chance, in den USA kommt die Marke besser ins Rollen. 84 Probleme auf 100 Neuzulassungen sind ein Spitzenwert.

Platz 6

Acura (Japan)

Auch die in Europa eher unbekannte Nobelmarke von Honda schneidet im Ranking gut ab. Sie kommt ebenfalls auf 84 Probleme bei 100 Neuwagen.

Platz 5

Honda (Japan)

Der zweitbeste asiatische Autohersteller im Ranking ist auch einer der führenden Motorenhersteller. Die US-Verbraucher bewerten die Modelle als sehr zuverlässig. Auf 100 Neuwagen kommen nur 83 Probleme.

Platz 4

Cadillac (USA)

Die GM-Tochter ist der härteste Wettbewerber der Ford-Tochter Lincoln, schneidet im Qualitätsvergleich aber deutlich besser ab. 80 Ausfälle pro 100 Neuwagen sind ein Wert, mit dem Cadillac das Treppchen nur knapp verpasst.

Platz 3

Porsche (Deutschland)

In Zuffenhausen können die Korken knallen. Der Sportwagenbauer ist erneut die beste deutsche Marke im Qualitätsranking und verpasst die Spitze nur knapp. 75 Probleme pro 100 Neuwagen sind ein sehr guter Wert.

Platz 2

Jaguar (Großbritannien)

Die britische Traditionsmarke gehört mittlerweile zum indischen Autobauer Tata Motors. Auf die Qualität hat das offenbar keine Auswirkungen. 75 Ausfälle pro 100 Neuwagen reichen für einen Platz an der Spitze.

Platz 1

Lexus (Japan)

Die Krone im Qualitätsranking geht an die Nobeltochter von Toyota. Keine Marke schneidet bei den US-Verbrauchern besser ab. 73 Beschwerden auf 100 Neuwagen liegen deutlich unter dem Durchschnitt.

In den nächsten Jahren will Ford ihm zufolge auf dem europäischen Markt 15 Fahrzeuge im Angebot haben, „die auf globalen Plattformen“ basieren. So sollen künftig rund 80 Prozent der Teile quer durch die Modellreihen gleich sein.

Von

dpa

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