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04.10.2013

05:16 Uhr

Elektroautos

Brennendes Auto weckt Zweifel an Tesla

VonAxel Postinett

Ein Feuer und seine Folgen: Nachdem die Batterie eines Tesla S Feuer fing, brach die Aktie des Herstellers ein. Einige Wall-Street-Analysten fangen an, an dem Unternehmen zu zweifeln.

San FranciscoBöses Omen oder isolierter Einzelfall? Ein brennender Tesla und eine negative Aktienstudie schicken den kalifornischen Börsenliebling am zweiten Tag in Folge auf Talfahrt. Analysten warnen Privatanleger mittlerweile, sich nicht die Finger zu verbrennen.

Eigentlich hätten sich die Ermittler des NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) am späten Dienstag noch in ihre Autos setzen und in den Bundesstaat Washington fahren müssen. Doch dank Haushaltssperre wird der mysteriöse Brand einer 70.000 Dollar teuren Luxus-Limousine Tesla S nahe Seattle nicht untersucht werden. Die Ermittler drehen im Zwangsurlaub Däumchen. So bleibt die Frage vorerst offen, was zu dem Zwischenfall geführt hat, der im Internet für viel Wirbel gesorgt hat und für Tesla zum PR-Problem wird.

Die Tesla-Chronik von 2003 bis 2013

2003, der Beginn

Zwei Teams um den US-Ingenieur Martin Eberhard und den Milliardär Elon Musk entwerfen die Vision eines Elektrofahrzeugs, das mit Akkus angetrieben wird. Auf der Basis des Prototyps T-Zero. Neben Musk stecken auch die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page und der eBay-Gründer Jeff Skoll Geld in das Projekt.

2006, Premiere des Roadster

Drei Jahre arbeitet Tesla am ersten Modell, im Juli 2006 stellt das Unternehmen den Roadster vor. Der zweisitzige Sportwagen auf der Basis des britischen Leichtgewicht-Roadster Lotus Elise verfügt über einen 215 kW (292 PS) starken Elektromotor, der seine Energie aus 6.831 Lithium-Ionen-Notebook-Akkus bezieht.  

2007, Eberhard geht

Im August 2007 tritt der damalige CEO Martin Eberhard zurück, im Dezember 2007 verlässt er das Unternehmen komplett. Am Ende landet der Streit der Gründer fast vor Gericht – bis eine außergerichtliche Einigung erzielt werden kann.

Mai 2009, Einstieg der Konzerne

Musks finanzielle Mittel alleine reichen zum Wachstum nicht mehr aus. Mit Daimler und Toyota steigen zwei große Autokonzerne bei Tesla ein. Trotzdem schreibt das Unternehmen weiterhin Millionenverluste.

September 2009, Premiere Model S

Lange war der Bau einer eigenen Limousine unter dem Codenamen „WhiteStar“ geplant. Auf der IAA in Frankfurt feiert das Model S, eine 5-sitzige Limousine die Premiere. Anfangs übernimmt Lotus die Fertigung. Ab 2011 wird das Modell in einer ehemaligen Toyota-Fabrik in Freemont gebaut. Pro Jahr werden zunächst 10.000 Modelle gefertigt.

Januar 2010, Geldspritze vom Staat

Tesla erhält vom US-Energieministerium einen Kredit über 450 Millionen Dollar. Das Geld investiert das Unternehmen in den Aufbau einer eigenen Fertigung.

Juni 2010, IPO

Musk wagt den Börsengang. Mit einem Ausgabepreis von 17 Dollar geht der Elektrohersteller in den Handel – und macht den Gründer wieder reich. Über Nacht erreicht erreichen die Anteile von Musk einen Wert von 650 Millionen Dollar, obwohl das Unternehmen bis zu diesem Zeitpunkt noch nie Gewinne gemacht hat.

2012, SUV-Pläne

Tesla veröffentlicht Pläne einen eigenen SUV an den Start zu bringen. Das Model X soll im Sommer 2015 erstmals ausgeliefert werden und die Modellpalette von Tesla erweitern.

2013, erstmals profitabel

Endlich schreibt Tesla schwarze Zahlen. Auch den Millionenkredit des Staats zahlt das Unternehmen neun Jahre früher als es nötig gewesen wäre. Mit der Ausgabe neuer Aktien und Anleihen nimmt das Unternehmen rund eine Milliarde Dollar ein. Der Aktienkurs des Unternehmens beläuft sich mittlerweile auf 147 Dollar. Damit ist das Unternehmen an der Börse mehr wert als Fiat.

