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17.02.2016

15:53 Uhr

Elektroauto für Aston Martin

Fährt James Bond bald chinesisch?

VonLukas Bay

Der britische Sportwagenbauer Aston Martin kooperiert mit dem chinesischen Technologiekonzern Le Eco, um einen elektrischen Sportwagen zu bauen. Ein Tabubruch, der zum Vorbild für andere werden könnte.

Aston-Martin-Chef Andy Palmer und Lei Ding, Automann des chinesischen Technologiekonzerns Le Eco, enthüllen den Aston Martin Rapide S - der ab 2018 auch elektrisch fahren soll. ap

Duo für einen elektrischen Briten

Aston-Martin-Chef Andy Palmer und Lei Ding, Automann des chinesischen Technologiekonzerns Le Eco, enthüllen den Aston Martin Rapide S - der ab 2018 auch elektrisch fahren soll.

FrankfurtNiemals, so tönte der damalige Aston-Martin-Chef Ulrich Bez noch im Jahr 2013, werde James Bond elektrisch fahren. Der satte Motorensound gehört immerhin zur DNA der britischen Sportwagenmarke. Und ein lautloser Geheimagent schien damals undenkbar. „Das Letzte, was ein Sportwagen braucht, ist ein Elektromotor“, erklärte Bez.

Mittlerweile hat Aston Martin mit Andy Palmer einen neuen Chef. Und auch die Einstellung zum Thema Elektroauto hat sich gewandelt. Der Haus- und Hoflieferant von James Bond verkündete am Mittwoch in Frankfurt, bis 2018 einen elektrischen Sportwagen auf der Basis des Rapide S auf die Straße zu bringen. Damit sich die Entwicklungskosten für den kleinen Autobauer stemmen lassen, setzen die Briten auf Hilfe aus Fernost.

Der taiwanische Technologiekonzern Le Eco soll Aston Martin bei der Entwicklung unterstützen. Ein entsprechendes Abkommen sei bereits unterzeichnet, teilten beide Unternehmen mit. Le Eco ist in Europa weitgehend unbekannt, gehört in China aber zu den Größen der Internetwirtschaft. Wie stark die finanzielle Partnerschaft ausfällt, verraten die Unternehmen nicht.

Doch beide Partner setzen große Ambitionen in das Projekt. „Das Joint Venture ist eine partnerschaftliche Plattform, auf der wir in Zukunft Elektroautos für beide Unternehmen entwickeln wollen“, erklärte Lei Ding, Chef der Automobilsparte von Le Eco. Ding selbst hat Erfahrung in der Kooperation mit westlichen Autokonzernen, arbeitete unter anderem für Joint Ventures von VW und General Motors in China.

Das britisch-chinesische Duo könnte damit zum Vorbild für andere werden. Denn bisher scheitert der Umstieg auf die elektrische Mobilität bei kleinen Autobauern oft an den Entwicklungskosten. Die Chinesen investieren derzeit massiv, um das Elektroauto massentauglich zu machen. Neben Aston Martin will Le Eco auch mit dem taiwanischen Start-up Faraday Future kooperieren. Vor zwei Wochen wechselte der Entwickler des BMW i8, Carsten Breitfeld, zu einem taiwanesischen Joint-Venture.

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