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14.01.2015

04:03 Uhr

Elektroauto-Hersteller

Billig-Benzin macht Tesla keine Angst

Der Ölpreis sinkt, damit geht auch die Notwendigkeit für Elektroautos zurück. Tesla fühlt sich durch Billig-Benzin aber nicht unter Druck gesetzt. Auch die Offensive von GM lässt den Elektropionier scheinbar kalt.

Tesla-Chef Elon Musk sieht durch den niedrigen Ölpreis keine Bedrohung auf sein Unternehmen zukommen. AFP

Tesla-Chef Elon Musk sieht durch den niedrigen Ölpreis keine Bedrohung auf sein Unternehmen zukommen.

DetroitDie niedrigen Benzinpreise setzen Elektroautobauern zu - doch der wohl bekannteste Manager der Branche sieht sich nicht unter Druck. „Die Notwendigkeit für Elektroautos ist dringend“, sagte Tesla-Chef Elon Musk am Dienstagnachmittag (Ortszeit) auf der Automesse in Detroit. Die Hersteller müssten ihr Engagement trotz des Falls des Ölpreises ausbauen, forderte er beim „Automotive News World Congress“.

Dabei zeigten sich viele Experten in Detroit skeptisch, was die mittelfristigen Erfolgschancen von E-Autos angeht. „Angesichts des billigen Sprits wird es sehr schwer werden, Stromer zu verkaufen“, sagte beispielsweise die US-Analystin Michelle Krebs von der Handelsplattform AutoTrader.

Weil sich der Ölpreis seit dem Sommer mehr als halbiert hat, sind auch die Benzinpreise im Keller. Für Tesla kein Problem: „Nur weil Sprit etwas günstiger ist, wird er nicht nachhaltiger - wir blicken nur auf die langfristigen Perspektiven“, sagte Vertriebschef Jerome Guillen der Deutschen Presse-Agentur.

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SUV, Pick-ups und Sportskanonen dominieren die Autoshow in Detroit. Doch dass es nicht immer V8 oder V6-Biturbo sein muss, zeigt GM mit einem Modell, das auch der Tochter Opel gut täte.

Auch die großen Hersteller zeigen sich unbeeindruckt. Laut Nissan-Chef Carlos Ghosn ist der Trend zum Stromer ohnehin nicht mehr aufzuhalten: „Die Elektroauto-Industrie ist mit der Entwicklung zum Smartphone zu vergleichen.“ General Motors stellte auf der Messe mit dem Chevrolet Bolt ein E-Auto für den Massenmarkt mit einer Reichweite von mehr als 300 Kilometern vor.

Das Modell könnte ab 2017 zum Preis von etwa 30 000 US-Dollar auf ähnliche Kunden zielen wie Tesla. GM-Chefin Mary Barra sprach von einem „Elektroauto für jedermann“. Tesla bedient bislang nur das Luxussegment, will aber etwa zum gleichen Zeitpunkt wie GM das Model 3, den ersten „erschwinglichen“ Stromer auf den Markt bringen. Der Preis dürfte allerdings noch etwas über dem des Chevy Bolt liegen.

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