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10.03.2012

09:14 Uhr

Elektronik

Epson greift Druckerindustrie an

VonMartin Murphy

Stramme Ansage: Der Elektronikkonzern Epson will den Markt für Druckmaschinen herausfordern. Wie die Japaner das machen wollen.

Minoru Usui, Präsident der Seiko Epson Corporation. Epson

Minoru Usui, Präsident der Seiko Epson Corporation.

Meerbusch bei DüsseldorfDer Chef des japanischen Elektronikkonzerns Epson, Minoru Usui, hat sich hohe Ziele gesetzt. "Wir wollen den konventionellen Druck ersetzen - vollständig", sagte er dem Handelsblatt. Alles, was heute noch mit großen, konventionellen Maschinen der deutschen Weltmarktführer Heidelberger Druck und Koenig & Bauer (KBA) gedruckt wird, soll eines Tages von den digitalen Anlagen der Japaner erledigt werden. Das wäre eine Revolution. Bislang werden nur zehn Prozent des weltweiten Druckvolumens von 413 Milliarden Euro mit digitalen Druckern ausgeführt. Keine Zeitung und kein größeres Magazin wird heute auf Digitalgeräten von Epson oder eines anderen Herstellers gedruckt. Vielmehr laufen alle Massenprodukte über Rollen oder werden Blatt für Blatt in Sekundenbruchteilen durch traditionelle Druckmaschinen gejagt. Diese Technik ist ausgereift, die Hersteller haben sie über Jahrzehnte weiterentwickelt.

Epson kommt sozusagen vom anderen Ende des Technologiespektrums. Die Asiaten produzieren Drucker, wie sie in Privathaushalten und Büros verwendet werden. Zu den Kunden gehören inzwischen aber auch professionelle Anwender, die Fotos im Großformat drucken. Für den Druck von Massenprodukten werden Epson-Drucker nicht eingesetzt. Das will Usui ändern, er will in die Druckereien vordringen. Ganz vereinzelt gibt es dort bereits Digitaldrucker, aber diese sind von Herstellern wie Hewlett-Packard (HP), Ricoh oder Konica Minolta. Sogar der Epson-Chef räumt ein: "Es klingt wie ein Traum." Langfristig werde dieser aber Wirklichkeit werden. Denn die Technologie der Epson-Drucker biete viele Vorteile. Das Unternehmen verwendet ein System, bei dem über Düsen Farbe auf das Papier aufgesprüht wird. Im Gegensatz zu dem von Heideldruck, KBA und Manroland angewendeten Offsetdruck ist das Verfahren berührungslos. Auch gegenüber den Digitaldruckern der Konkurrenz sei die Technik von Epson besser, da die Farbe nicht erhitzt werden müsse, sagt Usui. Künftige Epson-Drucker würden daher mit weniger Farbe auskommen. "Das schont die Umwelt", meint Usui. Und die Kasse, denn Druckerfarbe ist sehr teuer.

Kommentare (1)

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Typotrender

10.03.2012, 11:25 Uhr

So rechnen Milchmädchen. Erstens schafft eine Heidelberger 2.700 A4-Seiten in der Minute (18.000/h, 9 Seiten auf dem Bogen) und zweitens vergisst der nette Herr Usui den rotativen Offsetdruck. Dort ist der Output immer über 10.000 Seiten pro Minute. Und den Faktor Offsetfarbe zu Toner mit oft 1:1000 darf man auch nicht unterschlagen.

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