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07.03.2012

15:17 Uhr

Elektroautos

Die Stromer legen eine Zwangspause ein

VonTino Andresen, Sebastian Schaal

Der zwangsverordnete Volt-Produktionsstopp bei GM war das letzte Indiz: Die Euphorie um Elektroautos ist bei Verbrauchern und Herstellern verflogen. In Genf sucht die Branche nach neuen Erfolgsrezepten.

Nissan zeigt bei einer Präsentation des Kompaktwagens Leaf, wie sich Besitzer des ersten Großserien-Elektroautos im internationalen Verkauf per Smartphone über den Ladezustand der Akkus informieren können. Reuters

Nissan zeigt bei einer Präsentation des Kompaktwagens Leaf, wie sich Besitzer des ersten Großserien-Elektroautos im internationalen Verkauf per Smartphone über den Ladezustand der Akkus informieren können.

GenfNachhaltigkeit bleibe ein wesentliches Ziel, betonte VW-Chef Martin Winterkorn öffentlichkeitswirksam auf dem Konzernabend zum Auftakt des Autosalons in Genf. Europas wichtigster Autobauer müsse sich auch in ökologischer Hinsicht zum führenden Automobilhersteller entwickeln. „Wir machen 2013 zum Jahr der Elektromobilität“, versprach er. Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache.

VW-Edeltochter Bugatti präsentiert mit dem Grand Sport Vitesse den „schnellsten Roadster aller Zeiten“, der von einem 1.200 PS starken Verbrennungsmotor auf bis zu 410 Kilometern pro Stunde beschleunigt wird. Auch keine der neun anderen Premieren, die im Lauf des Abends präsentiert werden, verfügt über einen reinen Elektroantrieb.

Wenig Strom - viel Diesel

Video: Wenig Strom - viel Diesel

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Von der VW-Tochter Audi ist in naher Zukunft kein Elektroauto für den Massenmarkt zu erwarten. Im Herbst kommt zwar der R8 E-tron, aber dieser Elektroflitze in homöopathischen Mengen ist mehr als Technologieträger zu sehen. „Wir glauben, dass ein Plug-In-Hybrid auf absehbare Zeit die bessere Lösung ist“, sagt Michael Dick, Entwicklungsvorstand bei den Ingolstädtern. „Auch hier haben wir große Einsparpotenziale, aber zu einem deutlich günstigeren Preis als bei einem reinen Elektrofahrzeug.“

Bei einem Gang über die Messe fällt auf, dass die Elektrofahrzeuge aus dem Mittelpunkt verschwunden sind – aber sie sind da. Die Hersteller zeigen nochmals die bekannten Modelle und Studien, die in den vergangenen Monaten das Licht der Welt erblickt haben. Bei Opel steht neben dem Ampera die Studie RAK e, die erstmals auf der IAA im September gezeigt wurde. Toyota hat seine Brennstoffzellen-Studie FCR-V im Dezember auf der Tokyo Motor Show präsentiert, genauso wie das Hybrid-Konzept FT-Bh. 

Das zeigt: Die Hersteller haben ihr Pulver auf den großen Messen der vergangenen Monate verschossen. Ein Concept Car mit Elektro- oder Brennstoffzellenantrieb jagte das nächste. Das hat die öffentliche Wahrnehmung geprägt. Doch jetzt gilt es für die Hersteller, die Konzepte der Studien in Serienfahrzeugen umzusetzen. Das ist ein langer Prozess, der hinter den Kulissen stattfindet. 

Eine der wenigen echten Elektro-Premieren des Genfer Auto-Salons bestätigt diese These. Am Stand von Infiniti gibt es die Sportwagen-Studie Emerge-E zu sehen. Zwei 204 PS starke E-Maschinen trieben das flache Leichtbau-Coupé an. Wenn die Batterie leer ist, sorgt ein Dreizylinder-Benziner mit 48 PS für neuen Strom. Auf der IAA in Frankfurt wäre Nissans Edelmarke mit diesem Concept Car kaum aufgefallen – so viele neue Studien gab es.

Kommentare (9)

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vandale

07.03.2012, 15:50 Uhr

Elektromobile sind eine grossartige Chance für umweltfreundliche und nachhaltige Mobilität. Abseits der Batterien ist ein Elektromobil einfacher und preiswerter als ein Auto mit Verbrennungsmotor.

