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13.06.2012

18:55 Uhr

Einigung mit Opel

GM rettet Bochum wohl nur bis ins Jahr 2016

Der Autobauer Opel will seine Sanierung zunächst ohne Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland vorantreiben. Die Arbeiter in Bochum können aber wohl nur vorerst aufatmen.

Eine Mitarbeiterin im Opel-Werk in Bochum. dpa

Eine Mitarbeiterin im Opel-Werk in Bochum.

Bochum/DetroitGnadenfrist für die Opelaner in Bochum, aber keine Rettung: Der defizitäre Autobauer Opel will seine Sanierung zunächst ohne Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland vorantreiben. Auch das Werk in Bochum solle zumindest so lange erhalten bleiben, bis die aktuelle Zafira-Fertigung dort Ende 2016 ausläuft, teilten die Adam Opel AG, der Betriebsrat und die IG Metall am Mittwoch nach monatelangen Verhandlungen mit. Zuletzt war spekuliert worden, das Werk könne dem Rotstift schon früher zum Opfer fallen, wenn der Standortsicherungsvertrag Ende 2014 ausläuft

Zunächst verständigten sich Arbeitnehmer und Management nur darauf, gemeinsam eine Lösung zu suchen. Die Details wollen Geschäftsleitung, IG Metall und die Betriebsräte der deutschen Standorte in den kommenden Wochen klären. Der Opel-Vorstand will den detaillierten Plan am 28. Juni im Aufsichtsrat vorstellen.

Das jahrelange Ringen von Opel

2001

Der erfolglose Opel-Vorstandschef Robert Hendry muss das Handtuch werfen. Sein Nachfolger Carl-Peter Forster versucht, mit dem europaweit angelegten „Restrukturierungsprogramm Olympia“ die Tochter des US-Autobauers General Motors (GM) wieder profitabel zu machen.

2004

GM legt im Oktober einen drastischen Sparplan für die europäische Tochter vor, der den Abbau von 12.000 Arbeitsplätzen vorsieht - davon bis zu 10.000 in Deutschland. Die Arbeiter im Bochumer Werk legen aus Protest spontan die Arbeit nieder.

2005

Der Betriebsrat und das Opel-Management unterschreiben einen „Zukunftsvertrag“, der die Existenz der Werke in Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern bis 2010 sichern soll.

2008

Nach Absatzeinbruch und massiven Verlusten bittet Opel als erster deutscher Autohersteller den Staat um Hilfe. Eine Bürgschaft von Bund und Ländern soll das Unternehmen stützen.

2009

Um nicht in den Strudel der GM-Insolvenz zu geraten, arbeitet Opel an einem Konzept zur Trennung von dem schwer angeschlagenen Mutterkonzern. Zwei Tage vor der GM-Pleite am 1. Juni einigen sich Bund, Länder, GM und das US-Finanzministerium nach langem Poker mit dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna auf ein Rettungskonzept. Im November beschließt GM, Opel doch zu behalten.

2010

Der als harter Sanierer bekannte Nick Reilly wird Opel-Chef. Im Zuge seines Sanierungskurses macht Opel im Oktober das Werk im belgischen Antwerpen mit einst 2500 Beschäftigten dicht. Von den 48.000 Stellen in Europa werden insgesamt 8000 abgebaut.

2011

Der bisherige GM-Chefentwickler Karl-Friedrich Stracke löst Reilly ab, der Chef des GM-Europageschäfts wird. Im zweiten Quartal verzeichnet Opel erstmals seit Jahren wieder einen Gewinn. Im dritten Quartal rutscht der Autobauer aber zurück in die roten Zahlen.

2012

Während GM in Nordamerika einen Rekordgewinn einfährt, verbucht der Konzern in Europa einen Verlust von mehreren hundert Millionen Euro. Das Europageschäft besteht überwiegend aus Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall.

