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08.01.2018

07:36 Uhr

Elektroautobauer Byton

Ex-BMW-Manager fordern deutsche Hersteller heraus

Mit Spannung erwartet: Die neue Automarke Byton zeigt auf der Konsumelektronikmesse CES in Las Vegas ihr erstes Fahrzeug. Es ist ein Geländewagen mit viel Platz – und einem 1,25 Meter langen Display.

Byton: Ex-BMW-Manager fordern deutsche Hersteller heraus AFP

Byton-President Daniel Kirchert (l) and CEO Carsten Breitfeld

Beide Manager waren vor der Gründung von Byton bei BMW beschäftigt.

Las VegasIn Turnschuhen, Jeans und T-Shirt – so hatte Carsten Breitfeld bislang wohl kaum ein Fahrzeug vorgestellt. Der ehemalige BMW-Manager stieg locker gekleidet aus dem Geländewagen, den er auf der Konsumelektronikmesse CES in Las Vegas auf die Bühne fuhr. „Es fühlt sich an wie ein Traum“, sagte der Chef von Byton, dem neuen Elektroautoanbieter, „unser Baby der Welt zu zeigen“.

Die Vorstellung des SUV wurde von der Autobranche mit Spannung erwartet. Hinter Byton steckt einige Expertise und Finanzkraft. So wie Breitfeld oder Mitbegründer Daniel Kirchert kommen viele aus dem Management von BMW und anderen deutschen Herstellern.

Finanziert wird das Start-up von chinesischen Investoren, darunter gewichtige Namen wie Tencent oder Foxconn. Am Ende der Vorstellung stieg auch Jack Wey mit auf die Bühne, der Gründer von Great Wall Motors, dem großen Autohersteller in China.

Ein Markenzeichen des Byton SUVs ist ein riesiger Touchscreen, der praktisch von Tür zu Tür geht. Thomas Jahn

Blick ins Cockpit

Ein Markenzeichen des Byton SUVs ist ein riesiger Touchscreen, der praktisch von Tür zu Tür geht.

Das neue Fahrzeug ist ein solider SUV mit viel Platz. Das Design ist gelungen, die Mittelkonsole fehlt, die Fahrerkabine ist weit nach vorne gesetzt – das Elektroauto braucht vorne keinen Motor, von daher ist dort Spielraum vorhanden. Insgesamt ist der SUV 4,85 Meter lang, davon entfallen fast drei Meter auf den Innenraum. „Unsere Designer mussten hart daran arbeiten, um das schön aussehen zu lassen“, sagt Breitfeld in einem Interview mit dem Handelsblatt. „Es ist wunderbar gelungen.“

Ziel von Byton ist es, ein „intuitives“ Auto zu bauen, das wie ein Smartphone zu bedienen ist. Der Fahrer wird per Gesichtskennung automatisch eingeloggt. Auf dem Lenkrad kann er einen Bildschirm per Fingerdruck bedienen, „ohne es loszulassen“, wie Breitfeld betonte. Alle Mitfahrer können mit Alexa – der Stimmerkennung von Amazon – Befehle an den Computer geben. In China wird aufgrund der rechtlichen Situation ein anderes Sprachsystem verwendet, ein Partner soll bald verkündet werden.

Möglich ist auch die Eingabe von Computerbefehlen per Handbewegung, von denen es insgesamt fünf verschiedene gibt. „Einfachheit steht an erster Stelle“, sagte Breitfeld. „In der Vergangenheit war Ihr Auto schon veraltet als sie sich das nächste Telefon gekauft haben“, sagte Breitfeld. Jetzt sei das Auto nicht nur für Software-Updates, sondern auch für einen Austausch von Sensoren vorbereitet. Bytons SUV solle das fortschrittlichste Auto auf dem Markt 2019 werden, setzte Breitfeld die Messlatte hoch.

Der SUV soll 2019 in Produktion gehen und zunächst in China verkauft werden. Die Volksrepublik ist mit massiver staatlicher Förderung zum wichtigsten Markt für Elektroautos geworden. 2020 will Byton in den USA starten – und in der zweiten Jahreshälfte dann auch nach Europa. Der Preis mit der kleinsten Batterieversion liegt bei rund 45.000 Dollar. Die Reichweite des 71 Kilowattstunden-Modells liegt bei 400 Kilometern, die der größeren Version bei 520 Kilometern. In 20 Minuten lädt der SUV genug Strom, um 240 Kilometer weit zu kommen. Bei einer Ladezeit von einer halben Stunde soll die Batterie zu 80 Prozent voll sein.

Das Markenzeichen des SUV ist ein ungewöhnlich großer Bildschirm, der vorne unter der Windschutzscheibe installiert ist – ganze 1,25 Meter lang. Auch die um zwölf Grad nach hinten verstellbaren Vordersitze deuten auf die Vision von Byton hin – das Fahrzeug soll selbst fahren und „ein luxuriöses Wohnzimmer“ werden, wie Breitfeld sagte.

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Kommentare (5)

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Herr Stefan Schleich

08.01.2018, 09:09 Uhr

Das Heck erinnert mich stark an den Macan von Porsche. Es kommt auf jeden Fall starke Bewegung in den Automarkt. Ich freue mich auf die künftigen Entwickungen und Möglichkeiten - der Screen sieht ja echt geil aus!
Ich hoffe nur für unsere deutschen Hersteller und unser Land dass wir da mithalten und die Entwicklung nicht verschlafen. In der Vergangenheit hatte ich stark das Gefühl dass an der Entwicklung von solchen Fahrzeugen bei den deutschen Herstellern eigentlich kein Interesse besteht.
Wenn ich auf die Seite von BMW schaue, finde ich den I3 (das ist der hässlichste BMW den ich kenne!) und den I8 (der taugt vielleicht zur Fahrt zur Eisdiele oder für einen Discobesuch, aber ist viel zu teuer und schlicht kein alltagstaugliches Auto) und sonst: Nicht viel! Den 5er Touring gibt's nicht mal als Hybrid ;-(

Herr Dietmar Schmidt

08.01.2018, 10:44 Uhr

@Schleich, wir haben eine super Automobilindustrie mit tollen Produkten, die von Käufern aus der ganzen Welt geschätzt und daher gekauft werden. Aber unsere Medien loben nur Tesla und Musk mit seinem Milliardendefizit oder auch Byton und machen die Deutschen Produkte schlecht. Was sind das für Medien-Typen? Oder: Sie wissen nicht was sie tun. Leider. Gruß D. Schmidt

Herr Leo Löwenstein

08.01.2018, 11:29 Uhr

Naja, da ist noch ein weiter Weg.

Elektroauto:
Probleme: Ladesäulen und Steckertypen, Ladezeit, Reichweite

Spracherkennung Alexa:
Jedes im Auto gesprochene Wort wird gespeichert, Privatsphäre gleich Null, Amazon hört mit, die Daten können dann auch gleich online übertragen und gespeichert werden. Ziemlich naiv, die Menschheit

Bedienung durch Handbewegungen:
allzu temperamentvoll darf man nicht mehr sein, fuchtelt man mal rum (oder der Beifahrer), haut der dann ne Vollbremsung rein ?

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