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12.06.2015

14:44 Uhr

Elektroindustrie und Start-ups

Noch nicht im selben Kosmos

VonMartin Wocher

In Berlin beschnuppern sich etablierte Mittelständler aus der Elektroindustrie und Start-ups. Beide brauchen einander, es geht um die Zukunft. Doch vielen Mittelständlern fehlt noch der Elan.

„Industrie 4.0 funktioniert, aber wir müssen es angehen“ dpa

Start-ups sind entscheidend für die digitale Wirtschaft

„Industrie 4.0 funktioniert, aber wir müssen es angehen“

BerlinNein, so richtig glamourös ist es hier wirklich nicht: Eine kleine Rotunde unter dem Zeltdach vor dem früheren DDR-Kino Kosmos muss reichen. An jedem der zehn schmalen Holztische stehen erwartungsfroh Gründer, Geschäftsführer, Marketingexperten von Berliner Start-ups – manche in ihrem Dress-Code und Habitus schon ziemlich etabliert, andere gerade den Hörsälen entwachsen. Kein Vergleich zu dem in dieser Woche laufenden Start-up-Treffen Noah im nur wenige Kilometer entfernten Tempodrom – mit hohem Promifaktor von Springer-Chef Mathias Döpfner bis US-Medienikone Arianna Huffington.

Dabei geht es hier an der Karl-Marx-Allee in Ostberlin beim Jahrestreffen der Elektroindustrie um ein entscheidendes Stück Zukunft der deutschen Industrie. Denn wie Start-ups mit innovativen Ideen aus dem weiten Feld der Digitalisierung neue Geschäftsmodelle kreieren und etablierten Firmen dabei deutlich mehr Tempo machen können, das wird entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in den kommenden Jahre sein.

Doch so richtig haben beide Seiten noch nicht zusammengefunden, das wird an diesem Mittwochnachmittag deutlich. Eher zögerlich nähern sich die Firmenchefs oder Manager der in der Mehrzahl mittelständisch geprägten Branche den Tischen, blättern in Broschüren, lassen sich die Vorteile neuer Anwendungen erläutern.

Einer auf den sie treffen ist Thomas Henn, Gründer und kaufmännischer Leiter von Virtenio. Im Jahr 2010 aus der TU Berlin von vier IT- und Software-Spezialisten entstanden, konzentriert sich die junge Firma seitdem auf die drahtlose und mobile Datenübertragung von schwer zugänglichen Orten direkt in die Cloud. Das können Container sein, die irgendwo auf der Welt herumschippern, aber auch Maschinen in der Fabrik, von denen bestimmte Daten nur stichprobenartig erhoben werden sollen.

Die Erfahrungen, die Henn in seinen Gesprächen an diesem Tag bislang gemacht hat, sind zwiespältig. „Da gibt es ein Zögern, da wird eher abgewehrt, wenn es darum geht, in neuen Lösungen zu denken“, sagt der Start-up-Unternehmer. Die Bereitschaft, grundsätzlich mal anders an die Dinge heranzugehen und dann auch umzusetzen, sei bei vielen der etablierten Unternehmen recht gering ausgeprägt. „Alle sehen die Notwendigkeit von 4.0, aber dann versickert der Elan.“

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