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07.07.2016

08:01 Uhr

Elektroauto-Pionier

Tesla gerät unter die Räder

VonAxel Postinett

US-Behörden untersuchen erneut einen Unfall mit einem Tesla-Modell. Wieder könnte es einen Zusammenhang mit der Autopilot-Funktion geben. Für Elon Musk ist das der nächste Rückschlag – die Nervosität der Anleger wächst.

Bei Tesla liegen die Nerven blank. Reuters

Auto-Visionär Elon Musk

Bei Tesla liegen die Nerven blank.

San FranciscoBei Tesla häufen sich die schlechten Nachrichten. Am Mittwoch meldeten die US-Behörden, sie würden erneut einen Unfall eines Tesla-Modells untersuchen. Erst in der vergangenen Woche war ein tödlicher Unfall eines Tesla Model S mit eingeschalteter Autopilot-Funktion bekanntgeworden. Danach hatte der Tesla-Chef Elon Musk verlauten lassen, der Vorfall sei „nicht bedeutsam“ für den Unternehmenswert gewesen. Und nun liegen die Nerven blank.

Der „Fortune“-Journalist Alan Murray zweifelte am Dienstag via Twitter eben jenes Statement von Elon Musk an. Der Tesla-Chef kartete auf dem selben Kanal umgehend und pampig zurück: „Ja, wichtig für Sie – für einen Bullshit-Artikel, um die Anzeigenerlöse in die Höhe zu treiben. Aber für uns ist es nicht bedeutsam, wie der Aktienkurs zeigt.“ Nach einem kurzen Einbruch hatte dieser sich wieder erholt.

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Ein „Fortune“-Artikel hatte die Frage aufgeworfen, welche Bedeutung es haben könnte, dass Musk von dem Unfall eines selbstfahrenden Fahrzeugs bereits im Mai wusste. Wenige Tage vor dem Verkauf von eigenen Aktien im Rahmen einer großen Kapitalerhöhung hatte er dieses Wissen nicht veröffentlicht.

Sollte der Aktienkurs nun nach dem Bekanntwerden des Unfalls noch abstürzen, könnte der Fall möglicherweise viele Rechtsanwälte beschäftigen. Vor allem, wenn am Ende der bislang vorläufigen Untersuchungen der US-Behörden ein Fahrzeugrückruf stehen sollte. Tesla bleibt in Stellungnahmen dabei, dass der Unfall keine Information gewesen sei, die man den Anlegern damals hätte mitteilen müssen.

Für den charismatischen Multiunternehmer Elon Musk kommt derzeit vieles zusammen. Die angepeilte Milliardenübernahme des verlustgeplagten Solar-Panel-Herstellers Solar City, von Musk als perfekte Lösung dargestellt, stößt auf wenig Interesse bei Aktionären und Analysten. Nicht zuletzt, weil Musk als Solar-City-Großaktionär einer der größten Profiteure wäre.

Die Angst: Tesla braucht selbst jeden Cent, um die Produktion des neuen Model 3 aufzubauen, für den hunderttausende Bestellungen vorliegen. Solar City könnte aber die letzten Reserven aufbrauchen und Tesla zwingen, schneller als erwartet weiteres Geld aufzunehmen.

Sein Produktionsziel von 500.000 Autos pro Jahr will Musk wegen der hohen Nachfrage schon 2018 statt 2020 erreichen. Eine Ankündigung, die die Wall Street mit Erstaunen aufnahm. Es wäre nicht weniger als eine Verzehnfachung der 2015er-Zahlen. Da passt die Mitteilung vom Sonntag mitten im „Independence Day“-Wochenende überhaupt nicht, Tesla habe im abgelaufenen Quartal mit 14.370 Fahrzeugen erneut die Auslieferungsziele verfehlt.

Kommentare (21)

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Herr Paul Ginor

07.07.2016, 08:24 Uhr

Ob die US Behörden jetzt so hart gegen Tesla vorgehen wie gegen ausländische Hersteller?
Der Hype um Tesla wird für die Anleger bald mit einem Knall enden. Vergleichbar mit Prokon.

Herr Franz Paul

07.07.2016, 09:01 Uhr

Wenn einer, der mit Mühe kaum,
geklettert ist auf einen Baum,
schon meint, dass er ein Vogel wär.....so irrt sich der.
Und wer fällt mit auf die Schnauze? Die deutsche Journaille.
Was haben sie Tesla wieder als "leuchtendes Vorbild" dargestellt, das der unfähigen deutschen Autoindustrie zeigt, wo es lang geht.
Wie damals beim TATA Nano. Erinnert sich noch jemand an den?

Account gelöscht!

07.07.2016, 09:05 Uhr

Diese Firma ist eine Luftnummer. Eine Blechkarre mit Elektromotor das konnte
Porsche schon vor 100 Jahren. Akku als Energiespeicher wie lächerlich das
ganze Konzept. Der Kaisers neue Kleider.......................................

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