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25.10.2012

07:25 Uhr

Elektrokonzern

Wirtschaftskrise hinterlässt erste Spuren bei ABB

Geringere Margen und Auftragseinbrüche auf dem europäischen Markt lasten auf der Bilanz von ABB. Wirkliche Sorgen müssen sich die Schweizer aber nun nicht machen. Konkurrent Siemens geht es noch viel schlechter.

ABB-Vorstandschef Joe Hogan ist vorsichtig optimistisch. Reuters

ABB-Vorstandschef Joe Hogan ist vorsichtig optimistisch.

MünchenDer Elektrokonzern ABB bekommt langsam die Wirtschaftskrise zu spüren. Der Auftragseingang der Schweizer ging im vergangenen Quartal um fünf Prozent auf 9,3 Milliarden Dollar zurück, wie das Unternehmen mitteilte. Der Umsatz sei um vier Prozent auf 9,75 Milliarden Dollar gesunken, der Gewinn im gleichen Maß auf 759 Millionen Dollar.

Vor allem der Preisdruck im Energietechnikgeschäft habe auf den Margen gelastet, räumte ABB ein. Auch an seiner Automatisierungstechnik habe der Konzern trotz besserer Auftragslage weniger verdient. Verglichen mit dem größeren Rivalen Siemens, dessen Auftragseingang zuletzt um ein Viertel eingebrochen war, hielten sich die Eidgenossen aber noch relativ wacker. „Es ermutigt uns, dass wir das Geschäft ausbauen und unsere Ertragskraft trotz des schwierigen Makroumfelds in unserem Zielkorridor halten konnten“, sagte Vorstandschef Joe Hogan. Sein Haus habe von Kostensenkungen und einem verstärkten Amerika-Geschäft profitiert.

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Hogan hat in den letzten Jahren ABB durch zahlreiche Zukäufe in Übersee unabhängiger vom europäischen Heimatmarkt gemacht. Die Expansion habe sich ausgezahlt, lobten die Schweizer die Entscheidung. Zudem seien die Kosten unter Kontrolle geblieben. „Diese Entwicklungen geben uns Anlass zu vorsichtigem Optimismus“, sagte Hogan. Vor allem der zuletzt übernommene US-Niederspannungsspezialist Thomas & Betts habe den Auftragseingang gestützt. Der US-Rivale GE hatte jüngst durch die Stärke in seiner Heimatregion ebenfalls die Schwäche in Europa weitgehend wegstecken können.

Ohne den Neuzugang Thomas & Betts hätte die Wirtschaftsflaute deutlichere Folgen für ABB gehabt. Das Volumen der Großaufträge mit einem Bestellwert von je über 15 Millionen Dollar sei zuletzt um fast ein Drittel eingeknickt.

Für die absehbare Zukunft zeigte sich Hogan verunsichert. „In den kommenden Quartalen werden verschiedene Entwicklungen beobachtet werden müssen“, hieß es. Langfristig seien die Wachstumsperspektiven seines Hauses unverändert. Die Prognose bis 2015 bleibe aufrecht. Demnach will ABB jährlich seinen Umsatz organisch um bis zu zehn Prozent steigern, der Gewinn soll um bis zu 15 Prozent pro Jahr wachsen.

Von

rtr

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