Neue Details zum Hergang und die Herabstufung von „Outperform“ auf „Neutral“ durch die Analysefirma R. W. Baird schufen Zweifel an der Wall Street, ob es nach einem Kursanstieg von rund 400 Prozent in kurzer Zeit nicht doch langsam Zeit ist, Gewinne mitzunehmen. Am Donnerstag ging es nach zuletzt über sechs Prozent Minus erneut um 4,2 Prozent auf 180 Dollar abwärts. Baird-Analyst Ben Kallo wies darauf hin, dass er zwar langfristig weiter positiv für Tesla gestimmt sei, jedoch in den kommenden 18 Monaten noch „einige Ziele“ erreicht werden müssten und Risiken damit verbunden seien. Auf dem erreichten Kursniveau von fast 195 Dollar in der Spitze seien zudem bereits eine Menge der künftigen Entwicklungen eingepreist.

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Tesla baut schnelle Elektroautos. Aber wenn sie in den Medien nicht so wegkommen, wie Firmenchef Elon Musk sich das wünscht, wird er zur „rasenden Wildsau“. Ein Tester, der wagte, die Autos zu kritisieren, packt nun aus.

Auf die sichere Seite haben sich nach Erhebungen der Bank of America viele institutionelle Anleger begeben. In den vergangenen Monaten sei der Anteil der Großanleger wie Pensionsfonds oder Hedgefonds von 84 auf 66 Prozent gesunken. Mit anderen Worten: Auf der Höhe des Hypes haben sich vornehmlich Privatanleger mit dem im wahrsten Sinne des Wortes „heißen“ Papier eingedeckt. Die Analysten der Bank of America raten zur Vorsicht, schließlich sei die Aktie fast mit dem 100-fachen des 2014er Gewinns bewertet.

Hatten die Bilder auf Youtube über einen lichterloh brennenden Tesla S bereits für Verunsicherungen gesorgt, trugen am Donnerstag Details des Einsatzberichts der Feuerwehr nicht zur Beruhigung bei. Demnach glaubte man bereits den Brand gelöscht zu haben, als er erneut wieder ausbrach. Um ihn überhaupt bekämpfen zu können, mussten Löcher in die Akkus des Elektro-Flitzers gebohrt werden. Mit einer Kreissäge habe man dann noch ein Loch in den Vorderwagen schneiden müssen, um an den Brandherd zu gelangen. Eine Sprecherin des Herstellers bestätigte derweil, dass der Brand in einem der beiden Lithium-Ionen-Akkus ausgebrochen sei, mit dem das Fahrzeug angetrieben wird. Sie sind mittig am Fahrzeug unterhalb der Fahrgastzelle installiert.

Grund sei offenbar der Einschlag eines großen Metallstücks gewesen, das auf der Fahrbahn gelegen habe. Das integrierte Warnsystem habe daraufhin den Fahrer aufgefordert anzuhalten, niemand sei verletzt worden und das Feuer habe niemals die Fahrgastzelle erreicht.

Kommentare (13)

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PRosengarten

03.10.2013, 21:36 Uhr

Lieber Handelsblatt,

bitte recherchieren Sie hier besser als nur abzuschreiben: die Tesla Model S Batterie ist im Unterboden - unter der "Motorhaube" ist Stauraum wie beim 911er, daher muss hier etwas anderes gebrannt haben - Rasenmäherbenzin?

Gruss, Philipp Rosengarten

Be_Frank

04.10.2013, 02:22 Uhr

Die Lithium Batterie ist sowohl sicherheitstechnisch als auch umwelttechnisch ein Alptraum.
Aber die Produzenten dieser Batterien verfügen über dicke Werbebudgets......

Rolando

04.10.2013, 02:36 Uhr

Ich habe auch schon diverse Benzin getriebene Autos brennen sehen nach Unfall auf der Autobahn. Und selbst extrem teure Ferraries gingen in Flammen auf, weil Klebstoff fuer Plastikteile der Motorverkleidung feuer fingen.

Benzin oder Gas (LPG, LNG) ist noch viel brennbarer als LiFePO4 Batterien.

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