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08.06.2017

10:56 Uhr

Elektromobilität

Honda setzt verstärkt auf Europa

Japan gilt als Pionier für Elektromobilität. Der Automobilkonzern Honda sieht dabei in Europa große Wachstumschancen. Schon bald sollen zwei Drittel aller Fahrzeuge über einen Elektroantrieb verfügen.

Das rohstoffarme Japan gilt als Pionier für Elektromobilität. AP

Honda Clarity

Das rohstoffarme Japan gilt als Pionier für Elektromobilität.

TokioDer japanische Autobauer Honda will verstärkt die Entwicklung von Elektrofahrzeugen vorantreiben und sieht Europa dabei als Wachstumslokomotive. Bis zum Jahr 2025 sollen zwei Drittel aller in Europa verkauften Fahrzeuge über einen Elektroantrieb verfügen, wie die Nummer Drei der japanischen Branche am Donnerstag mitteilte. Europa übernehme damit eine Vorreiterrolle bei der Förderung der Elektromobilität.

Mit Hilfe einer neu gegründeten Forschungsabteilung wolle man das Tempo bei der Elektro-Entwicklung beschleunigen, erklärte Honda-Chef Takahiro Hachigo am Forschungs- und Entwicklungsstandort des Konzerns in der japanischen Provinz Tochigi.

Zunächst will Honda seine europäischen Modelle mit Hybridantrieben ausrüsten. In Tochigi wird ein neues Hybridsystem namens i-MMD getestet, das über zwei Motoren verfügt. Das erste Hybridmodell mit einem solchen System soll im kommenden Jahr in Europa auf den Markt kommen. Hinzu kommen sollen Plug-in-Hybridmodelle, Elektrofahrzeuge und Brennstoffzellenautos wie der Honda Clarity Fuel Cell, hieß es.

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Immer mehr Käufer möchten kompakte City-SUV, und die Hersteller liefern. Honda etwa belebt den HR-V neu. Und der bietet moderne Basismobilität, aber kaum Emotionen. Reicht das gegen die starke Konkurrenz?

Der Clarity Fuel Clell, der kürzlich beim Automobilsalon in Genf vorgestellt wurde, komme auf eine maximale Reichweite von 620 Kilometern, hieß es.

Das rohstoffarme Japan gilt als Pionier für Elektromobilität. Auch im Bereich der Forschung und Entwicklung von Batterien gilt die Nummer Drei der Weltwirtschaft als einer der fortschrittlichsten Märkte. Der Elektronikriese Sony brachte bereits 1991 den ersten Lithium-Ionenakkumulator auf den Markt. Heute sind japanische Hersteller mit führend bei Energiespeichern für Plug-In-Hybride und Elektrofahrzeuge. Nachdem Toyota 1997 mit dem Prius erstmals einen Hybrid in nennenswerter Stückzahl auf den Markt gebracht hatte, bieten heute alle namhaften Autobauer elektrifizierte Fahrzeuge an.

Das sind die wertvollsten Autokonzerne

Platz 10

Subaru – Marktkapitalisierung: 30 Milliarden Euro*

Der Einstieg in die wertvollsten zehn ist eine Überraschung. Der japanische Autobauer Subaru lässt Riesen wie PSA, Fiat-Chrysler und Renault hinter sich. Das hat einen Grund: die Japaner arbeiten mit größerer Marge als alle Konkurrenten.

Quelle: CAM Bergisch-Gladbach; Stand: 12/ 2016

Platz 9

Tesla – Marktkapitalisierung: 33 Milliarden Euro

In den vergangenen Jahren hat der Elektropionier Milliardenverluste angehäuft. Die Investoren sind von der Vision einer emissionsfreien Mobilität aber weiterhin elektrisiert. Darum gehören die Kalifornier weiterhin zu den wertvollsten Autobauern.

Platz 8

Nissan – Marktkapitalisierung: 40 Milliarden Euro

Der Gewinn der Japaner schwächelte zuletzt. Doch durch die globale Aufstellung scheint Nissan durchaus krisenresistenter zu sein als mancher Konkurrent. Ein neue CEO soll die Japaner nun zurück in die Erfolgsspur führen.

Platz 7

Ford – Marktkapitalisierung: 45 Milliarden Euro

Seit Jahren produziert Ford mit dem F-150 das meistverkaufte Auto der USA. Und auch in Europa erwirtschaftet man zuletzt einen Milliardengewinn. Dennoch schwächelte der Aktienkurs zuletzt spürbar.

Platz 6

Honda – Marktkapitalisierung: 50 Milliarden Euro

Ein weiterer Japaner, den in Deutschland nur wenige auf dem Zettel haben. Doch gerade in Asien und den USA kann Honda durchaus Achtungserfolge vorweisen. Das reicht für einen Platz unter den wertvollsten Autokonzernen.

Platz 5

General Motors – Marktkapitalisierung: 50 Milliarden Euro

Mit dem Verkauf von Opel trennen sich die Amerikaner von ihrem defizitären Europageschäft und wollen damit ihre Rentabilität weiter steigern. Auch unter Mary Barra bleibt GM der wertvollste amerikanische Autokonzern.

Platz 4

BMW – Marktkapitalisierung: 57 Milliarden Euro

BMW-Chef Harald Krüger will mit einer Modelloffensive den Titel als größter Premiumautobauer von Daimler zurückerobern. Im Vergleich der wertvollsten Autokonzerne verpassen die Münchener das Treppchen.

Platz 3

VW – Marktkapitalisierung: 68 Milliarden Euro

Innerhalb von zwei Jahren hat sich der Kurs der VW-Aktie fast halbiert. Schuld ist der Betrug beim Diesel. Trotz der hohen Verluste landen die Wolfsburger noch unter den drei wertvollsten Autokonzernen der Welt.

Platz 2

Daimler – Marktkapitalisierung: 76 Milliarden Euro

Das Beste oder Nichts – mit diesem Motto gehen die Schwaben seit einigen Jahren auf Kundenfang. Im Vergleich der wertvollsten Konzerne muss man sich allerdings mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Dafür ist Daimler der wertvollste Premiumautobauer.

Platz 1

Toyota – Marktkapitalisierung: 182 Milliarden Euro

Den Titel als größter Autobauer der Welt haben die Japaner an VW verloren. Das stört die Aktionäre allerdings nicht im Geringsten. Denn bei Gewinn und Marge kann Toyota trotz eines schwachen Jahres kaum ein Volumenhersteller das Wasser reichen.

„Wir werden unsere weltweiten Ressourcen im Bereich Forschung und Entwicklung nutzen, um schon bald ein umfassendes Portfolio fortschrittlicher Elektroantriebe in Europa anzubieten“, erklärte der Präsident von Honda Motor Europe kürzlich in Genf die weitere Strategie des Unternehmens. Honda verkaufte vergangenes Jahr in Europa rund 159.000 Autos, ein Zuwachs zum Vorjahr von 20,8 Prozent.

Um die Entwicklung der Elektromobilität voranzutreiben, hat Honda R&D Europe in Offenbach eine öffentliche Ladesäule mit Hochvolttechnologie gebaut, an der gleichzeitig bis zu vier Fahrzeuge mit unterschiedlichen Steckertypen und mit insgesamt maximal 150 Kilowatt laden können. Honda will die neue Anlage auch für die Forschung nutzen. „Das Projekt ist langfristig angelegt. Wir wollen die Elektromobilität weiter voranbringen und neue Synergien für unsere Kunden entwickeln“, sagte Honda-Projektleiter Martin Stadie.

Von

dpa

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