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26.01.2009

08:27 Uhr

Elektrobranche

Philips folgt Sony und Co in die Tiefe

Die Elektronikbranche wird von der Rezession schwer gebeutelt. Nach Sony und Samsung hat es nun auch den niederländischen Philips-Konzern erwischt. Der tritt nun auf die Kostenbremse – und hat das Wörtchen Optimismus erst einmal aus dem Wortschatz gestrichen. 6000 Jobs sollen abgebaut werden.

Das Logo des Elektronikkonzerns Philips. Foto: dpa Quelle: dpa

Das Logo des Elektronikkonzerns Philips. Foto: dpa

HB AMSTERDAM. Der niederländische Elektronikkonzern Philips ist gegen Ende des Jahres schwer von der Wirtschaftsflaute erwischt worden. Abschreibungen auf Firmenwerte und im kleineren Maße ein Steuereffekt ließen im Schlussquartal einen Verlust von 1,470 Mrd. Euro auflaufen, wie Philips in Amsterdam mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch einen Überschuss von 1,398 Mrd. Euro verbucht, was allerdings im Wesentlichen von einem Anteilsverkauf herrührte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel von plus 816 Mio. auf minus 204 Mio. Euro, der Umsatz von 8,365 auf 7,623 Mrd. Euro. Angesichts der schwierigen Marktbedingungen traut sich das Management noch keine genaue Prognose für das laufende Jahr zu.

„Die Entwicklung unseres Quartalsergebnisses spiegelt die beispiellose Geschwindigkeit und Schärfe wider, mit der sich die Wirtschaft im Jahr 2008 abgeschwächt hat“, erklärte Konzernchef Gerard Kleisterlee.

Der niederländische Elektronikkonzern Philips mit einer Verschärfung seines Sparprogramms auf die Wirtschaftsflaute. Im laufenden Jahr sollen 6 000 Arbeitsplätze wegfallen. Philips begegnet der Wirtschaftsflaute nun mit strikter Kostendisziplin. Durch die laufenden Sparprogramme und den Umbau des Unternehmens sollen rund 400 Millionen Euro pro Jahr mehr in der Kasse übrig bleiben, wie Philips am Montag in Amsterdam mitteilte. Ab der zweiten Jahreshälfte soll die Initiative greifen.

Parallel stoppt Philips seinen laufenden Aktienrückkauf bis auf weiteres. Es gebe wenig Raum für Optimismus, begründete das Unternehmen die Maßnahmen. Für das abgelaufene Jahr will Philips allerdings eine Dividende zahlen und die Höhe bei 0,70 Euro je Aktie belassen.

Der führende südkoreanische Elektronikhersteller Samsung Electronics hat erstmals in seiner Firmengeschichte einen Quartalsverlust verbucht. Der größte Konzern Südkoreas verbuchte im vergangenen Vierteljahr im operativen Geschäft einen mehr als doppelt so hohen Verlust wie erwartet von rund 500 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte Samsung noch knapp eine Milliarde Euro verdient.

Und Samsung ist nicht allein. Auch der der Elektronikhersteller Sony erwartet im bis Ende März laufenden Geschäftsjahr erstmals seit 14 Jahren rote Zahlen. Sony kündigte in Tokio einen Verlust von etwa 150 Milliarden Yen (1,3 Milliarden Euro) an, verglichen mit einem Gewinn von 369,4 Milliarden Yen noch im Jahr 2007. Und genau wie Philips auch will Konzernchef Howard Stringer Sony mit Kostenreduzierungen wieder auf Kurs bringen.

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