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06.01.2010

16:29 Uhr

EnBW

Dresden hat sächsische Stadtwerke-Holding im Visier

VonJürgen Flauger

Die Stadt verhandelt exklusiv mit EnBW über die Übernahme von deren lukrativer Tochter Geso. Der Kaufpreis soll bei rund 900 Millionen Euro liegen.

EnBW würde die Stadtwerke-Holding Geso wohl verkaufen. Quelle: dpa

EnBW würde die Stadtwerke-Holding Geso wohl verkaufen.

DÜSSELDORF. Der Trend zur Übernahme von Energieversorgern durch Kommunen setzt sich fort. Die Stadt Dresden greift nach der sächsischen Stadtwerke-Holding Geso. Der bisherige Eigentümer Energie Baden-Württemberg (EnBW) hat die Technischen Werke Dresden (TWD), eine hundertprozentige Tochter der Stadt, nach einem monatelangen Bieterverfahren als exklusiven Verhandlungspartner ausgewählt. Die Transaktion dürfte schon in wenigen Wochen abgeschlossen werden. Über die Höhe des Gebots machten die Parteien keine Angaben, in mit der Transaktion vertrauten Kreisen wird das Volumen aber mit rund 900 Mio. Euro beziffert.

Die Geso ist eine lukrative Holding. Zur Gruppe gehören Beteiligungen am regionalen Strom- und Gasversorger Enso, an den Dresdner Stadtwerken (Drewag) sowie an zwei regionalen Netzbetreibern und sieben weiteren kleineren kommunalen Energieversorgern. 2008 hatte die Holding einen Umsatz von 900 Mio. Euro erzielt und knapp 60 Mio. Euro Gewinn an die Mutter EnBW abgeführt.

Neben Dresden sollen sich die deutschen Versorger Gelsenwasser und Gasag, CEZ aus Tschechien sowie die Finanzinvestoren EQT und Macquarie um das Unternehmen bemüht haben. EnBW musste sich gegenüber dem Bundeskartellamt zum Verkauf der Geso verpflichten, um sich am Oldenburger Regionalversorger EWE beteiligen zu können. Der Kaufvertrag soll nach Angaben der EnBW jetzt zeitnah abgeschlossen werden.

Die Übernahme wäre ein neues Beispiel für die Rekommunalisierung der deutschen Energiewirtschaft. Nachdem in den ersten Jahren nach der Liberalisierung des Marktes im Jahr 1998 Kommunen noch im großen Stil Anteile an Stadtwerken an private Versorger verkauften, versuchen Städte und Gemeinden in vielen Orten jetzt wieder, die Energieversorgung an sich zu ziehen. Sie reagieren damit unter anderem auf den Ärger in der Bevölkerung über die Preise und die Marktmacht der großen Versorger. Zum anderen versprechen sie sich ein lukratives Geschäft.

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