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18.04.2012

18:17 Uhr

Energie-Anlagenbauer

EVT steht kurz vor dem Verkauf

Nur noch zwei französische Interessenten sind an den Verkaufsgesprächen beteiligt. Das verlautete aus Verhandlungskreisen. Damit ist der Verkauf des Heidelberger Anlagenbauers auf der Zielgeraden angelangt.

EVT stellt unter anderem Hochspannungsleitungen her. dpa

EVT stellt unter anderem Hochspannungsleitungen her.

Frankfurt/ParisDer Heidelberger Energie-Anlagenbauer EVT steht Verhandlungskreisen zufolge vor dem Verkauf. Der Eigentümer, der schweizerische Energie-Dienstleister Alpiq, verhandle nur noch mit zwei Interessenten aus Frankreich, sagten drei mit dem Prozess vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die zum Baukonzern Vinci gehörende Cegelec und der im Besitz von Finanzinvestoren befindliche Maschinenbauer Spie hätten bindende Gebote abgegeben. Die Entscheidung werde nächste Woche Donnerstag (26. April) fallen, sagte einer der Insider. Alpiq könnte mit dem Verkauf Finanzkreisen zufolge mindestens 200 Millionen Euro erlösen.

Die IG Metall kritisiert die fehlende Transparenz in dem Verkaufsprozess und pocht darauf, die Rechte der Mitarbeiter nach dem Verkauf zu wahren. Alpiq und die Bieter wollten sich zum Stand des Verkaufs nicht äußern.

EVT stellt mit seinen rund 3000 Mitarbeitern unter anderem Hochspannungsleitungen, Umspannwerke und Stromversorgungsanlagen her. Alpiq hatte zunächst vergeblich versucht, die ganze Alpiq Anlagentechnik zu verkaufen, zu der auch die Energieerzeugungs- und Anlagentechnik (EAT) gehört, die ganze Kraftwerke baut. Doch dafür fanden sich keine Interessenten. Alpiq Anlagentechnik kam im vergangenen Jahr auf rund eine Milliarde Euro Umsatz und beschäftigte 5000 Menschen. Die ehemalige GAH war im Jahr 2000 an den Schweizer Stromversorger Atel verkauft worden, der sich 2009 mit EOS und der Schweizer Tochter der französischen EdF zu Alpic zusammenschloss.

Das Unternehmen leidet massiv unter dem geplanten Ausstieg der Schweiz aus der Atomkraft. Allein 2011 musste Alpiq 1,7 Milliarden Schweizer Franken Abschreibungen und Rückstellungen verkraften. Daher hatte das Unternehmen einen Umbau angekündigt: Unprofitable Geschäfte sollen verkauft und das Geschäft auf die Schweiz, Italien, Rumänien und Frankreich konzentriert werden. Damit sollen die Schulden um eine Milliarde Schweizer Franken reduziert werden.

Von

rtr

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