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26.01.2007

08:23 Uhr

Einstieg des Investors Wyser-Pratte

Valeo zeigt sich unbeeindruckt

Valeo hat betont gelassen auf den Einstieg des US-Investors Guy Wyser-Pratte reagiert. Der französische Automobilzulieferer relativierte mögliche Zukaufabsichten in den USA. Die Valeo-Aktie eröffnete zunächst im Plus, drehte dann aber mit dem Markt in die Verlustzone.

ali/iw PARIS. „Das kommentieren wir gar nicht“, sagte ein Sprecher des französischen Automobilzulieferer Valeo zum Einstieg des US-Investors Guy Wyser-Pratte. Aus Unternehmenskreisen hieß es, dass „sich Aktionäre jeden Tag zu Unternehmen“ äußerten und daher kein Anlass zur Sorge bestehe. Die Valeo-Aktie eröffnete zunächst im Plus, drehte dann aber am Nachmittag mit dem Markt in die Verlustzone.

Wyser-Pratte hat am Donnerstag offiziell bestätigt, dass er gemeinsam mit Cycladic Capital und dem Investor Douglas Bergeron, Chef der Verifone Holdings, für 85 Mill. Dollar (rund 66 Mill. Euro) einen Anteil von 2,4 Prozent an Valeo erworben hat.

Nun droht offenbar eine Auseinandersetzung zwischen Valeo-Aktionären, denn Mitte Januar war der Fonds Pardus mit 5,2 Prozent beim französischen Autozulieferer eingestiegen. Pardus ist indes gleichzeitig mit 17,1 Prozent am US-Zulieferer Visteon beteiligt; daher kursiert unter Anlegern die Vermutung, dass Pardus versuchen dürfte, Valeo mit Visteon zusammenzubringen. Pardus äußert sich nicht. Wyser-Pratte ist ein klarer Gegner möglicher Zukäufe von Valeo in den USA.

Valeo selbst relativierte mögliche Zukaufabsichten in den USA. Konzern-Chef Thierry Morin habe lediglich erklärt, dass Valeo angesichts der Umwälzungen der Branche nach Möglichkeiten in den USA Ausschau halte. Im Dezember einigten sich die Franzosen bereits mit Ford, von dem US-Autobauer ein Werk in Michigan zu übernehmen, das Heizungen und Klima-Anlagen herstellt. „Visteon ist ein schlechtes Unternehmen und der Kauf des Ford-Werkes wäre falsch“, sagt Wyser-Pratte. „Wir werden alles versuchen, um das zu verhindern.“

Die Analysten der Société Générale glauben indes nicht, dass der Fonds Pardus genug Einfluss hat, Valeo in eine Ehe mit Visteon zu treiben. Dies habe keinen Sinn, „allenfalls Teile von Visteon wie die Klima-Anlagentechnik würden zu Valeo passen“, sagte Analyst Philippe Barnier. Auch der Experte hält es für nötig, dass Valeo sein Portfolio strafft und sich zum Beispiel vom Kabelgeschäft trennt.

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