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04.05.2017

03:03 Uhr

Elektroautopionier Tesla

Das „Model 3“ kommt pünktlich

VonThomas Jahn

Der Elektroautopionier verbrennt in Rekordhöhe Geld. Aktionäre bleiben aber gelassen: Tesla hält ehrgeizige Produktionsvorgaben ein und übertrifft die Umsatzerwartungen. Im Juli kommt wie versprochen das erste „Model 3“.

Das 35.000 Dollar teure Elektroauto kommt im Juli auf den Markt. Reuters

Prototyp vom Tesla Model 3

Das 35.000 Dollar teure Elektroauto kommt im Juli auf den Markt.

Palo AltoAn Wall Street geht die Angst um: Nach sieben Jahren läuft der Boom im US-Automarkt aus. Amerikaner kauften in den vergangenen vier Monaten deutlich weniger Autos, die Aktien von Ford oder GM fielen in den vergangenen Tagen stark.

Solche Probleme kennt Tesla nicht, das seinen Erlös im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelte. Der Elektroautohersteller übertraf im ersten Quartal 2017 mit 2,7 Milliarden Dollar auch die Umsatzerwartungen der Analysten, die im Durchschnitt 900 Millionen Dollar weniger Erlös vorhergesehen hatten.

Fast noch erfreulicher für die Aktionäre war die Nachricht, dass Tesla seine Produktionsprobleme endgültig hinter sich gelassen hat. Das Unternehmen lieferte in den ersten drei Monaten des Jahres rund 25.000 Fahrzeuge aus und erfüllte damit die ehrgeizigen Vorgaben von Vorstandschef Elon Musk. Auch gibt es keine Verzögerung beim „Model 3“, das im Juli vom Band rollen soll. „Die Entwicklung des Fahrzeugs ist so gut wie fertig“, sagte Musk.

Allerdings zahlte Tesla einen hohen Preis für das Wachstum. Mit 622 Millionen Dollar verbrannte das Unternehmen so viel Geld wie nur einmal zuvor, nämlich im vorangegangenen Quartal. Mit 1,33 Cents pro Aktie fiel der Verlust entsprechend hoch aus und lag damit um mehr als 60 Prozent über den durchschnittlichen Analystenerwartungen.

Die Aktionäre reagierten wenig verärgert, der Kurs von Tesla fiel nachbörslich nur um knapp zwei Prozent. „Gewinne zählen derzeit nicht“, schrieb Brian Johnson, Analyst von Barclays. „Die Aktie hat im Moment wenig mit Fundamentaldaten zu tun.“

Vor wenigen Wochen überholte Tesla beim Börsenwert erst Ford, dann General Motors. Dabei waren schwarze Zahlen bislang die Ausnahme. Im laufenden Quartal wird die Firma noch mehr Geld ausgeben, es will die Kapitalinvestitionen im Vergleich zum ersten Quartal verdoppeln.

Grund ist der Produktionsstart des „Model 3“, der Limousine, die mit 35.000 Dollar in der Basisausstattung nur halb so teuer ist wie die preiswerteste Version des „Model S“. Das neue Fahrzeug soll Tesla den Durchbruch zum Massenhersteller bringen. Bislang gibt es 373.000 Vorbestellungen. Im kommenden Jahr will das Unternehmen jede Woche 5000 Fahrzeuge herstellen, um die Produktionsrate 2018 nochmals zu verdoppeln.

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Die Zahlen sind gute Nachrichten für Peter Hochholdinger, der im vergangenen Frühjahr von Audi als Produktionschef zu Tesla wechselte und anscheinend gute Arbeit leistet. Der Deutsche kam zu einer Zeit, als Tesla aufgrund von Produktionsproblemen, etwa bei den Flügeltüren des Geländewagens „Model X“, unter starkem Druck stand.

Tesla gibt sein Geld nicht nur für den Ausbau der Fabrik im kalifornischen Fremont und der Batteriefabrik in Nevada aus. Nach Beschwerden von Kunden will der Autobauer auch sein Netz an Schnellladestationen verdoppeln und mehr Reparatur-Lastwagen einsetzen. Musk verkündete zudem, weltweit 100 neue Filialen und Servicestationen zu eröffnen, eine Steigerung um 30 Prozent.

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Kommentare (17)

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Herr Marc Hofmann

04.05.2017, 08:35 Uhr

Tesla ist über beide Ohren verschuldet und hätte schon längst Insolvenz anmelden müssen. Genauso wie bei Solarworld wird bei Tesla (und dies gilt für die gesamte sog. Erneuerbare Energiebranche) Insolvenzverschleppung betrieben.

Herr Wolfgang Wüst

04.05.2017, 08:53 Uhr

Die Hoffnung der deutschen Automobil-Dinosaurier klammert sich doch tatsächlich an die Chance, dass Tesla scheitert und auf einem Riesenberg Verluste sitzen bleibt.

Ich glaube, dass diese Hoffnung schwerst enttäuscht werden wird.
Und dann schauen wir mal, wo die Verluste auflaufen.

Herr Ayn Hannes

04.05.2017, 09:08 Uhr

Und wieder ist das einzig Schockierende daran, dass es ernsthaft noch solche Dummköpfe gibt, die glauben, dass Tesla in die Pleite schlittert... dann reden sie vom Steuerzahler und wie teuer die Autos nicht sind! Tja... werden's wohl checken. "Tesla is too big to fail." Bei dem Potenzial, das diese Firma für den einheimischen Markt hat, gibt es kein Versagen mehr. Keine Pleite, keine Insolvenz, nicht. Und wenn die USA persönlich Geld rein buttern muss (wie es schon oft passiert ist bei bei weitem schwächeren, aussichtsloseren Firmen...).
Göttlich, diese engstirnigen Suderanten. :D

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