Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.10.2016

10:30 Uhr

Einladung zum Parteitag

Zetsche will die Grünen nicht bekehren

VonChristoph Kapalschinski

Trotz der Kritik aus dem Linksflügel hält Daimler-Chef Dieter Zetsche an seinem Plan fest, beim Parteitag der Grünen in Stuttgart zu sprechen. Dort will er nicht bekehren, sondern eine Botschaft vermitteln – und ein Lob.

Der Daimler-Chef hat Ende September beim Pariser Autosalon die neuen Elektro-Autos vorgestellt. Reuters

Dieter Zetsche

Der Daimler-Chef hat Ende September beim Pariser Autosalon die neuen Elektro-Autos vorgestellt.

HamburgDer Chef des Autokonzerns Daimler, Dieter Zetsche, hält trotz Kritik von Parteilinken an seinem geplanten Auftritt auf dem kommenden Grünen-Parteitag fest. „Ich werde aber nicht zu dem Parteitag fahren im dem Irrglauben, ich könne dort bekehren oder gar extreme Positionen ins Gegenteil verkehren“, sagte der Manager am Dienstagabend vor dem Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten.

Parteichef Cem Özdemir hatte Zetsche zu dem Parteitreffen in Stuttgart eingeladen. Die Einladung kommt zu einem brisanten Zeitpunkt: Der Bundesrat hat gerade die EU aufgefordert zu prüfen, ob ab 2030 nur noch emissionsfreie Autos zugelassen werden können. „Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Da ist es gut, wenn Vorschläge auch extreme Positionen einnehmen können“, sagte Zetsche.

Daimler: Betriebsrat befürchtet Jobverluste durch E-Autos

Daimler

Betriebsrat befürchtet Jobverluste durch E-Autos

Elektrifizierung, Digitalisierung, autonomes Fahren: Die Autobranche befindet sich im Umbruch. Um den Anschluss nicht zu verlieren, will Daimler eine Elektroauto-Offensive starten. Der Betriebsrat befürchtet Jobverluste.

Er wolle jedoch Elektroautos nicht durch Verbote von Verbrennungsmotoren, sondern durch wirtschaftliche Vorteile am Markt durchsetzen. Dazu wolle Daimler die elektrischen Antriebe so günstig machen, dass sie wirtschaftlicher als klassische Motoren seien. „Es hat mit unserer Marktwirtschaft relativ wenig zu tun, Kundenverhalten und Herstellung vorzugeben“, kritisierte er den Vorstoß, der auch bei Teilen der Grünen auf Kritik stoße.

Zugleich lobte er die Partei. Der Einfluss der Grünen auf die Bundespolitik in den vergangenen Jahrzehnten habe „mit Sicherheit der Bundesrepublik gut getan“, sagte der Manager.

Er betonte, Daimler wolle bei Elektro-Mobilität einer der führenden Anbieter werden. Zetsche hat seinem Konzern dazu ein eigenes E-Auto-Programm verordnet: Bis 2025 sollen zehn elektrische Modelle im Angebot sein. Bis zu einem Viertel des Daimler-Absatzes könne dann elektrisch sein, meinte Zetsche.

In den Jahren 2020 bis 2025 werde der Preis für die Antriebe auf ein wettbewerbsfähiges Niveau sinken, sagte er. Die größte Kohlendioxid-Einsparung werde jedoch zunächst noch von mehr Effizienz bei klassischen Antrieben ausgehen. „Wir können die Weiterentwicklung der Verbrennungsmotoren nicht einstellen“, sagte er. Staatsbeihilfen zur Entwicklung von E-Motoren lehnte er ab. Allerdings sei die beschlossene Förderung der Lade-Infrastruktur mit 300 Millionen Euro sowie eine gesetzliche Regelung der Rahmenbedingungen sinnvoll. Zur wenig genutzten Prämie beim Kauf von E-Autos sagte Zetsche, diese mache offensichtlich keinen Unterschied. Allerdings fielen ja auch kaum Kosten an, wenn nur wenige diese Förderung in Anspruch nehmen.

Zetsche sagte, Daimler wolle zugleich die Entwicklung von selbstfahrenden Autos vorantreiben. „Wir wissen aber auch, dass Google zum Beispiel schon weiter ist.“ Daimler müsse dabei darauf achten, eine eigene Kundenbeziehung zu haben, um nicht wie der Apple-Zulieferer Foxconn ohne eigene starke Marke zu enden. Apple forsche zwar auch zum Thema Mobilität, hat aber wohl kein klares Ziel. „Apple weiß heute noch nicht, was sie mit Autos machen wollen, obwohl sie größere Ressourcen einsetzen“, mutmaßte Zetsche.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Riesener Jr.

12.10.2016, 12:20 Uhr

Artikel: "Der Einfluss der Grünen auf die Bundespolitik in den vergangenen Jahrzehnten habe „mit Sicherheit der Bundesrepublik gut getan“, sagte der Manager." Richtig wäre wohl: "...vor ein paar Jahrzehnten..."

Mittlerweile fügen die Grünen nicht nur dem Land und den Menschen sondern auch der Umwelt massive Schäden zu. Besonders verheerend ist die "grüne" Energiepolitik:

Biogas: gigantische Monokulturen mit Mais (fast 100x100 km)
Bioethanol: gigantische Monokulturen mit Raps (über 100 x 100 km)
Windkraft: Tausende Betonklötze mitten in der Landschaft
Braunkohle: Dieser Dreck wurde und wird noch verschont, weil man unbedingt aus der sauberen Kernenergie aussteigen wollte.
Solarenergie: Ohne Batterien sinnlos - mit Batterien umweltschädlich

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×