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03.02.2012

10:53 Uhr

Energie-Konzern

Libyen-Rückkehr bringt OMV Produktionsplus

Die österreichische OMV hat im vierten Quartal 2011 wieder mehr Öl produziert. Durch die Rückkehr nach Libyen konnten zudem die Raffineriemargen gesteigert werden. Im Vergleich zum Vorjahr sind diese aber miserabel.

Ein Mitarbeiter der OMV geht an Zapfsäulen in Wien vorbei. Reuters

Ein Mitarbeiter der OMV geht an Zapfsäulen in Wien vorbei.

WienDie Ölförderung der OMV in Libyen kommt langsam wieder in Gang. Im vierten Quartal stieg die Fördermenge im Gesamtkonzern durch die Rückkehr in das vom Bürgerkrieg erschütterte Land auf 289.000 von 283.000 Barrel pro Tag im Vorquartal, wie der österreichische Konzern am Freitag mitteilte. Das sind aber immer noch zehn Prozent weniger als im vierten Quartal des Vorjahrs.

Auf Libyen entfielen von Oktober bis Dezember lediglich 10.000 Barrel - 3,5 Prozent der konzernweiten Fördermenge. Vor dem Ausbruch der Unruhen in dem nordafrikanischen Land hatte OMV noch ein Zehntel ihrer konzernweiten Fördermenge aus Libyen bezogen. Zu Beginn der Unruhen im Frühling 2011 hatte sich der Konzern aus dem nordafrikanischen Land zurückgezogen. Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi lief die Produktion erst im November wieder an. Denn bis die Anlagen instand gesetzt und Eigentumsrechte geklärt sind, vergeht Zeit.

Die Anlagen im Jemen stand zum Jahresende weiterhin still. Dort machen dem Unternehmen ebenfalls politische Unruhen sowie wiederholte Anschläge auf eine Pipeline zu schaffen. Die Produktion in Großbritannien wurde ausgeweitet.

Die Raffinieriemargen, die die Profitabilität des Öl- und Gasgeschäftes messen, stiegen im Vergleich zum Vorquartal dank niedrigerer Kosten auf 1,77 von 1,74 Dollar je Barrel. Die Kennzahl setzt die Kosten für die Förderung von Öl und Gas in Relation zu den Gewinnen, die OMV damit erzielt. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern allerdings doppelt so viel erzielt - 3,48 Dollar je Barrel. Infolge von Überkapazitäten in der Branche sind die Margen unter Druck geraten. Das hatte den Raffineriebetreiber Petroplus in die Pleite getrieben, der keine eigenen Förderquellen besitzt.

Im Schlussquartal habe der Konzern Rückstellungen über 120 Millionen Euro für eine Kartellstrafe gegen die rumänische Tochter Petrom verbucht. Die Wettbewerbshüter werfen dem Unternehmen und seinen Konkurrenten vor, in einer abgesprochenen Aktion im Jahr 2008 die bleifreie Benzinsorte Eco Premium vom Markt genommen zu haben. Petrom will die Strafe anfechten. Zudem belasteten Verluste aus Sicherungsgeschäften das Betriebsergebnis im vierten Quartal mit 48 Millionen Euro.

Das komplette Zahlenwerk für das abgelaufene Jahr will die OMV am 22. Februar veröffentlichen.

Von

rtr

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