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29.07.2015

17:01 Uhr

Eisenbahn-Sparten

Bombardier dementiert Zug-Allianz mit Siemens

Ein Bericht über eine mögliche Fusion der Zugsparten von Bombardier und Siemens hat am Mittwoch für Aufsehen gesorgt. Doch mittlerweile hat der kanadische Konzern die Gespräche mit den Deutschen dementiert.

Offenbar gibt es doch keine Gespräche über ein Bündnis mit Bombardier. dpa

Siemens-Lokfabrik in München

Offenbar gibt es doch keine Gespräche über ein Bündnis mit Bombardier.

MünchenDer Verkehrstechnik-Hersteller Bombardier hat einen Bericht über angebliche Verhandlungen mit Siemens über eine Zusammenlegung der Zugsparten zurückgewiesen. „Wir sprechen nicht mit Siemens“, sagte Bombardier-Sprecher Immo von Fallois am Mittwoch in Berlin.

Damit reagierte er auf einen entsprechenden Bericht des „Wall Street Journal“, den Siemens zuvor nicht kommentiert hatte. Unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen war darin von Gesprächen in einem frühen Stadium die Rede gewesen.

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Für deutsche Firmen wird es schwieriger, ihre Produkte in China zu verkaufen – gleichzeitig drängen mehr Wettbewerber aus Fernost in die heimischen Märkte. Konzerne wie Siemens versuchen nun, ihren Vorsprung zu halten.

Siemens-Chef Joe Kaeser hatte vor einiger Zeit in einem Interview auf Bewegungen im Zug-Geschäft verwiesen. Dabei sagte er auch, eine Konsolidierung zwischen europäischen Unternehmen sei weiterhin möglich, was für Spekulationen um ein mögliches Bündnis mit dem französischen Alstom sorgte. Kaeser war dem jedoch wenig später entgegengetreten: Im Interview habe er lediglich die Entwicklung der Branche beschreiben wollen, alles andere sei Interpretation gewesen, erklärte der Manager.

Siemens hatte im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem japanischen Konzern Mitsubishi Heavy Industries für das Energiegeschäft von Alstom geboten. Dabei hatte der deutsche Elektrokonzern auch vorgeschlagen, die Zugsparte mit der des französischen Konzerns zusammenzulegen. Den Zuschlag im Alstom-Poker bekam schließlich der Siemens-Rivale General Electric.

Was mal alles Siemens war

Ein Konzern im steten Wandel

Was hat Siemens nicht schon alles hergestellt. Telefone, Computer, Halbleiter oder Geldautomaten. Der Konzern, 1847 als Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske in Berlin gegründet, hat sich seither gründlich und stetig gewandelt. Geschäfte kamen hinzu, andere verschwanden. Die Liste prominenter Abgänge ist lang. Eine Auswahl früherer Siemens-Geschäfte.

Halbleiter

Die heftigen Turbulenzen auf dem Markt veranlasste Siemens, das Geschäft abzuspalten - der Halbleiterhersteller Infineon wurde 1999 an die Börse geschickt.

Telekommunikation

Zwar war Siemens als Telegraphen-Hersteller gegründet worden, doch der rasche Wandel auf dem Telefonmarkt überforderte den Konzern. Lange bevor Nokia den Anschluss an Apple auf dem Handymarkt verlor, musste Siemens Mobile trotz zunächst großer Erfolge einst Nokia ziehen lassen. Das Geschäft mit Mobiltelefonen gab Siemens 2005 an den BenQ-Konzern ab. Nur wenig später musste der die Produktion einstellen. Das Geschäft mit schnurlosen Telefonen für daheim verkaufte Siemens 2008 an Arques.

Netzwerke

Auch das Ausrüstungsgeschäft für Netzwerke trennte Siemens heraus und brachte das Geschäft 2007 in eine gemeinsame Firma mit Nokia unter dem Namen NSN ein.

Computer

Unter dem Namen Siemens Nixdorf baute Siemens einst nicht nur Geldautomaten, sondern auch Computer. Diesen Teil brachte Siemens in ein Joint Venture mit dem japanischen Hersteller Fujitsu ein und zog sich 2009 daraus zurück. Die Sparte mit Kassensystemen und Geldautomaten wurde zehn Jahre zuvor an Investoren verkauft und wurde 1999 als Wincor Nixdorf weiter geführt und an die Börse gebracht.

Auto

Wechselvoll ist auch die Geschichte, die Siemens als Autozulieferer erlebt hat. So hat der Konzern 2001 den Zulieferer VDO übernommen und mit dem eigenen Autogeschäft zusammengeführt. Nach einer Ein- und wieder Ausgliederung sollte VDO eigentlich an die Börse gebracht werden, ging aber dann 2007 im Wege eines Verkaufs an den Autozulieferer Continental.

Licht

Osram ist das jüngste Beispiel für ein Modell der Trennung. Das traditionsreiche Licht-Unternehmen gehörte lange zu Siemens. Angesichts milliardenschwerer Herausforderungen, etwa für die Entwicklung neuer Produkte nach dem Aus für die Glühbirne, wollte Siemens die Tochter mit einem Börsengang in die Freiheit entlassen - und dafür Milliarden einsammeln. Das klappte nicht, stattdessen buchte Siemens seinen Aktionären Osram-Aktien ins Depot, ein Börsengang light sozusagen. Seit 2013 ist Osram selbstständig.

Von

dpa

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