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21.01.2005

21:04 Uhr

Einigung mit zwei Banken

Rettung für Walter Bau in Sicht

Die Rettungsbemühungen für den angeschlagenen Baukonzern Walter Bau sind deutlich vorangekommen.

10 000 Jobs sind bei Walter Bau in Gefahr. Foto: dpa

10 000 Jobs sind bei Walter Bau in Gefahr. Foto: dpa

HB BERLIN/AUGSBURG. Bei Gesprächen, an denen auch Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) teilgenommen habe, seien Einigungen mit der Bankgesellschaft Berlin und dem Kreditversicherer Cofas erzielt worden, sagte Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu am Freitagabend in München der dpa. Beide sind Mitglieder des Finanz-Konsortiums von Walter Bau. „Hier ist man ein gutes Stück weitergekommen. Ich hoffe auf eine zeitnahe Lösung“, sagte Wiesheu.

Auch die Landesbank Rheinland-Pfalz ist bereit, dem Sanierungsplan zuzustimmen. «Wir werden nicht diejenigen sein, die die Sache scheitern lassen», sagte ein Sprecher der Landesbank Rheinland-Pfalz der «Welt» von Sonnabend. Das Mainzer Institut lehnte Medienberichten zufolge bislang das Konzept ab.

Dem Sanierungskonzept des Walter-Bau-Vorstands müssen alle 27 Mitglieder des Konsortiums zustimmen. Zunächst hatten sich mehrere Finanzierer dagegen ausgesprochen. Der Bankgesellschaft wurde in Bankenkreisen stets eine Schlüsselrolle in der Walter-Krise zugewiesen. Dem Vernehmen nach stehen nun noch Einigungen mit der ABN Amro und der Landesbank Rheinland-Pfalz aus. An den Verhandlungen ist mittlerweile auch der ehemalige Vorstandschef der Dresdner Bank, Bernd Fahrholz, beteiligt. Fahrholz sei vom Walter-Bau-Vorstand gebeten worden, um Unterstützung für das vorgelegte Sanierungskonzept für den Konzern zu werben, bestätigten Unternehmenskreise. Fahrholz ist seit Oktober Partner der Münchner Sozietät Nörr Stiefenhofer Lutz. Ein neuer Termin für Gespräche wurde nicht bekannt.

10 000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel

Das Sanierungskonzept sieht neben dem Verkauf der Bautechnik- Tochter DSI auch die Streichung von nochmals 400 Arbeitsplätzen und eine deutliche Reduzierung des Inlandsgeschäfts vor. Einzelnen Banken waren die Einsparungen nicht weit genug gegangen, andere hatten den Verkauf der profitablen Tochter DSI. Auch die „Süddeutsche Zeitung“ (Samstagausgabe) berichtete, die Bundesregierung und Bayerns Landesregierung hätten ihren Einsatz für Walter Bau verstärkt. Von den Bürgschaften für Bauprojekte (Avale) in Höhe von insgesamt 1,5 Milliarden Euro stelle die Berliner Bank 60 bis 70 Millionen Euro.

Von einer Insolvenz bei Walter Bau wären rund 10 000 Arbeitsplätze bei dem Konzern betroffen. Hinzu kämen nach Einschätzung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie noch einmal ebenso viele bedrohte Stellen in der gesamten Branche. „An den Großen hängt bei uns immer eine ganze Kette von Subunternehmern und Zulieferern“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Michael Knipper, der „Netzeitung“. Eine genaue Zahl bedrohter Jobs lasse sich zwar nur schwer vorhersagen, als Faustregel gelte aber, dass bei einer Großpleite in der Branche „die doppelte Anzahl an Arbeitsplätzen bei kleineren Firmen zusätzlich verloren geht“, sagte Knipper.

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