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03.10.2017

01:01 Uhr

Elektroautos

Tesla verfehlt Quartalsziele für Model 3

Wegen „Produktionsengpässen“ kommt Tesla nicht mit dem Bau seines Model 3 nach. Lediglich ein Bruchteil der geplanten Fahrzeuge liefen bei dem US-Elektroautokonzern vom Band. Die Wall Street quittierte das umgehend.

Es geht voran - aber nur sehr langsam. Der kalifonische Elektroautokonzern hat sein Quartalsziel nicht erreicht. Reuters, Sascha Rheker

Tesla Model 3

Es geht voran - aber nur sehr langsam. Der kalifonische Elektroautokonzern hat sein Quartalsziel nicht erreicht.

Palo AltoDer Elektroautokonzern Tesla hat die selbst gesteckten Produktionsziele für seinen ersten Mittelklassewagen Model 3 im dritten Quartal klar verfehlt. Von dem in der Grundausstattung rund 35.000 Dollar teuren E-Auto, für das es zahlreiche Vorbestellungen gibt, wurden lediglich 260 Stück gefertigt. Das teilte Tesla am Montag nach US-Börsenschluss mit.

Im August hatte die Firma von Starunternehmer Elon Musk noch über 1.500 Model 3 als Quartalsziel ausgegeben und erklärt, die Fertigung bis Ende des Jahres auf 5.000 Stück pro Woche hochfahren zu wollen. Dass das Quartalsergebnis nun erheblich geringer ausfiel, begründete Tesla lediglich mit „Produktionsengpässen“ und betonte, es gebe keine grundsätzlichen Probleme mit der Fertigungs- und Lieferkette.

Insgesamt stellte Tesla im abgelaufenen Quartal 25.336 Fahrzeuge her und lieferte 26.150 aus. Beim Absatz entspricht das einem Anstieg von 4,5 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Damit wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen. Mit 14.065 Wagen entfiel der Großteil der Auslieferungen auf die Luxus-Limousine Model S. Von dem seit September 2015 erhältlichen E-SUV Model X brachte Tesla 11 865 Wagen an die Kundschaft, vom neuen Model 3 nur 220 Stück.

Bei Anlegern überwog die Enttäuschung über die schwachen Zahlen beim Model 3. Die Tesla-Aktie fiel nachbörslich um 1,7 Prozent. Die Erwartungen an den ersten etwas günstigeren Mittelklasse-Stromer der Musk-Firma sind riesig. Einige Experten trauen Tesla zu, die E-Mobilität damit quasi im Alleingang in den Massenmarkt zu bringen. Doch wegen der hohen Kosten und des großen Risikos, das die geplante Ausweitung der Produktion bedeutet, gibt es auch etliche Skeptiker.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Herr Holger Narrog

03.10.2017, 08:22 Uhr

Tesla wird vom Marketinggenie Musk geführt. Dieser vespricht die technischen und ökoreligiösen Visionen der Journalisten zu erfüllen. Deshalb wird Tesla gehypt und deshalb wiederum finden sich immer wieder Investoren und Gläubiger die neue Aktien und Anleihen zeichnen.

Der Satz: "Doch wegen der hohen Kosten und des großen Risikos, das die geplante Ausweitung der Produktion bedeutet, gibt es auch etliche Skeptiker." ist extrem optimistisch formuliert.

In US Finanzseiten findet man in erster Linie folgende Kritik....
1. Tesla ist seit Beginn defizitär mit negativem Cash Flow. Der Mittelverzehr steigt mit dem Umsatz mit.
2. Die Buchhaltung wird als optimistisch beschrieben. Künftige Risiken und Belastungen nicht vorsichtig wiedergegeben.
3. Versprechen werden selten erfüllt.
4. Die Solarfabrik ist dauerhaft defizitär und die Aussichten dies zu ändern sind schlecht.
5. Die Batteriefabrik, Gigafactory, ist konzeptionell nicht geeignet Tesla einen dauerhaften Kostenvorteil zu sichern.
6. Das Modell 3 wurde ohne die notwendige Testphase in die Produktion genommen. Damit wird ein enormes Risiko eingegangen.

Herr Rainer Hake

03.10.2017, 12:28 Uhr

Ein Auto ist kein Telefon oder Computer. Die Fertigung ist ungleich komplexer auch wenn die schwierigsten Baugruppen des mechanischen Antriebsstranges durch die vergleichsweise einfacheren Baugruben eines Elektroantriebes ersetzt werden. Die Batterie ist schwierig, gehört aber wohl mit dem Balancing von Tesla zu Kernkompetenz.
Herr Narrog hat durchaus recht mit dem was er sagt. Tesla wurde von Journalisten derartig in den Himmel gelobt, so daß der Unternehmenswert unrealistisch hoch bewertet wird. Gier macht blind auch im High Tech Markt.

Herr Jürgen Clasen

03.10.2017, 13:03 Uhr

Es ist ganz einfach. Tesla short gehen mit Faktorzertifikat. Entweder man setzt
150 Euro in den Sand oder man kann sich was schönes leisten. Die Aktie ohne
Gewinn, ohne Dividende mit Produktionsschwierigkeiten ist höher bewertet als BMW.
Jetzt kommen die althergebrachten Autohersteller auch mit E-Modellen raus.
Wettbewerb steigt, Margen sinken. Die Ausnüchterungen der Käufer steht außerdem
noch aus: Reichweite, nachladen, Handling etc.

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