Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.02.2012

12:43 Uhr

Elektrokonzern

ABB profitiert vom Ausbau der Stromnetze

Der Elektrokonzern ABB hat gut gewirtschaftet und verdient dank des weltweiten Ausbaus der Stromnetze ganz gut: Unterm Strich legte der Gewinn im vergangenen Quartal um ein Fünftel zu. Und die Auftragsbücher sind voll.

Der Elektrokonzern profitiert immer stärker vom weltweiten Ausbau der Stromnetze. dapd

Der Elektrokonzern profitiert immer stärker vom weltweiten Ausbau der Stromnetze.

ZürichDie weltweite Modernisierung von Industrie und Stromnetzen hat dem Elektrokonzern ABB erneut starke Zuwächse beschert. Der Gewinn stieg 2011 um ein Viertel auf knapp 3,2 Milliarden Dollar, wie die Schweizer am Donnerstag mitteilten. Auch dank mehrerer Übernahmen kletterte der Umsatz auf das Rekordniveau von knapp 38 Milliarden Dollar. Vor allem der Bau neuer Hochspannungsleitungen und das Geschäft mit Fabriktechnik und Elektromotoren füllten die Kassen der Zürcher. Aus dem Jahresgewinn spendiert ABB seinen Aktionären mit 65 Rappen je Anteilsschein eine höhere Dividende. Im Vorjahr hatte der Konzern 60 Rappen ausgeschüttet.

Entgegen der Erwartungen der Analysten wuchs der Auftragseingang im Schlussquartal sogar noch leicht auf 10,2 Milliarden Dollar. „Wir haben auch im vierten Quartal wieder gut gewirtschaftet und insbesondere unsere internen Kosten gesenkt und die Projektausführung verbessert. So war es uns möglich, in einem volatilen Marktumfeld einen Rekordumsatz und solide Erträge zu erzielen“, sagte Vorstandschef Joe Hogan. „Die Nachfrage nach Energieeffizienzlösungen in der Industrie und nach Netzerweiterungen und Netzmodernisierungen war gut, und wir erwarten, dass sich dies fortsetzt.“

Milliardenübernahme: ABB schielt Richtung USA

Milliardenübernahme

ABB schielt Richtung USA

Der Schweizer Siemens-Konkurrent ABB steht vor einer Milliardenübernahme in den USA. Der Elektrokonzern kauft für rund vier Milliarden Dollar Thomas & Betts.

Hogan setzt auch weiter auf Übernahmen von Firmen. Bis 2015 sollen dafür insgesamt 9 bis 18 Milliarden Dollar investiert werden. Erst im Januar hatte ABB den Kauf des amerikanischen Spezialisten für Niederspannungsprodukte, Thomas & Betts, für rund 3,9 Milliarden Dollar bekanntgegeben. Die Nachfrage nach Energieeffizienzlösungen in der Industrie und nach Netzerweiterungen und Netzmodernisierungen sei gut, erklärt Hogan. Zukäufe sollen in den nächsten fünf Jahren rund 3 bis 4 Prozent zum Wachstum des Konzerns beitragen.

Allerdings rechnet der ABB-Chef mit harter Konkurrenz. „Gleichzeitig werden ein ungünstiger Geschäftsmix und der anhaltende Preisdruck aus dem Auftragsbestand die Gewinnmargen im ersten Quartal voraussichtlich belasten. Für den weiteren Jahresverlauf sind wir jedoch optimistischer.“ Auch der große Rivale Siemens hatte jüngst seinen Geschäftsverlauf ähnlich eingeschätzt. Allerdings zeichne sich in den USA eine konjunkturelle Erholung und ein weiter starkes Wachstum in China ab.

„Das Management wird auch in Zukunft Kosten- und Produktivitätsverbesserungen vorantreiben“, teilte ABB mit. „Gleichzeitig geht das Unternehmen davon aus, dass der starke Auftragsbestand, fortgesetzte Kundeninvestitionen in Bereichen wie der Stromverteilung und der Öl- und Gasindustrie und die starke Präsenz in schnell wachsenden Schwellenmärkten dem Unternehmen im Jahr 2012 umfassende Möglichkeiten für profitables Wachstum eröffnen werden.“ Eine konkretere Prognose gaben die Eidgenossen nicht. ABB werde die Vertriebsorganisation weiter ausbauen und die Produktentwicklung beschleunigen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×