Bei den Gesprächen wollen die Arbeitnehmer erreichen, dass betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2016 und damit zwei Jahre länger als bisher ausgeschlossen und der Tarifabschlusses 2012 umgesetzt wird, wie es hieß. „Teil dieser Gespräche ist auch eine Lösung, wonach das Opel-Werk in Bochum nicht wie allgemein erwartet Anfang 2015 geschlossen würde, sondern die Zafira-Produktion bis zum Auslauf in Bochum verbliebe.“

Im Gegenzug will das Unternehmen erreichen, dass das Werk in Bochum mit zur Zeit 3200 Beschäftigten nach 2016 geschlossen wird, um Überkapazitäten abzubauen. „Gegenstand der Gespräche wird auch die Planung der Geschäftsleitung sein, unter den gegenwärtigen ökonomischen Rahmenbedingungen und zukünftigen Marktaussichten keine weitere Produktallokation für Bochum nach Auslauf des jetzigen Zafira vorzusehen.“

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Auf der Hauptversammlung klagt General Motors wieder über die kranke Tochter Opel. Dabei ist das Drama um den deutschen Patienten hausgemacht. Die US-Konzernmutter hat sieben Kardinalsfehler zu verantworten.

Opel hatte bereits im Mai mitgeteilt, dass aus Kostengründen die nächste Generation des Massenmodells Astra nicht mehr in Rüsselsheim, sondern nur noch im polnischen Gleiwitz und in Ellesmere Port vom Band rollt. Deswegen hatten Arbeitnehmervertreter befürchtet, dass die Fertigung des Familienvans Zafira in Bochum von 2015 an auf die freigewordenen Kapazitäten in Rüsselsheim verlagert wird. Dies hätte das Aus für Bochum 2015 bedeutet.

Kommentare (3)

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Kritiker

13.06.2012, 18:14 Uhr

Ach wen wunderts auch. GM-Opel ist sehr gut aufgestellt. Deswegen steht GM-Opel seit Jahrzehnten ganz oben und VW hinkt hinterher. Die Porsche Übernahme war auch ein riesen Fehler, den wir Steuerzahler ausbügeln dürfen. Ich habe noch nie so viele falschen Berichte wie über GM Opel gelesen. Aber glauben sie mir mit Lügengeschichten helfen sie den deutschen Autokonzernen auch nicht. Opel verkauft mehr Autos in Europa als VW in den USA.

Andreas

13.06.2012, 23:17 Uhr

"Opel verkauft mehr Autos in Europa als VW in den USA."
....ja, und nachts is bekanntlich kälter als draußen.
Nicht zu vergessen, dass Opel schon allein in Deutschland mehr Autos verkauft als VW in ganz Rüsselsheim.
Nur hat das natürlich außer uns beiden noch keiner gemerkt. Egal, hauptsache wir wissen bescheid.

Schredder

14.06.2012, 00:54 Uhr

++++ „Unglaublich!“ ++++

++++ „Aber Wahr!“ ++++

++ „Die Grünen Hassen Deutschland“ ++

+++ „Sie haben Sticker gegen Deutschland drucken lassen!“ +++

++++ Wie „Perfide“ ++++

>>>>>>ENTDECKT bei Welt online<<<<<<

Welt online 13. Jun. 2012 18:26

Grüne stolpern über ihren Anti-Patriotismus-Sticker

Die Junge Union (JU) ist empört über einen Anti-Patriotismus-Aufkleber im Online-Shop der Grünen Jugend. "Es gibt viele Gründe, auf unser Vaterland stolz zu sein", erklärten die JU-Chefs.

Die Grüne Jugend stößt eingefleischte Deutschland-Fans mit einem Anti-Patriotismus-Aufkleber vor den Kopf. Der Sticker habe schon zu Hass-Mails an die Geschäftsstelle geführt, erklärte eine Sprecherin

http://www.welt.de/politik/deutschland/article106583936/Gruene-stolpern-ueber-ihren-Anti-Patriotismus-Sticker.html

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