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01.04.2017

14:32 Uhr

Elektro-Werkzeuge

Hersteller setzen auf die kabellose Baustelle

Ob Beton-Bohrer oder Winkelschleifer – auf Baustellen nutzen Handwerker vor allem Geräte mit Kabeln. Das aber ändert sich. Hersteller wie Bosch und Metabo verkaufen immer mehr Akku-Geräte – ein lukratives Geschäft.

Menschen wollen flexibel sein – zuhause und auf der Arbeit. In Zukunft werden wohl immer mehr Akkugeräte verkauft werden. dpa

Akkuschrauber

Menschen wollen flexibel sein – zuhause und auf der Arbeit. In Zukunft werden wohl immer mehr Akkugeräte verkauft werden.

NürtingenDen Trend zum Akku erklärt der Werkzeugfabrikant an einem Alltagsbeispiel. „Wer eine elektrische Zahnbürste nutzt, der setzt auf Akku – obwohl er beim Zähneputzen vor dem Spiegel stehen bleibt, eine Steckdose in nächster Nähe ist und ein Akku gar nicht nötig ist“, sagt Horst Garbrecht, Chef des schwäbischen Elektrowerkzeug-Herstellers Metabo. Selbst bei Kopfhörern würden viele Menschen auf Akku setzen, obgleich auch hier ein Kabel problemlos einsetzbar wäre. „Der Mensch will flexibel und mobil sein – der Mensch mag keine Kabel.“ Der Trend gilt auch für die Werkzeugbranche: Die Firmen verkaufen immer mehr Akkugeräte.

In acht Jahren hat sich der Akku-Anteil am Umsatz von Metabo, der zum japanischen Konzern Hitachi Koki gehört, von 15 auf 35 Prozent erhöht. „2020 könnte der Anteil bei 50 Prozent liegen“, sagt Garbrecht. In Westeuropa liegt der Anteil schon heute so hoch, in Osteuropa, Asien und Südamerika sind es etwa 15 Prozent.

Bosch, Metabo und Co.: Werkzeug-Hersteller profitieren vom Bauboom

Bosch, Metabo und Co.

Werkzeug-Hersteller profitieren vom Bauboom

Die Wirtschaftslage ist gut und die Nachfrage nach Immobilien hoch. Das hilft auch den deutschen Werkzeugbauern wie Bosch oder Metabo. Im vergangenen Jahr legten die Umsätze auf 800 Millionen Euro zu.

Auch bei Bosch ziehen die Akku-Geschäfte an. „Elektrowerkzeuge mit Akku sind schon seit Jahren keine Nischenprodukte mehr, die Nachfrage auch nach großen Geräten wie Bohrhämmern und Winkelschleifern steigt deutlich“, sagt der Chef der Bosch-Werkzeugsparte, Henning von Boxberg. „Früher musste man bei Akkuprodukten hinsichtlich Laufzeit und Kraft noch Abstriche machen, das ist heute nicht mehr so.“ Bosch bietet grüne Geräte für Amateure an und blaue Geräte für Profis; Metabo setzt hingegen nur auf Profigeräte.

In Industriestaaten liegt Boschs Akku-Anteil beim Profiwerkzeug bei 45 Prozent – 2010 waren es nur 33 Prozent. Angaben zum Anteil in Schwellenländern und zum Gesamtschnitt macht Bosch nicht.

Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) bestätigt den Trend. Lag der Umsatzanteil von Akkugeräten in der Branche in Westeuropa 2010 bei 40 Prozent, sind es inzwischen 50 Prozent. „Durch den technologischen Fortschritt bis zu den heutigen Lithium-Ionen-Batterien wurde die Leistungsfähigkeit deutlich erhöht, dadurch werden inzwischen auch größere Baustellen-Werkzeuge als Akkuversion angeboten“, sagt Christian Eckert, Geschäftsführer des zum ZVEI zählenden Fachverbands Elektrowerkzeuge.

Der Trend werde weitergehen, sagt Eckert. Für Handwerker brächten die Geräte nicht nur Zeitersparnis, weil sie keine Kabel mehr umstecken müssen. Vielmehr bedeuteten sie auch mehr Sicherheit, denn Arbeiter könnten nicht mehr über Kabel stolpern. „In der Zukunft ist es durchaus denkbar, dass auf Baustellen überwiegend Akkugeräte eingesetzt werden“, meint der Verbandsvertreter.

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