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21.07.2011

06:40 Uhr

Elektronikkonzern

ABB surft weiter auf der Aufschwungswelle

Die Kunden von ABB sind in Investitionslaune - der Schweizer Elektronikkonzern steht weiter gut da. Die Schweizer konnten erneut einen Quartalsgewinn deutlich steigern.

Ein Stand des Elektrotechnikkonzerns ABB. Quelle: dapd

Ein Stand des Elektrotechnikkonzerns ABB.

MünchenDer Aufschwung beim Schweizer Elektrokonzern ABB setzt sich nahezu unvermindert fort. „Die Orderbücher in jedem unserer Bereiche sind gut gefüllt, wir profitieren von der Erholung der Volkswirtschaften“, sagte Vorstandschef Joe Hogan am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Im vergangenen Quartal sei der Gewinn verglichen mit dem Vorjahreszeitraum dank wachsender Ausgaben für Fabrikausrüstung um fast die Hälfte auf 893 Millionen Dollar gestiegen, teilte ABB mit. Der Umsatz kletterte im gleichen Zeitraum um gut ein Viertel auf 9,68 Milliarden Dollar.

ABB setzt sich mit seiner ungebrochenen Zuversicht von seinem deutschen Rivalen Siemens ab. Die Münchener rechnen für die kommende Zeit mit rückläufigen Wachstumsraten. Am Aktienmarkt herrschte allerdings Enttäuschung, dass ABB sich nicht noch optimistischer für 2011 äußerte: Die Aktie verlor in Zürich gut zwei Prozent auf 20,25 Franken. „Wir bleiben angesichts der starken Dynamik in den Schlüsselmärkten und dem zuversichtlichen Tenor des Ausblicks dennoch optimistisch“, urteilten die Analysten der Credit Suisse. Die Kollegen von der Bank Wegelin sprachen von „einem elektrisierenden Zahlensatz“. Auf eine Belebung im Geschäft mit Stromübertragung bleibe zwar noch zu warten, allerdings dürften sich die „geschickten Zukäufe“ längerfristig auszahlen.

Die ABB-Kunden investierten zuletzt vor allem in Roboter, Motoren und Niederspannungssysteme. Die Ausweitung der Produktion in der Öl- und Gasbranche, der Papierherstellung und der Metall- und Schiffbauindustrie habe das Geschäft angekurbelt. „Der wachsende Energiebedarf insbesondere in den Schwellenmärkten, führte zu einer höheren Nachfrage nach Stromverteilungslösungen“, sagte Hogan. Lediglich Stromübertragungstechnik sei noch nicht wieder so gefragt gewesen. „Wir sind zufrieden mit dem Wachstum und den Resultaten in diesem Quartal und in der ersten Hälfte des Jahres.“ Auch die Übernahmen der letzten Zeit hätten sich ausgezahlt, der US-Motorenhersteller Baldor trage zum Gewinn der Schweizer bei.

Die Auftragsbücher der Zürcher füllen sich zudem weiter: Der Auftragseingang habe um fast ein Drittel auf knapp 9,9 Milliarden Dollar zugelegt. „Wir gehen nach heutigem Kenntnisstand trotz der zugenommenen Sorgen um Staatsschulden und Inflation weiterhin von einer anhaltend lebhaften Nachfrage zur Steigerung der Produktivität und Energieeffizienz in der Industrie und einer Erholung im Stromübertragungsgeschäft in der zweiten Jahreshälfte aus“, sagte Vorstandschef Hogan.

Er begegnete Befürchtungen, der leichte Margenschwund in manchen Geschäftsfeldern könnte sich ausweiten. Die sinkenden Renditen von einzelnen Sparten seien vor allem auf gestiegene Ausgaben für Entwicklung und Vertrieb zurückzuführen, sagte Hogan in einer Telefonkonferenz. Zudem sei ABB dabei, Preiserhöhungen im Markt durchzusetzen. Zusammen mit den geplanten Einsparungen von einer Milliarde Dollar im laufenden Jahr werde sich ABB gegen die steigenden Rohstoffkosten stemmen.

Von

rtr

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