Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.02.2014

14:46 Uhr

Elektroauto-Hersteller

Chinesen schlagen bei Fisker zu

Der insolvente Elektroauto-Bauer Fisker war unter dem Hammer – und Wanxiang hat zugeschlagen. Der chinesische Autozulieferer lässt sich den Deal wohl rund 150 Millionen Dollar kosten.

Vom Elektro-Sportwagen Karma wurden nur etwa 2000 Stück verkauft. ap

Vom Elektro-Sportwagen Karma wurden nur etwa 2000 Stück verkauft.

WilmingtonDie Überbleibsel des insolventen kalifornischen Elektroautobauers Fisker dürften in chinesische Hände fallen. Der Autozulieferer Wanxiang war mit 149,2 Millionen Dollar (109 Mio Euro) als Höchstbieter aus einer Auktion hervorgegangen, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Ein Richter muss dem Verkauf noch zustimmen. Die Anhörung ist für diesen Dienstag (18. Februar) angesetzt. Zu den Vermögenswerten gehören Patente sowie ein Werk in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware.

Der aus Dänemark stammende Autodesigner Henrik Fisker und der ehemalige BMW-Manager Bernhard Koehler hatten das Unternehmen 2007 gegründet. Sie stellten den gut 100 000 Dollar teuren Sportwagen Fisker Karma auf die Räder. Ein eingefrorener Staatskredit, die Pleite des Batterielieferanten A123 sowie zerstörte Autos durch Wirbelsturm „Sandy“ führten im vergangenen Jahr in die Insolvenz. Vom Karma wurden bis dahin nur rund 2000 Stück ausgeliefert.

Chinas Autokonzerne

Saic

Die Shanghai Automotive Industry Corp. gründete mit Volkswagen einst das erste Joint Venture eines chinesischen Herstellers mit einem ausländischen Autobauer. Seit 1998 kooperiert der Konzern auch mit dem US-Riesen General Motors. Zum Portfolio gehören auch die britische Traditionsmarke GM und die chinesische Luxusmarke Roewe. Im Jahr 2012 produzierten die Chinesen 4,5 Millionen Fahrzeuge und sind damit der größte Autohersteller des Landes.

FAW

First Automotive Works aus Nordchina wurde einst unter sowjetischer Führung gegründet, unterhält aber vor allem enge Kontakte zu den japanischen Autobauern. Zu den Partnern gehört neben Toyota, Mazda und Daihatsu aber auch Volkswagen.

Dongfeng

Kein chinesischer Konzern unterhält mehr Joint Ventures als das Unternehmen aus Wuhan. Zu den ausländischen Partnern zählen Honda, Nissan, Peugeot, Kia und Citroën. Mit 3,2 Millionen produzierten Fahrzeug ist Dongfeng der drittgrößte chinesische Autohersteller.

Baic

Bekannt wurde die Beijing Automotive Group weil sie 2009 die Technik des insolventen schwedischen Autobauers Saab aufkaufte. Mit Mercedes-Benz und Hyundai unterhält der Konzern aus der chinesischen Hauptstadt Joint-Ventures. 2012 produzierte Baic 3,1 Millionen Fahrzeuge.

Chang'an

Der Mutterkonzern verdient sein Geld mit Waffen. Doch mit 2,07 Millionen produzierten Fahrzeugen ist der Konzern aus Zentralchina mittlerweile der fünftgrößte Autobauer des Landes. Zu den ausländischen Kooperationspartner gehören Ford, Suzuki, and PSA

Brilliance

Der BMW-Partner Brilliance gehörte zu den ersten chinesischen Autokonzernen, die den Sprung nach Europa wagten - und scheiterten. Mit einer Produktion 591.000 Fahrzeugen ist der Hersteller im Landesvergleich relativ klein.

Chery

Bis 2003 war das Unternehmen aus Wuhu der größte Autoexporteur des Landes. Dabei wurde der Konzern erst 1997 gegründet. Seit 2012 unterhält das Unternehmen ein Joint Venture mit Jaguar und Land Rover. Die Tochtermarke des Konzern Qoros soll bald auch auf den europäischen Markt kommen

Geely

Aus einer Manufaktur für Kühlschrankteile ist einer der größten Autohersteller des Landes hervorgegangen. Übersetzt bedeutet der Unternehmensname Glück verheißende Automobile. Einen Namen in Europa machten sich die Chinesen mit der Übernahme von Volvo.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×