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14.07.2014

16:57 Uhr

Eklat um Farnborough

Russland will Luftfahrtmesse boykottieren

Großbritannien soll jedem zweiten Mitglied der russischen Delegation zur Luftfahrtmesse Farnborough die Einreise verweigert haben. Russland ruft zum Boykott auf – und spricht von einem „politischen Akt“.

Kampjet SU-35 des russischen Herstellers Sukhoi (Archivbild): „Zeichen der Schwäche Großbritanniens“. Reuters

Kampjet SU-35 des russischen Herstellers Sukhoi (Archivbild): „Zeichen der Schwäche Großbritanniens“.

MoskauMoskau hat als Reaktion auf das Einreiseverbot für die russische Delegation zu einem Boykott der internationalen Luft- und Raumfahrtmesse in Farnborough aufgerufen. Sämtliche Landsleute sollten der einwöchigen Messe fernbleiben und die Rückreise in ihre Heimat antreten, riet Vize-Ministerpräsident Dmitri Rogosin am Montag.

Der russische Spitzendiplomat Alexej Mechkow wertete die verweigerte Einreiseerlaubnis laut der Nachrichtenagentur Interfax als „eindeutig politischen Akt“. Russlands staatlicher Rüstungskonzern Rosoboronexport sprach von einem „Zeichen der Schwäche“ Großbritanniens, das „negative Folgen für das Ansehen des Gastgeberlands“ haben könne.

„Wegen des russischen Verhaltens in der Ukraine-Krise“ hatte die britische Regierung einem Großteil der russischen Messe-Delegation die Einreise verweigert. Betroffen sind nach russischen Angaben Vertreter der Ministerien für Industrie und Handel, der Raumfahrt- und Luftverkehrsbehörden sowie dutzende Firmen und Techniker, die für Flugschauen russischer Maschinen nach England reisen sollten. Laut Delegationschef Juri Sljussar wurde etwa jedem zweiten Mitglied der 350-köpfigen Abordnung das Visum verwehrt.

Die bis kommenden Sonntag laufende Farnborough International Airshow (FIA) ist ein Schlüsseltreffen der Luft- und Raumfahrtbranche und auch ein wichtiger Markt für Rüstungsgeschäfte. Russland ist bei der alle zwei Jahre stattfindenden Schau regelmäßig stark vertreten, um internationale Käufer zu werben.

Westliche Staaten werfen Moskau vor, prorussische Separatisten im Osten der Ukraine aktiv zu unterstützen. Die EU hat deshalb mehrere russische Vertreter mit Reise- und Kontensperren belegt. Im März hatte London wegen der Ukraine-Krise seinerseits die bilaterale Militärkooperation auf Eis gelegt und Waffenexporte nach Russland gestoppt.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Rolf Finger

14.07.2014, 19:08 Uhr

Schwachsinn...die Engländer werden merken was sie davon haben...der weltweit zweitgrößte Rüstungsexporteur!!!

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