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30.03.2017

11:25 Uhr

Elring-Klinger

Autozulieferer erwartet höheren Betriebsgewinn

Bis 2020 peilt der Autozulieferer Elring-Klinger einen Umsatz von zwei Milliarden Euro an. Für den Wandel der Autoindustrie hin zu Elektroantrieben sieht sich der schwäbische Hersteller gerüstet.

Der Hersteller von Dichtungen, Leichtbaukomponenten und Teilen für Elektroantriebe hat ein Umsatzplus von zwei bis vier Prozentpunkten über dem globalen Marktniveau angekündigt, das nach Einschätzung der Zulieferers ein bis zwei Prozent über Vorjahresniveau liegen wird. dpa

ElringKlinger

Der Hersteller von Dichtungen, Leichtbaukomponenten und Teilen für Elektroantriebe hat ein Umsatzplus von zwei bis vier Prozentpunkten über dem globalen Marktniveau angekündigt, das nach Einschätzung der Zulieferers ein bis zwei Prozent über Vorjahresniveau liegen wird.

StuttgartDer Autozulieferer Elring-Klinger sieht sich durch den Umschwung von Benzin- und Dieselmotoren hin zum Elektroantrieb nicht gefährdet. Durch den Abgasskandal bei Volkswagen und schärfere Vorgaben der Politik stellten die Hersteller ihr Angebot nun schneller auf Elektroautos um, erklärte Vorstandschef Stefan Wolf am Donnerstag in Stuttgart. „Wir werden mit unseren Produkten dafür richtig aufgestellt sein“, machte er klar. Das bisherige Hauptprodukt der Schwaben, Zylinderkopfdichtungen, sei mit einem Umsatzanteil von 13 Prozent das einzige, das ausschließlich in Verbrennungsmotoren gebraucht werde. Sollten Benzin- und Dieselmotoren eines Tages ganz ausgemustert werden, könnte Elring-Klinger den Wegfall des Dichtungsgeschäfts mit Teilen für den Elektroantrieb oder Leichtbaukomponenten mehr als ausgleichen.

Für manche Analysten gehört Elring-Klinger wegen hoher Abhängigkeit von konventionellen Antrieben zu den künftigen Verlierern unter den Zulieferern. Das Unternehmen begann aber schon vor einigen Jahren mit Komponenten für Batterien und Brennstoffzellen Alternativen aufzubauen. Die reinen Elektroantriebsteile trugen zuletzt erst ein Prozent zum Umsatz bei und warfen keinen Gewinn ab. „Es war richtig, ein paar Jahre Verluste hinzunehmen, sodass wir heute, wenn Anfragen kommen, springen können“, sagte Wolf. Entscheidungen wie die von Daimler, neue Elektroautomodelle schon bis 2022 auszurollen, könnten dem SDax-Unternehmen Rückenwind verschaffen. In diesem Jahr werde mit der Sparte ein Ergebnisbeitrag erwartet.

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Nach Einschätzung von Wolf wird zu Beginn des nächsten Jahrzehnts der Höhepunkt beim Absatz von Verbrennungsmotoren erreicht. Danach sei mit einem Rückgang zu rechnen, auch wenn die abgasproduzierende Antriebsart entgegen der Forderung der Grünen 2030 nicht verschwinden werde. Mit einer neuen Generation von Benzin- oder Dieselmotoren rechnet Wolf nicht mehr. "Wir werden keine bahnbrechenden Neuentwicklungen mehr sehen, nur die bestehenden Motoren werden optimiert."

Nach einem kräftigen Gewinnrückgang 2016 um 14 Prozent auf knapp 79 Millionen Euro und einer um fünf auf 50 Cent gekürzten Dividende gab der Zulieferer eine vorsichtige Wachstumsprognose für das laufende Jahr ab. Im vergangenen Jahr hatten die Kostenprobleme bei der Schweizer Abschirmtechniktochter belastet. Doch hier sei das Gröbste überstanden, sagte Wolf. Ein Teil der Produktion wurde wegen der Engpässe in der Schweiz, die hohe Sonderfracht- und Arbeitskosten verursachten, nach Ungarn verlegt. Nach einer Stagnation des Betriebsgewinns bei rund 140 Millionen Euro wird Wolf zufolge 2017 eine Spanne von 144 bis 165 Millionen Euro angepeilt.

In den vergangenen Jahren musste Elring-Klinger seine Jahresprognosen mehrfach senken und verspielte damit viel Vertrauen an der Börse. Um die Erwartungen zu dämpfen, legte sich das Management nicht auf die absoluten Zahlen fest, sondern stellte nur prozentuale Zuwächse in Aussicht. Der Umsatz von zuletzt 1,56 Milliarden Euro soll um zwei bis vier Prozentpunkte stärker wachsen als der globale Markt, der nach Einschätzung des SDax-Konzerns um ein bis zwei Prozent zulegen wird. Die operative Marge soll neun bis zehn Prozent betragen.

Finanzchef Thomas Jessulat erklärte die Vorsicht damit, dass die Aussichten für die Autoindustrie wegen des Brexit oder der unklaren Zollpläne in den USA derzeit besonders unsicher seien. An der Börse kam der Ausblick gut an, da Anleger mit trüberen Aussichten gerechnet hatten. Die Aktie setzte sich mit einem Plus von mehr als acht Prozent bei Kursen nahe 19 Euro an die Spitze des Kleinwertesegments SDax. „Die schwierige Phase hat länger gedauert, als wir gedacht haben, aber jetzt sind wir auf einem besseren Weg“, sagte Wolf.

Von

rtr

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