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25.04.2012

06:19 Uhr

Energieeffizienz

Die neue Sparsamkeit in der Chefetage

VonFrederic Spohr

Immer mehr Firmen suchen nach Energiesparmaßnahmen. Nicht zuletzt der Endkunde ist dafür ein Grund. Durch die Verbesserung von Produktionsprozessen könnten Unternehmen die Kosten um einige Milliarden pro Jahr senken.

Produktion bei Endress+Hauser:  Intelligente Messsysteme sorgen für Energieeffizienz. Endress+Hauser

Produktion bei Endress+Hauser: Intelligente Messsysteme sorgen für Energieeffizienz.

KölnDiese Boni sind ausnahmsweise unumstritten: Bei SCA Hygiene Products richtet sich das Gehalt der Manager auch danach, wie viel Energie sie einsparen. Für den schwedischen Hygienepapierhersteller mit vier Niederlassungen in Deutschland ist Energie ein großer Kostenblock. Dringend sucht die Firma daher nach Einsparmöglichkeiten. Über 600 technische und organisatorische Einzelmaßnahmen hat das Unternehmen seit 2003 umgesetzt. Die so eingesparte Energie könnte Zehntausende Haushalte versorgen.

SCA könnte ein Vorbild für viele Unternehmen werden. Bereits 37 Prozent aller Firmen investieren laut der Deutschen Energie-Agentur in die Energieeffizienz. 2009 waren es nur 31 Prozent. „Energieeffizienz wird mittlerweile auf Vorstandsebene verantwortet“, sagt Michael Ziesemer, Fachbereichsleiter für Messtechnik und Prozessoptimierung beim Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI).

Nicht nur steigende Kosten zwingen die Firmen zum Umdenken, sondern auch die Öffentlichkeit: „Die Kunden unserer Kunden üben Druck aus und wollen etwa den Carbon Footprint oder Nachhaltigkeitsstrategien wissen“, so Ziesemer, der auch stellvertretender Vorstandsvorsitzender bei Endress+Hauser Messtechnik ist. Der Industrie bleibe ohnehin nichts anderes übrig, als sparsamer zu werden. „In ein paar Jahren werden Energiemanagement-Systeme für alle Unternehmen vorgeschrieben sein. Die Politik hat sich klar positioniert.“

Die Industrie verspricht erhebliche Einsparmöglichkeiten: Der Elektrokonzern ABB hat ausgerechnet, dass allein der Einsatz intelligenter Motorenregelungen weltweit 1700 Milliarden Kilowattstunden Strom sparen könnte. Das entspricht der jährlichen Leistung von rund 290 Atomkraftwerken.

Potenzial steckt auch in den Produktionsabläufen. „Es ist nicht damit getan, dass ich den Motor austausche. Ich muss mir das Gesamtsystem angucken“, erklärt Ziesemer. Der ZVEI schätzt, dass durch Prozessoptimierungen in Deutschland bis zu 25 Prozent Energie eingespart werden könnten. Die Kosten würden um sieben Milliarden Euro sinken, der CO2-Ausstoß um 43 Millionen Tonnen. Und das bei meist geringen Investitionen.

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Kommentare (2)

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Maschinenbauer

25.04.2012, 06:54 Uhr

Hätte mich jetzt auch gewundert, wenn es im Artikel um die neue "Sparsamkeit in der Chefetage" gehen würde. Die Geschäftsprozesse im Fertigungsbereich werden kontinuierlich hinsichtlich des Effizienzgedankens optimiert, während die Chefetage in überdimensionierten Bürosäälen haust und eine Flotte nutzt, die den Effizienzgedanken leicht verfliegen lässt.

Account gelöscht!

18.07.2012, 10:44 Uhr

Und allen voran: Ehrless+Lauser

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