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25.01.2010

07:29 Uhr

Elektronikkonzern

Philips legt Messlatte für Siemens

VonMaike Telgheder

Der Umsatz liegt vielleicht noch leicht unter dem Niveau des Vorjahres, dennoch ist Philips mit dem jüngsten Quartal zufrieden. Der Erholungstrend des Elektronikkonzerns setzt sich fort. Die Messlatte für den Konkurrenten Siemens ist gelegt.

Flachbildfernseher von Philips. ap

Flachbildfernseher von Philips.

FRANKFURT. Der Philips-Konzern setzt seinen Erholungskurs fort: Insbesondere ein Gewinn, der deutlich höher ausfiel als erwartet, überraschte die Märkte positiv. Die Aktie stieg in Amsterdam um knapp 5 Prozent auf 21,34 Euro und war damit der Gewinner im Leitindex.

Der Anbieter von Glühbirnen, Haushalts- und Unterhaltungselektronik sowie medizintechnischen Geräten konnte sich nach einem schwierigen ersten Halbjahr in den letzten beiden Quartalen 2009 kontinuierlich verbessern. Insgesamt erwirtschaftete Philips im vergangenen Jahr einen Nettogewinn von 424 Mio Euro, nachdem der Konzern im Jahr zuvor noch 92 Mio. Euro Verlust gemacht hatte. Der Umsatz lag mit 23,1 Mrd. Euro um elf Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Kunden hätten in der Wirtschaftskrise weniger und billiger eingekauft, sagte Firmenchef Gerard Kleisterlee. Wechselkurse und Veränderungen im Produktportfolio herausgerechnet, sank der Umsatz von Philips allerdings nur um drei Prozent. Außerdem hat der Konzern seine Liquidität im vergangenen Jahr verbessern können: Der Free Cash-Flow stieg um zwölf Prozent auf 863 Mio. Euro.

Philips hat früh auf die Krise reagiert

Verschiedene Analysten werteten die Philipszahlen positiv: „Neben den guten Renditen im Consumerbereich sind wir vor allem von den sich stabilisierenden Umsätzen in den Bereichen Gesundheit und Beleuchtung beeindruckt“, schrieb Analyst Victor Bareno von SNS Securities. Und Jürgen Wagner von Sal. Oppenheim zeigte sich insbesondere von der Margenverbesserung in der Sparte Healthcare positiv überrascht.

Trotz der Verbesserung des Geschäfts in allen drei Unternehmensbereichen ist Firmenchef Gerard Kleisterlee mit Blick auf die Zukunft vorsichtig. „Die aktuellen wirtschaftlichen Umstände lassen keine verlässliche Prognose zu“, sagte er. Gegenüber dem Handelsblatt zeigte sich Kleisterlee überzeugt, dass Philips seine Leistungen auch im laufenden Jahr weiter verbessern könne: „Wir sind zwar nicht übermäßig optimistisch, aber ich denke, wir haben mit den Zahlen im vierten Quartal gezeigt, was die Firma leisten kann“, so Kleisterlee. Als „Zeichen des Vertrauens in die künftige Geschäftsentwicklung“ schlug er eine Dividende von 0,70 Euro je Aktie vor, die damit auf Vorjahresniveau liegt.

Der Mischkonzern hatte schon früh auf die einsetzende Weltwirtschaftskrise reagiert und seit 2008 seine Kosten um insgesamt 700 Mio. Euro gesenkt. Mehr als 6 000 Stellen wurden abgebaut, aktuell beschäftigt Philips noch rund 116 000 Mitarbeiter. Im laufenden Jahr könnte Philips nach den Worten von Kleisterlee noch einmal 150 bis 250 Mio. Euro Kosten vor allem im Geschäftsbereich Beleuchtung einsparen. Philips hat in den vergangenen Jahren große Geschäftsbereiche wie beispielsweise die Chip-Fertigung ausgelagert. Im vergangenen Jahr hat sich der Konzern aus der Herstellung von Flachbildschirmen und Computermonitoren verabschiedet. Als Marke ist Philips hier aber weiterhin präsent. Zugekauft hatte das Unternehmen dagegen vor allem im eher konjunkturunabhängigen Bereich Medizintechnik. Und mit dem Kauf der Espresso-Maschinenfirma Saeco im vergangenen Jahr demonstrierte der Mischkonzern gleichzeitig, dass man auch im klassischen Segment der Haushaltsgeräte weiter expandieren will.

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