Allerdings ist das Automobil mit Verbrennungsmotor ein harter Gegner mit starkem Entwicklungspotential. Abseits steigender Oelpreise lässt sich ein Verbrennungsmotor auch mit dem reichlich vorhandenen Erdgas, oder mit synthetischem Brennstoff aus Erdgas, Kohle, oder im Extremfall per Synthesebenzin aus H2, CO2 und umweltfreundlichen Kernstrom, betreiben.

Ideal bieten sich Elektromobile als 2. Wagen in Regionen mit kurzen Wegen, schmalen Strassen, mickrigen Autos und günstigem Strom, z.B. Taiwan, Seoul, Paris, an. Länder mit breiten Strassen, grossen Wagen, langen Wegen, z.B. Saudi Arabien, sind kaum für Elektromobile geeignet.

In Deutschland wo man die Stromerzeugung nach ökoreligiösen Kriterien betreiben will, nach denen nur Energie aus mittelalterliche Windmühlen und Biomasse religiös korrekt sind, dürften aufgrund des resultierenden Phantasiestrompreises auch kein ideales Gebiet für Elektromobile sein.

Somit stehen einer Verbreitung von Elektromobilen in den meisten Ländern ein wesentliches Hindernis entgegen.

Die LiIonen Batterien sind noch sehr teuer, ca. 1000$/kWh und müssen gem. nüchterner Berichte nach etwa 500 - 1000 Zyklen ersetzt werden. Günstigere Preise und eine längere Lebensdauer sind eine Grundvorraussetzung. vorher wird es keine Elektromobilität geben.

Aktuell ist meines Erachtens die Zeit noch nicht reif für Elektromobile.

Vandale

Account gelöscht!

07.03.2012, 19:09 Uhr

Elektromobilität – oder, das Schreckgespenst der Auto und Mineralöl - Industrie.
Elektroautos, argumentiert, teuer, Preis künstlich hochgehalten, immer im Versuchsstadium, Akku zu wenig Kapazität, lange Aufladzeit, geringe Reichweite
Problem Ladesäule, je öfter eine Dummheit wiederholt wird, desto mehr bekommt
sie den Anschein der Klugheit.
So wird der Einsatz von Elektroautos von der etablierten Industrie „gesteuert“.
Ladesäulen in Hochhaus - Wohnsiedlungen? Dem Vandalismus ist
Tür und Tor geöffnet. Und bei Regen, Eis, Schnee? Stromschlag!
Kurzschlussgefahr! Wir tanken nicht unter freiem Himmel.
„Schlangestehen“ an der Ladestation? Eine unausgegorene Phantasie.
Wo bitte ist die passende Ladesäule, (erst wieder in der eigenen Garage?
Sind die Anschlüsse international genormt oder macht jeder seinen eigenen
Sch..önen Stecker? Reichweite Tesla Roadster bei moderaten Fahrweise
über 500 km. Porsche 997 Carrera. RW. ca. 150 oder 200 km ,
ca. 180 oder 220 km/h. Mit 130 km/h, RW ca. 350km.
Protoscar Lampo 3, km/h 220, kW 420, Mit 130 km/h, RW ca. 400km.

Account gelöscht!

07.03.2012, 19:10 Uhr

Teil 2 Was wurde aus dem Audi A2, der schaffte am 26.10.2010 rund 600
Kilometer, ohne aufzuladen. Ach ja, das DBM-Rekordauto ist beim Brand
In einer Berliner Lagerhalle am 12.12.2010 komplett zerstört worden.
Seltsame parallelen mit Volt und Ampera
Will ich mobil sein auch im Ausland, gibt es nur eine Lösung:
AKKU – WECHSEL AN DER TANKSTELLE!
Dauert nicht länger wie Benzintanken und ist nicht teurer als derzeitiger
Treibstoff, im Gegenteil! Und auf einmal wird Benzin, Diesel und Kraftfahrzeuge
mit Verbrennungsmotoren angeboten wie „SAUERBIER“!
Eine einheitliche Norm für die Wechselbatterien ist ebenso Pflicht.
Die Reichweite der E-Autos kann ohne weiteres verdreifacht werden indem
die Fahrzeuge mit Solarpanel bestückt werden. Flexible Solarpanel.
Statt sinnlose Steuerprämien, sollte Intelligenter Weise die Infrastruktur
ausgebaut werden und einen höheren Anteil der Fördermittel zur Entwicklung
Leistungsstärkerer Akkus ausgegeben werden.
Die Nachfrage nach Elektroautos ist doch Heute schon so groß wie auf das
Begrüßungsgeld nach dem Mauerfall ! Geht die Produktion in Großserie, wird
der VKP rapide in den Keller gehen, das ist mehr Ersparnis als Steuerprämie.

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