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31.01.2008

14:55 Uhr

Einmalkosten drücken Ergebnis

Gewinnrückgang bei Astra Zeneca

Einmalkosten und die zunehmende Konkurrenz für Schlüsselmedikamente haben beim Pharmariesen Astra Zeneca im vergangenen Jahr das Ergebnis gedrückt. Pro Aktie sank der Gewinn um drei Prozent.

HB LONDON. Einmalkosten und die zunehmende Konkurrenz für Schlüsselmedikamente haben beim Pharmariesen Astra Zeneca im vergangenen Jahr das Ergebnis gedrückt. Der Vorsteuergewinn ging 2007 binnen Jahresfrist um sieben Prozent auf 7,98 Mrd. Dollar zurück, teilte das britisch-schwedische Unternehmen am Donnerstag mit.

Pro Aktie sank der Gewinn um drei Prozent auf 3,74 Dollar. Damit erfüllte der Konzern zwar die Erwartungen der Analysten. An der Börse konnte Astra Zeneca mit seiner Jahresbilanz aber nicht punkten. Der Kurs der Aktie büßte in London 1,65 Prozent auf 2085 Pence ein.

Konzernchef David Brennan betonte: "In großen Märkten waren die Umsätze von Schlüsselprodukten robust, und wir haben kräftiges Wachstum in den Schwellenländern erzielt." Konzernweit setzte das Unternehmen im vergangenen Jahr 29,56 Mrd. Dollar um, ein Plus von zwölf Prozent zum Vorjahr.

Für dieses Jahr prognostizierte Brennan einen Kerngewinn je Aktie von 4,40 bis 4,70 Dollar. 2007 lag diese Kennziffer bei 4,38 Dollar. Sie enthält weder Restrukturierungskosten noch Belastungen im Zusammenhang mit der 2007 übernommenen US-Biotechfirma MedImmune.

Astra Zeneca war im vergangenen Jahr nach einer Reihe von Entwicklungsrückschlägen auf Einkaufstour gegangen. So hatte der Konzern MedImmune für rund 15,6 Mrd. Dollar übernommen, um seine Pipeline an neuen Präparaten aufzufüllen. Um sich noch stärker auf Rendite zu trimmen und Kosten zu senken, hatte Astra Zeneca zudem ein umfangreiches Sparprogramm aufgelegt, mit dem mehr als zehn Prozent der rund 70 000 Stellen wegfallen sollen. In Deutschland hatte Astra Zeneca dabei den Umbau von Produktion und Vertrieb eingeleitet.

Die Restrukturierungsvorhaben verliefen nach Plan, sagte Brennan. "Ich bin zuversichtlich, dass wir die richtigen Schritte unternehmen, um Astra Zeneca besser aufzustellen, da wir und die Branche vor einem zunehmend schwierigeren Marktumfeld stehen", sagte der Konzernlenker. So muss das Unternehmen derzeit mit schwächelnden Umsätzen bei seinem lukrativen Magenmittel Nexium zurechtkommen.

2007 sanken die Erlöse mit dem Medikament in den USA um vier Prozent auf 3,38 Mrd. Dollar. AstraZeneca steht aber noch vor weiteren Herausforderungen: So könnten sich Generikahersteller dazu entschließen, billigere Versionen für Nexium und das Schizophrenie-Mittel Seroquel auf den US-Markt zu werfen. Damit würden die Firmen allerdings ein hohes Risiko auf sich nehmen, da die Patentfragen von den Gerichten noch nicht geklärt sind.

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