Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.02.2017

12:51 Uhr

Elektromobilität

VW prüft Massenfertigung von Batteriezellen

Da Volkswagen massiv in die Elektromobilität investieren will, prüft der Autohersteller die Massenfertigung von Batteriezellen in Salzgitter. Bisher kommen alle entscheidenden Teile aus diesem Markt aus Asien.

Der Autobauer hatte auch als Reaktion auf den Dieselskandal angekündigt, die Elektromobilität massiv auszubauen. dpa

Zukunftspaket

Der Autobauer hatte auch als Reaktion auf den Dieselskandal angekündigt, die Elektromobilität massiv auszubauen.

WolfsburgVolkswagen erwägt im Zuge seines Umbaus den Einstieg in eine Massenfertigung von Batteriezellen in Salzgitter. Das bekräftigte Betriebsratschef Bernd Osterloh am Dienstag auf einer Betriebsversammlung in Wolfsburg. Er fügte hinzu: „Soweit dies wirtschaftlich tragbar ist.“

Der Autobauer hatte auch als Reaktion auf den Dieselskandal angekündigt, die Elektromobilität massiv auszubauen. Bisher werden Batteriezellen als wichtige Komponente vor allem in Asien produziert. Der Ausbau der Elektromobilität ist auch Teil eines „Zukunftspaktes“ bei VW, den Management und Arbeitnehmervertreter vereinbart hatten.

VW-Betriebsversammlung: Der Dauerstreit in Wolfsburg geht weiter

VW-Betriebsversammlung

Der Dauerstreit in Wolfsburg geht weiter

Im VW-Stammwerk Wolfsburg ist heute mal wieder Betriebsversammlung. Diese dürfte zur Bühne für den Betriebsrat und dessen Managerschelte werden. Wann findet der Grabenkrieg bei Volkswagen endlich ein Ende?

Osterloh sagte laut Mitteilung: „Zum Zukunftspakt gehört auch das Erproben der Herstellung von Batteriezellen im industriellen Maßstab. In einem zweiten Schritt ist in Salzgitter der Einstieg in die Massenfertigung von Batteriezellen geplant, soweit dies wirtschaftlich tragbar ist.“

Bei der Vorstellung des „Zukunftspakts“ im November hatte es geheißen, das VW-Motorenwerk Salzgitter habe gute Chancen, künftig möglicherweise auch Batteriezellen für Elektroautos produzieren zu können. Beim Ausbau der Elektromobilität stehen viele Jobs in der Herstellung klassischer Verbrennungsmotoren auf der Kippe.

Was der Zukunftspakt für die VW-Standorte bedeutet

Wolfsburg

Bis 2020 sollen am Stammsitz rund 1000 Arbeitsplätze in Zukunftsfeldern entstehen. Der nächste Golf 8 für die USA soll in Wolfsburg gefertigt werden, außerdem ein SUV für die spanische Tochter Seat. In anderen Bereichen läuft die Fertigung bis 2022 aus – unter anderem beim Lenkstangenrohr und der Räderfertigung.

Kassel

Das größte Teilewerk des Konzerns soll im VW-Konzern das Leitwerk für den Elektro-Antriebsstrang werden – samt Entwicklungsaufgaben. Zudem sollen in Nordhessen auch mehr Ersatzteile gefertigt werden.

Salzgitter

Das Motorenwerk in Salzgitter gilt als einer der Verlierer aufkommender E-Antriebe. Der Standort soll daher die Federführung bei der Entwicklung von Batteriezelltechnologien erhalten und – soweit wirtschaftlich tragbar – auch die Serienfertigung der Zellen. Die Produktion von Hauptkomponenten für E-Motoren soll sich Salzgitter mit Kassel teilen.

Emden

Ab 2019 soll Emden ein viertes Modell bekommen, um die Auslastung des Werkes an der Küste zu sichern. Im Zuge der Abgasaffäre hatte VW im März angekündigt, die Verträge von 2150 Leiharbeitern nicht zu verlängern.

Hannover

Die Gießerei und der Bereich Wärmetauscher standen auf dem Prüfstand, bleiben aber erhalten und sollen auch Komponenten für die E-Antriebe der Zukunft liefern. Zudem wird in der Gießerei der 3D-Druck von Teilen angesiedelt. In beiden Bereichen fallen jedoch Stellen weg.

Braunschweig

Das Werk bekommt die Entwicklung für Batteriesysteme in den Produktionsbaukästen des Konzerns sowie die Montage von einigen Batterien. Zudem soll die Produktion von Lenkungen ausgebaut werden. Die Kunststofffertigung wird dagegen bis 2021 eingestellt, auch Fahrwerke werden wohl Arbeit verlieren.

Zwickau

Neue Golf-Modelle sollen auch weiter in Zwickau gebaut werden, zudem soll das Werk ein Elektromodell erhalten. Dennoch wird die Zahl der Beschäftigten sinken.

Osterloh forderte zudem mehr Anstrengungen der Politik bei der Förderung der Elektromobilität. „Da denke ich zum Beispiel an die Lade-Infrastruktur. Da kann die Bundesregierung, wenn es nach mir geht, gerne ein bisschen aktiver werden.“ Als ein Grund für die schleppende Nachfrage nach Elektroautos gilt auch eine bisher fehlende flächendeckende Lade-Infrastruktur.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×