Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.02.2016

15:41 Uhr

EnBW-Projekt „Hohe See“

Siemens erhält Großauftrag für Nordsee-Windpark

Siemens hat einen Milliardenauftrag vom Energieversorger EnBW erhalten. Der Technologiekonzern soll Teile für einen Nordsee-Windpark liefern – offenbar im Wert von rund einer Milliarde Euro.

Zwei Milliarden Euro hat EnBW für den Bau des Windparks veranschlagt. Etwa die Hälfte davon entfällt auf Siemens. dpa

Alle Aufträge erteilt

Zwei Milliarden Euro hat EnBW für den Bau des Windparks veranschlagt. Etwa die Hälfte davon entfällt auf Siemens.

DüsseldorfSiemens hat vom Energieversorger EnBW einen Milliardenauftrag für den geplanten Offshore-Windpark „Hohe See“ erhalten. Siemens werde 71 Windturbinen und Fundamente für das Nordsee-Projekt liefern, teilte EnBW am Montag mit. Mit der Vergabe an den Münchner Technologiekonzern seien nun für alle wichtigen Bauleistungen Lieferverträge abgeschlossen. Insgesamt beläuft sich der Auftragswert für „Hohe See“ auf rund zwei Milliarden Euro. Mehr als eine Milliarde entfällt einem Insider zufolge davon auf Siemens.

Die EnBW hat derzeit die Windparks „Baltic-1“ und „Baltic-2“ in der Ostsee mit insgesamt 336 Megawatt Leistung in Betrieb. In der Nordsee hat der vom Land Baden-Württemberg und südwestdeutschen Landkreisen beherrschte Versorger Projektrechte über 1600 Megawatt, die aber noch realisiert werden müssen. Dazu gehört der Windpark „Hohe See“. Die endgültige Investitionsentscheidung für das Projekt soll Ende 2016 fallen. EnBW plane bis dahin, Investoren für die Übernahme von bis zu 49,9 Prozent an „Hohe See“ im Rahmen eines strukturierten Beteiligungsmodells auszuwählen.

Das sind die größten Baustellen von Siemens

Energiesparte

Hier hat Siemens den Trend zu dezentralen Lösungen verpasst. Die Münchener ließen sich für ihre riesige Weltmeister-Gasturbine der H-Klasse feiern. Doch in Zeiten der Energiewende waren vor allem kleine Modelle gefragt, die die Konkurrenz im Portfolio hatte. Auch in Sachen Innovationskraft verlor Siemens den Anschluss. Mit teuren Akquisitionen, einem Stellenabbau und mehr Investitionen in Forschung & Entwicklung versuchen Joe Kaeser und Energievorstand Lisa Davis gegenzusteuern.

Wachstumsschwäche

Vor einer guten Dekade war Siemens doppelt so groß wie BMW. Inzwischen ist der Autobauer an dem Technologiekonzern vorbeigezogen. Das hat mehrere Gründe: Zum einen trennte sich Siemens immer wieder von Geschäftssparten, ohne im gleichen Maß zuzukaufen. Zudem war Siemens auch organisch in den meisten Jahren wachstumsschwach und fiel hinter die besten Konkurrenten zurück. Kaeser setzt auf mehr Innovationen und einen besseren Kundenzugang. Ab dem Geschäftsjahr 2016 soll Siemens schneller wachsen als die Wettbewerber.

Ertragsschwäche

Kaesers Vorgänger Peter Löscher wähnte Siemens schon in der Champions League der weltbesten Unternehmen. Doch nach einem Zwischenhoch bröckelten die Renditen wieder ab. Für das Geschäftsjahr 2014/15 hatte Kaeser eine operative Umsatzrendite von zehn Prozent im Industriegeschäft versprochen. Angesichts der Kosten für den Umbau ist das ordentlich. Doch die besten Konkurrenten wie General Electric sind in vielen Bereichen besser. Durch kürzere Hierarchiewege, eine Sanierung der renditeschwachen Bereiche und den Abbau von Stellen will Kaeser mit seiner „Vision 2020“ Boden gut machen.

Dresser-Rand

Der Kauf des US-Kompressorenherstellers für zunächst 7,6 Milliarden Dollar war einer der größten Zukäufe in der Unternehmensgeschichte. Kaeser hatte sich, auch von seinem Vorgänger Peter Löscher, in einen Bieterwettbewerb treiben lassen. Doch seit der Übernahme ist der Ölpreis drastisch gefallen, die Förderer stellen ihre Investitionen zurück. Der Kaufpreis war im Nachhinein viel zu hoch. Nun muss Kaeser auf eine Erholung der Ölpreise hoffen und Dresser-Rand wenigstens erfolgreich integrieren.

Autor: ax

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×