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29.08.2012

18:11 Uhr

Einstieg bei Gabelstapler-Hersteller

Chinesischer Konzern steigt bei Kion ein

Der Einstieg des chinesischen Baumaschinenkonzerns Shandong beim deutschen Gabelstapler-Hersteller Kion ist Verhandlungskreisen zufolge so gut wie perfekt. Das Unternehmen werde 700-750 Millionen Euro zahlen.

Dem chinesischen Hersteller geht es bei der Beteiligung vor allem um den Zugriff auf die Technologie von Kion. dpa

Dem chinesischen Hersteller geht es bei der Beteiligung vor allem um den Zugriff auf die Technologie von Kion.

Frankfurt/HongkongDie Unterschrift unter den Vertrag stehe kurz bevor, Shandong werde 700 bis 750 Millionen Euro für die Beteiligung an dem Wiesbadener Unternehmen zahlen, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Den Chinesen gehe es primär um den Zugriff auf die Technologie von Kion, hieß es im Umfeld der Verhandlungen. Kion ist in der Branche vor allem für seine hydrostatischen Antriebe, Elektro-Getriebe und Brennstoffzellen-Technik bekannt.

Shandong erhält laut den Kreisen über eine Kapitalerhöhung 25 Prozent an Kion, die Alteigentümer Goldman Sachs und KKR geben kein frisches Kapital. Der Kaufpreis sei strategisch zu verstehen. Für eine reine Finanzbeteiligung wäre der Betrag angesichts der Schuldenlast von Kion zu hoch, sagte ein Insider. Das Wiesbadener Unternehmen wiederum verspricht sich von Shandong eine leichtere Expansion im lukrativen chinesischen Markt.


Shandong hat für kommenden Montag zu einer Pressekonferenz ins chinesische Jinan eingeladen. Dort soll der Einstieg offenbar verkündet werden. Ein Sprecher wollte sich zum Thema der Pressekonferenz nicht äußern. Kion und Goldman Sachs nahmen zu den Informationen keine Stellung.

Goldman Sachs und KKR hatten 2006 für Kion vier Milliarden Euro bezahlt. Doch ein Börsengang, mit dem die Finanzinvestoren wieder aussteigen wollten, steht in den Sternen.

Der vom Industriegase-Konzern Linde abgespaltene Gabelstapler-Hersteller ist nach Toyota die Nummer zwei der Branche. Das Unternehmen mit den Marken Linde, Still, Fenwick, OM, Baoli und Voltas erwirtschaftete zuletzt rund 4,4 Milliarden Euro Umsatz und einen operativen Gewinn von 365 Millionen Euro.

 

Von

rtr

Kommentare (2)

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Europagegner

29.08.2012, 19:23 Uhr

Jetzt kaufen sich die Chinesen die herausragende Hydrostat Technologie der LINDE Verbrennungsmotorischen Stapler und die Hybrid Technologie von den Still Staplern. In ein paar Jahren gibt es dann diese Technologien von China zu ruinösen Preisen.
Weiter so, immer geradeaus mit höher werdender Geschwindigkeit auf den selber verursachten Crash zu. So ist das eben wenn man Unternehmen an die Heuschrecken, zu denen ich KKR und Goldman Sachs zähle, verkauft. Vielen Dank Herr Prof. Dr. Wolfgang Reitzle. Das war mal wieder ein TOP deal.

sharwes

30.08.2012, 08:16 Uhr

Naja ist ja nichts neues. Finanzakteure ergrifen die Macht (nachdem sie oft vorher die Unternehmen ruiniert haben) und dann wird Technologie nach China verkauft und in 2-3 Jahren ist das Geschrei groß - wenn China den Markt kaputt macht. Aber auch andere Unternehmen wollen ja unbedingt in China produzieren und müssen "Gemeinschaftsunternehmen" gründen, damit Technologie geklaut werden kann - Merkel mach nur weiter so.
Wann lernt Deutschland und die deutsche Industrie endlich. Wir leben vom Export und von Know-How, ist der Vorsprung weg, sind wir bald Griechenland. Ach ja, da kann man ja auch noch einmal ein paar Milliarden Steuer- und Unternehmensgelder versenken.

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