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07.01.2011

11:05 Uhr

Energiebranche

OMV kauft für 650 Millionen in Tunesien zu

VonStefan Menzel

OMV will die Förderung in dem nordafrikanischen Land entscheidend ausbauen. Der österreichische Öl- und Gaskonzern kauft vom US-Konkurrenten Pioneer Natural Resources Öl- und Gasfelder in Tunesien. 650 Millionen Euro schwer ist der Deal - und könnte eine Kapitalerhöhung nach sich ziehen.

Vorstandschef Ruttenstorfer deutete an, neue Aktien auszugeben und ein Anleiheprogramm aufzulegen. Reuters

Vorstandschef Ruttenstorfer deutete an, neue Aktien auszugeben und ein Anleiheprogramm aufzulegen.

WIEN. Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV kauft vom US-Konkurrenten Pioneer Natural Resources für 650 Millionen Euro Öl- und Gasfelder in Tunesien. OMV will die eigene Förderung in dem nordafrikanischen Land damit entscheidend ausbauen.

Der Wiener Konzern kündigte gestern an, dass er den Kauf der neuen tunesischen Felder zunächst aus bestehenden Finanzreserven und Kreditlinien begleichen wolle. Vor zwei Monaten hatte OMV allerdings erst die Mehrheit am türkischen Tankstellenkonzern Petrol Ofisi erworben und dafür eine Milliarde Euro zahlen müssen.

Nach dem neuen Zukauf innerhalb weniger Wochen wächst damit die Wahrscheinlichkeit, dass OMV seine finanziellen Reserven aufzehrt und deshalb eine Kapitalerhöhung brauchen wird. OMV-Vorstandschef Wolfgang Ruttenstorfer hatte bereits angedeutet, dass das Unternehmen für den Petrol-Ofisi-Kauf neue Aktien ausgeben oder ein Anleiheprogramm auflegen werde.

Zusätzliche Reserven

Der bei OMV für die Ölförderung verantwortliche Vorstand Jaap Huijskes begründete den Zukauf in Tunesien damit, dass es seinem Unternehmen so gelinge, das Fördervolumen "substanziell zu steigern". 90 Prozent der erworbenen Felder entfielen auf Öl, die restlichen zehn Prozent auf Erdgas. Zudem biete sich die Möglichkeit einer kostengünstigen Förderung, da der Konzern schon in größerem Stil in Tunesien mit eigenen Feldern tätig sei. OMV bekenne sich zu einer strikten Kapitaldisziplin und wolle durch die Zukäufe das eigene Kredit-Rating nicht in Gefahr bringen.

Durch den Zukauf in Tunesien steigert OMV seine Tagesförderung um 5700 Barrel (159 Liter) Öl und Gas. Entscheidender sind aber die zusätzlichen Reserven, die der Konzern in Tunesien erwirbt. Sie machen etwa 38 Millionen Barrel Öl aus. Bislang besitzt OMV etwa 1,9 Milliarden Barrel an eigenen Reserven.

Kommentare (1)

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Humberg

14.01.2011, 11:43 Uhr

Wie sieht es mit den Unruhen in Tunesien aus? Generieren die Unruhen nicht auch negative politische, wirtschaftliche Folgen für diese beteiligung? Oder ist davon auszugehen das Tunesien und sein politisches, wirtschaftliches System sich schlagartig derart positiv und chancenreich für alle ändert, auch die dortigen Arbeitslosen? Wird diese OMV beteiligung ein kapitalmaximierendes Supergeschäft oder eher ein Grab fürs Geld? ist da eine Teilnahme an der Kapitalerhöhung von OMV, zu welcher Gerüchte kursieren, ratsam?

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