Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.02.2006

15:10 Uhr

Electrolux-Chef

„AEG-Werkschließung ist unwiderruflich“

Die Schließung des AEG-Werks in Nürnberg ist nach den Worten von Electrolux-Chef Hans Straberg beschlossene Sache. Die Entscheidung "ist unwiderruflich", bekräftigte Straberg in der "Welt am Sonntag". Er machte zugleich die IG Metall für das Ende des Hausgerätewerkes verantwortlich.

dpa-afx NÜRNBERG. Bereits 2004 habe der Konzern mit der IG Metall über längere Arbeitszeiten und eine höhere Produktivität verhandelt. Der Betriebsrat habe zwar einer Lösung zugestimmt, nicht jedoch die IG Metall. "AEG in Nürnberg würden wir jetzt nicht schließen, wenn die Gewerkschaft sich unserem Vorschlag damals nicht verweigert hätte", sagte Straberg.

Das AEG-Hausgerätewerk in Nürnberg wird seit dem 20. Januar bestreikt. Der Mutterkonzern Electrolux hatte die Schließung des Werkes bis Ende 2007 beschlossen. Trotz einer knapp gewonnenen Urabstimmung verzichtete die Gewerkschaft auf eine Ausweitung des Streiks auf die Ersatzteilsparte in Rothenburg. Damit wolle man ein Zeichen für eine Verhandlungslösung setzen, sagte der bayerische IG- Metall-Chef Werner Neugebauer. Electrolux -Verhandlungsführer Walter Koch begrüßte den vorläufigen Streikverzicht als positives Signal für die Fortführung der Gespräche.

Als Reaktion auf den Streik bei AEG Logistik in Nürnberg und Dormagen hat Electrolux die Auslieferung von AEG-Geräten an ein Unternehmen im sächsischen Zwenkau vergeben. Das dortige Lager biete Platz für rund 20 000 Haushaltsgeräte. Damit könne die Belieferung des Handels aufrechterhalten werden, sagte ein Electrolux-Sprecher am Samstag. Es sei noch nicht entschieden, ob die Firma in Zwenkau die Logistik-Aufgaben dauerhaft übernehmen werde oder nur während des Arbeitskampfes. Dagegen erklärte der Streikleiter des AEG-Hausgerätewerkes, Jürgen Wechsler, er frage sich, welche Produkte das Unternehmen in Zwenkau ausliefern wolle. Spätestens Ende nächster Woche wird nach seiner Einschätzung das AEG-Werk in Polen keine Trockner mehr produzieren können, da die Zulieferteile aus Nürnberg fehlten.

Electrolux-Chef Straberg forderte die IG Metall erneut auf, eine Lösung nicht länger zu verzögern. "Die Verhandlungsposition verbessert sich nicht, wenn die IG Metall auf Zeit spielt", sagte er der Zeitung. Beide Seiten treffen sich am Donnerstag in Nürnberg erneut zu Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag. Straberg bezeichnete das von seinem Konzern vorgelegte Angebot als "fair". Jeder Arbeitnehmer werde danach im Schnitt rund 60 000 Euro erhalten.

Wechsler schätzt die Chancen für eine Einigung am Donnerstag eher gering ein, außer "wenn die ein gewaltig verbessertes Angebot vorlegen". Der Electrolux-Konzern hatte für Abfindungen und Qualifizierungsmaßnahmen ein Gesamtpaket von rund 100 Mill. Euro angeboten. Die Gewerkschaft fordert rund 400 Millionen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×