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14.02.2012

21:00 Uhr

Einigung mit TUI

Hamburg erwirbt weitere Hapag-Lloyd-Anteile

Nach wochenlangen Verhandlungen mit TUI erwirbt die Stadt Hamburg weitere Anteile an Deutschlands größter Reederei Hapag-Lloyd. Der TUI-Aufsichtsrat gab am Dienstag grünes Licht. Das kam bei den Anlegern gut an.

Die Stadt Hamburg sichert sich weitere Anteile an Deutschlands größter Reederei Hapag-Lloyd. dpa

Die Stadt Hamburg sichert sich weitere Anteile an Deutschlands größter Reederei Hapag-Lloyd.

HamburgDer Ausstieg des Touristikkonzerns TUI aus Deutschlands größter Reederei Hapag-Lloyd zieht sich länger hin als erwartet. Der Reisekonzern vereinbarte mit dem Albert-Ballin-Konsortium um die Stadt Hamburg und den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne den Verkauf von weiteren 17,4 Prozent an der weltweit fünftgrößten Containerreederei, bleibt mit 22 Prozent vorerst aber drittgrößter Eigner.

Die Hansestadt steigt mit 37 Prozent zum größten Aktionär auf. Das in Hamburg 1847 gegründete Unternehmen begrüßte die Einigung: „Das ist eine gute Lösung, weil Hapag-Lloyd nun noch fester mit Hamburg und seinem Hafen verbunden ist“, erklärte Vorstandschef Michael Behrendt.

TUI-Chef Michael Frenzel kann den Aktionären nun auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Hannover einen wichtigen Erfolg vermelden. Der Aufsichtsrat gab am Dienstag grünes Licht für den zuvor mit den Miteignern in wochenlangen Verhandlungen vereinbarten Kompromiss. Der sieht zunächst in mehreren Schritten die Auflösung des Hybridkapitals von 350 Millionen vor, das TUI Hapag-Lloyd im Krisenjahr 2009 zur Verfügung gestellt hatte. Davon werden 250 Millionen Euro durch eine Kapitalerhöhung bei Hapag eingebracht.

Dadurch erhöht sich der TUI-Anteil zunächst leicht auf 39,5 Prozent. Bis Ende Juni kauft das Konsortium dann von dem Reisekonzern für 475 Millionen Euro 17,4 Prozent der Hapag-Lloyd-Aktien. Davon schultert die Hansestadt 420 Millionen Euro, deren Anteil steigt damit auf 37 Prozent. Kühnes Beteiligung erhöht sich auf 18,2 Prozent.

Kühne erklärte, die nun erreichten Gesellschafterverhältnisse trügen dazu bei, die Unabhängigkeit von Hapag-Lloyd zu sichern. Karl Gernandt, Verwaltungsratspräsident von Kühne + Nagel und ein enger Vertrauter des Hamburger Logistikunternehmers, bezeichnete die Einigung als faire Lösung für alle Seiten. „Wir werden uns als langfristige Investoren für die weitere Stabilisierung der Hapag-Lloyd AG verantwortlich fühlen.“

Von den übrigen vier Hapag-Aktionären, die ebenfalls dem Albert-Ballin-Konsortium angehören, wollen lediglich die beiden Versicherer Signal Iduna und Hanse Merkur weitere Aktien übernehmen. Die HSH Nordbank und die von der Warburg-Bank beratenen Investoren lassen ihre Beteiligungen verwässern. Das Konsortium, das einst gegründet worden war, um einen Verkauf der Traditionsreederei an den Rivalen NOL aus Singapur zu verhindern, hält damit künftig 79 Prozent an Hapag-Lloyd.

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