Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.09.2013

19:20 Uhr

Elektroauto-Pionier Tesla

Wunderkind unter Erfolgsdruck

VonLukas Bay

Der US-Autohersteller Tesla hat erstmals Gewinne geschrieben. Nun drängt das kalifornische Vorzeige-Unternehmen nach Europa – und muss den Vorschusslorbeeren der Anleger gerecht werden.

Erstmals Gewinne bei Tesla

Das beste Auto der Welt?

Erstmals Gewinne bei Tesla: Das beste Auto der Welt?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtDas Wunderkind der diesjährigen IAA hat sich versteckt. In Halle 5 ganz hinten stellt in Frankfurt einer der wertvollsten Autokonzerne der Welt aus – der US-Elektrohersteller Tesla. 17 Milliarden Dollar ist der Elektroautobauer mittlerweile an der Börse wert, bei einem aktuellen Aktienkurs von 166 Dollar an der Nasdaq. Mehr als doppelt so viel wie der Chrysler-Mutterkonzern Fiat. In Deutschland wäre das Dax-Niveau. In Frankfurt stellt Tesla dabei gerade einmal ein Modell aus – mehr haben sie bisher nicht. Dieses Jahr soll die Limousine, die auf den schlichten Namen Model S, hört rund 21.000 Mal verkauft werden. Anfang des Jahres hat das Unternehmen erstmals Profit geschrieben. Woher nehmen die Anleger ihre Phantasie?

Sie vertrauen auf das technologische Gespür des Tesla-Gründers Elon Musk. Der US-Milliardär mit südafrikanischen Wurzeln hat sich seinen Ruf als Steve Jobs der Autoindustrie hart erarbeitet: Gegen die Bedenken der großen Konzerne begann er früh, Lithium-Ionen-Akkus aus der Notebook-Produktion für den Autoantrieb zu verwenden, opferte dafür nahezu sein gesamtes, nicht gerade kleines Vermögen. Der Paypal-Gründer war durch den Verkauf seines Online-Bezahldienstes an Ebay Mehrfach-Millionär geworden. Und der Tesla-Börsengang machte ihn 2012 erneut zu einem sehr reichen Mann.

Die Tesla-Chronik von 2003 bis 2013

2003, der Beginn

Zwei Teams um den US-Ingenieur Martin Eberhard und den Milliardär Elon Musk entwerfen die Vision eines Elektrofahrzeugs, das mit Akkus angetrieben wird. Auf der Basis des Prototyps T-Zero. Neben Musk stecken auch die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page und der eBay-Gründer Jeff Skoll Geld in das Projekt.

2006, Premiere des Roadster

Drei Jahre arbeitet Tesla am ersten Modell, im Juli 2006 stellt das Unternehmen den Roadster vor. Der zweisitzige Sportwagen auf der Basis des britischen Leichtgewicht-Roadster Lotus Elise verfügt über einen 215 kW (292 PS) starken Elektromotor, der seine Energie aus 6.831 Lithium-Ionen-Notebook-Akkus bezieht.  

2007, Eberhard geht

Im August 2007 tritt der damalige CEO Martin Eberhard zurück, im Dezember 2007 verlässt er das Unternehmen komplett. Am Ende landet der Streit der Gründer fast vor Gericht – bis eine außergerichtliche Einigung erzielt werden kann.

Mai 2009, Einstieg der Konzerne

Musks finanzielle Mittel alleine reichen zum Wachstum nicht mehr aus. Mit Daimler und Toyota steigen zwei große Autokonzerne bei Tesla ein. Trotzdem schreibt das Unternehmen weiterhin Millionenverluste.

September 2009, Premiere Model S

Lange war der Bau einer eigenen Limousine unter dem Codenamen „WhiteStar“ geplant. Auf der IAA in Frankfurt feiert das Model S, eine 5-sitzige Limousine die Premiere. Anfangs übernimmt Lotus die Fertigung. Ab 2011 wird das Modell in einer ehemaligen Toyota-Fabrik in Freemont gebaut. Pro Jahr werden zunächst 10.000 Modelle gefertigt.

Januar 2010, Geldspritze vom Staat

Tesla erhält vom US-Energieministerium einen Kredit über 450 Millionen Dollar. Das Geld investiert das Unternehmen in den Aufbau einer eigenen Fertigung.

Juni 2010, IPO

Musk wagt den Börsengang. Mit einem Ausgabepreis von 17 Dollar geht der Elektrohersteller in den Handel – und macht den Gründer wieder reich. Über Nacht erreicht erreichen die Anteile von Musk einen Wert von 650 Millionen Dollar, obwohl das Unternehmen bis zu diesem Zeitpunkt noch nie Gewinne gemacht hat.

2012, SUV-Pläne

Tesla veröffentlicht Pläne einen eigenen SUV an den Start zu bringen. Das Model X soll im Sommer 2015 erstmals ausgeliefert werden und die Modellpalette von Tesla erweitern.

2013, erstmals profitabel

Endlich schreibt Tesla schwarze Zahlen. Auch den Millionenkredit des Staats zahlt das Unternehmen neun Jahre früher als es nötig gewesen wäre. Mit der Ausgabe neuer Aktien und Anleihen nimmt das Unternehmen rund eine Milliarde Dollar ein. Der Aktienkurs des Unternehmens beläuft sich mittlerweile auf 147 Dollar. Damit ist das Unternehmen an der Börse mehr wert als Fiat.

Mit einer Reichweite von 500 Kilometern und einer Ladezeit von vier Stunden stechen Teslas Batterien derzeit die Konkurrenz um Längen aus. Als Gründer Elon Musk von der Reichweite von BMWs höchst ambitioniert entwickeltem Elektroauto i3 hörte, soll er nur müde gelächelt haben. Nach Frankfurt ist Musk gar nicht angereist. Trotzdem ist seine Marke überall präsent.

Denn mittlerweile haben auch die großen Hersteller die Potentiale entdeckt, die in Tesla stecken. Daimler rüstet die elektrische B-Klasse mit dem Antrieb von Tesla aus. „Elon Musk kann alles motorisieren, was nicht bei drei auf dem Baum ist“, lobt Daimler-Chef Zetsche seinen Geschäftspartner. Für Toyota hat Tesla den Antrieb für den Elektro-Geländewagen RAV4 entwickelt.

Kommentare (15)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

11.09.2013, 20:51 Uhr

Wer behauptet, Tesla habe Gewinne geschrieben kann eine G&V nicht richtig lesen. Zusammen mit der Bilanz gibts dort zahlreiche Ungereimtheiten. Rechtlich zulässige, aber für Finanzleute äußerst bedenkliche Positionen.
Die sind frühestens in ein bis zwei Jahren übern Berg.

Account gelöscht!

11.09.2013, 21:41 Uhr

Der aktuelle Quartalsbericht von Tesla Motors weist eindeutig einen Verlust aus. Sowohl vor, als auch nach Steuern und Zinsen. Dies gilt auch für Q1. Vom Handelsblatt könnte man genauere Recherchen erwarten.

Account gelöscht!

11.09.2013, 21:57 Uhr

Man könnte alle 150 Kilometer ja sogenannte Auflademotels eröffnen. Auto aufladen und übernachten.... Die Distanz Köln-Berlin schafft man dann in 4 Tagen, wie zu Kaisers Zeiten xDD

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×