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31.01.2005

20:20 Uhr

Einstieg von Strabag wird offenbar vorbereitet

Walter-Bau-Gründer gibt Aufsichtsratsvorsitz ab

Ignaz Walter hat am Montag den Chefposten im Aufsichtsrat des von ihm gegründeten Baukonzerns geräumt. Unterdessen bereitet Walter Bau offenbar den Einstieg von Strabag vor.

Ignaz Walter hat den Konzern Walter Bau gegründet. Foto: dpa

Ignaz Walter hat den Konzern Walter Bau gegründet. Foto: dpa

HB AUGSBURG. Mehrere Zeitungen hatten Ignaz Walter zuvor bereits mit der Äußerung zitiert, er wolle seine Position im Kontrollorgan abgeben. Walter habe in einem Schreiben an den Vorstand seinen sofortigen Rücktritt erklärt, teilte das Unternehmen nun mit.

Im Zug der Bemühungen um die Rettung des Augsburger Baukonzerns Walter Bau laufen nach Angaben aus Finanzkreisen erste Vorbereitungen für ein Zusammengehen mit dem Konkurrenten Strabag. Firmengründer und Großaktionär Ignaz Walter werde einen Teil der von ihm kontrollierten Anteile an einen Treuhänder abgeben, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Montag aus den Kreisen. Über den Treuhänder sollten dann Anteile an die Kölner Strabag weitergereicht werden, die mehrheitlich zur österreichischen Bauholding Strabag gehört. Der frühere Dresdner-Bank-Chef Bernd Fahrholz soll den Kreisen zufolge Walter als Aufsichtsratschef ablösen. Er habe die Verfügungsgewalt über die Anteile. Nach einem Zeitungsbericht ist allerdings auch der frühere MAN-Chef Rudolf Rupprecht für den Posten im Gespräch.

Unterdessen ist die Vereinbarung einer Brückenfinanzierung für Walter Bau nach Angaben aus den Kreisen immer noch offen. Die Sicherung der kurzfristigen Liquiditätsspritze ist neben der Verlängerung des Bürgschaftsrahmens die Voraussetzung für alle Zukunftsoptionen für Walter Bau. Eine Stellungnahme von Walter Bau zu den Angaben war nicht zu erhalten. Strabag hatte bereits mehrfach einen Kommentar zu den Fusionsüberlegungen abgelehnt.

Der 68-jährige Firmengründer Walter hatte am Wochenende bestätigt, dass er zum Rückzug vom Aufsichtsratsvorsitz bereit ist und seine Familie ihre Anteile von 57 % an Walter Bau als Sicherheit in das Finanzierungskonzept einbringen wird. In seiner Erklärung betonte Walter, dass sein Unternehmen noch im Jahr 2000 kerngesund gewesen sei. Eigene Fehler, ein ruinöser Baumarkt und eine katastrophale Zahlungsmoral seien die Hauptursachen für den jetzigen Liquiditätsengpass.

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